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Fußball: Justiz ermittelt zum WM-Stadien-Bau in Brasilien

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Fußball  

Justiz ermittelt zum WM-Stadien-Bau in Brasilien

14.04.2017, 21:14 Uhr | dpa

Fußball: Justiz ermittelt zum WM-Stadien-Bau in Brasilien. Beim Bau des Maracaná-Stadions in Río de Janeiro stiegen die Kosten auf 330 Millionen Euro an.

Beim Bau des Maracaná-Stadions in Río de Janeiro stiegen die Kosten auf 330 Millionen Euro an. Foto: Thomas Eisenhuth. (Quelle: dpa)

Río de Janeiro (dpa) - Die Baufinanzierung der Hälfte der WM-Stadien in Brasilien wird nun von der Justiz wegen mutmaßlicher Korruption untersucht.

Bei mindestens sechs der zwölf Arenen der Fußball-Weltmeisterschaft 2014 sollen nach Aussagen verhafteter Bau-Manager Bestechungsgelder an die Auftraggeber geflossen sein, wie das Nachrichtenportal G1 berichtete.

Beim Bau des Maracaná-Stadions in Río de Janeiro, in dem Deutschland im WM-Finale den Titel gegen Argentinien 1:0 gewonnen hatte, stiegen die in der Ausschreibung festgelegten Kosten von 700 Millionen Reais auf 1,1, Milliarden (330 Millionen Euro) an. Nach Angaben ehemaliger Odebrecht-Manager war der damalige Gouverneur Sérgio Cabral in Gesprächen um Bestechungsgelder verwickelt. Die Justiz ermittelt in diesem Fall gegen Cabral, der bereits im November 2016 wegen anderer Korruptionsfälle verhaftet worden war.

Bei der Vergabe des Baus der Arena Corinthians sei der Gouverneur des Bundessstaates São Paulo, Geraldo Alckmin, in Bestechung verwickelt gewesen, erklärte der zu 19 Jahre Haft verurteilte ehemalige Chef des Baukonzerns Marcelo Odebrecht. Der Oberste Gerichtshof hat für die Aufnahme von Ermittlungen gegen den Gouverneur grünes Licht gegeben.

Wie Nachrichtenportal G1 weiter berichtete, habe es auch beim Bau der WM-Stadien in Brasília, Recife, Manaus und Fortaleza schwere Unregelmäßigkeiten gegeben. Unter anderem hätten die an den Ausschreibungen teilnehmenden Unternehmen Absprachen über die Angebote getroffen, um den Auftrag zu gewinnen.

Odebrecht, der größte Baukonzern Lateinamerikas, hat im Zuge der Ermittlungen im sogenannten Fall "Lava Jato" zugegeben, seit 2001 in zwölf Ländern Bestechungen von mehr als 785 Millionen Dollar (derzeit etwa 738 Millionen Euro) bezahlt zu haben.

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