Startseite
Sie sind hier: Home > Sport > Mehr Sport >

Sportpolitik: Wissenschaftler zweifeln an Teilen der Spitzensportreform

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Sportpolitik  

Wissenschaftler zweifeln an Teilen der Spitzensportreform

19.10.2016, 18:53 Uhr | dpa

Sportpolitik: Wissenschaftler zweifeln an Teilen der Spitzensportreform. Wolfgang Maennig äußert seine Vorbehalte gegen das Programm.

Wolfgang Maennig äußert seine Vorbehalte gegen das Programm. Foto: Christian Charisius. (Quelle: dpa)

Berlin (dpa) - Die Reform des deutschen Spitzensports kommt trotz aller Kritik von Athleten und Wissenschaftlern voran.

Auch wenn bei einer öffentlichen Anhörung im Sportausschuss des Deutschen Bundestages erneut von Sportlern und Wissenschaftlern Kritik laut wurde, kamen die Mitgliedsverbände des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) am Vortag in Frankfurt/Main einer gemeinsamen Position näher.

Die Vorsitzende des Sportausschusses, Dagmar Freitag (SPD), leitete in Berlin eine Runde mit acht Experten und Athleten sowie Spitzenvertretern des deutschen Sports.

Bei Wissenschaftlern stößt vor allem auf Zweifel, ob Erfolge von Sportarten mit mathematischen Methoden vorherzusagen und davon die Höhe der Förderung abzuleiten sind. Der Hamburger Wirtschaftswissenschaftler Wolfgang Maennig, 1988 Olympiasieger im Rudern, hält ein solches Potenzialanalysesystem (PotAS) für eine problematische Methode. Er plädierte vor allem für eine aktuelle Bewertung als Grundlage für Förderung. Die beste Vorhersage, "das ist der jetzige Erfolg".

Das sieht der Sportwissenschaftler und Philosoph Gunter Gebauer von der Freien Universität Berlin ähnlich. "Zukünftige Erfolge von Sportlern kann man nicht wissenschaftlich bestimmen", sagte er.

Die Kanutin Franziska Weber, Goldmedaillengewinnerin bei den Olympischen Spielen 2012 in London, forderte vor allem, dass Leistungssportler finanziell besser abgesichert sein müssten und ausreichend Geld in die Qualifizierung von Trainern investiert werde. Da gebe es Nachholbedarf. "Mit Existenzangst kann man keine herausragenden Leistungen bringen", kritisierte Weber.

Derzeit beraten die Verbände des DOSB, der Deutsche Bundestag und Vertreter des für den Sport zuständigen Innenministeriums, wie Deutschlands Spitzensportler international leistungsfähiger werden können.

Innenminister Thomas de Maizière (CDU) hatte zu Jahresbeginn die Strukturen im deutschen Sport kritisiert und 30 Prozent mehr Medaillen gefordert. Diese Zahl hatte sich bei Olympia seit Barcelona 1992 (82 Medaillen) fast halbiert: In Rio de Janeiro hatten deutsche Sportler in diesem Jahr noch 42 Mal Edelmetall gewonnen.

Kernfrage ist, an welche Kriterien die millionenschwere Förderung gebunden wird. Konkret geht es um staatliche Fördergelder in Höhe von bis zu 170 Millionen Euro. Sportverbände, die zuletzt bei Olympischen Spielen und internationalen Meisterschaften vergleichsweise schlecht abgeschnitten hatten, fürchten um Mittel. Bei dem Entwurf von DOSB und Bundesinnenministerium geht es um die Verteilung der Fördergelder bis 2028.

Ende Oktober soll es abschließende Beratungen mit de Maizière geben. Die Reform soll am 3. Dezember auf der DOSB-Mitgliederversammlung in Magdeburg verabschiedet und anschließend dem Kabinett vorgelegt werden.

DOSB-Präsident Alfons Hörmann hatte nach dem Treffen der Verbände in Frankfurt/Main zu den Fortschritten bei den Beratungen gesagt: "Einen solchen Schulterschluss über zig Arbeitsgruppen hinweg hat es zu Zeiten des DOSB noch nicht gegeben."

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Video des Tages
Rutschpartie des Jahres 
Selbst der Schneepflug scheitert an diesem Hügel

Das Video begeistert schon mehr als 22 Millionen Menschen im Internet. Video

Anzeige

Shopping
Shopping
Multimedia-Sale: Technik- artikel stark reduziert

Jetzt zuschlagen: Fernseher, Notebooks, Beamer, Navis u. v. m. zu Toppreisen. bei OTTO

Shopping
Voll im Trend und garantiert keine kalten Füße mehr

Kuschelige weich und warm gefüttert, Boots für gemütliche Tage zuhause. bei BAUR

tchibo.deOTTObonprix.deESPRITC&ACECILzalando.dedouglas.deKlingel.de
Sport von A bis Z

Anzeige
shopping-portal