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Schwimmen: Schwimm-Weltmeister Koch hat Respekt vor harten WM-Normen

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Schwimm-Weltmeister Koch hat Respekt vor harten WM-Normen

13.06.2017, 11:35 Uhr | dpa

Schwimmen: Schwimm-Weltmeister Koch hat Respekt vor harten WM-Normen. Marco Koch ist derzeit Deutschlands bester Schwimmer.

Marco Koch ist derzeit Deutschlands bester Schwimmer. Foto: Patrick B. Kraemer. (Quelle: dpa)

Berlin (dpa) - Mit den deutschen Meisterschaften von Donnerstag an in Berlin geht die WM-Saison für die Schwimmer so richtig los. Im Interview der Deutschen Presse-Agentur spricht Schwimm-Weltmeister Marco Koch über seine Saisonziele, seinen siebten Platz bei Olympia - und die Zukunft.

Wie traurig sind Sie, dass Ihr geliebtes, über 40 Jahre altes Nordbad in Darmstadt renoviert wird? Oder wie froh?

Marco Koch: Mal abwarten, wie lange die Renovierung dauert und ob ich das neue Bad überhaupt noch als Leistungssportler miterlebe. Gebaut werden soll ja bis 2020. Generell finde ich es natürlich toll, dass das Bad nicht einfach geschlossen wird, sondern nochmal investiert und neu gebaut wird.

Sie haben da auch Kacheln signiert, um ein paar Spendengelder einzunehmen. Wie oft muss der deutsche Schwimm-Weltmeister im Alltag Autogramme geben?

Koch: Ich habe am vergangenen Freitag, dem letzten Tag, ein paar Kacheln unterzeichnet. Autogramme muss ich im normalen Leben zum Glück nicht so häufig geben. Das hält sich in Grenzen.

Die deutschen Meisterschaften stehen in dieser Woche an. Welche Erwartungen und Ziele haben Sie?

Koch: Das einzige Ziel und die einzige Erwartung ist, dass ich mich für die WM qualifiziere. Das ist bei den harten Normen nicht so leicht. Gerade bei 200 Meter Brust muss ich in etwa so schnell schwimmen, wie ich letztes Jahr bei Olympia in Rio geschwommen bin. Solche Zeiten schüttelt man nicht so leicht aus dem Ärmel. Ich hoffe, ich werde gut vorbereitet an den Start gehen und die Norm schaffen.

Sind die harten Normen gut oder sind sie zu schwer zu schaffen?

Koch: Auf der einen Seite ist es natürlich gut, denn wer sich bei den deutschen Meisterschaften qualifiziert, hat gute Chancen, bei der WM ins Finale durchzukommen. Auf der anderen Seite sind die Zeiten natürlich nicht einfach zu erreichen.

Wie blicken Sie mit ein bisschen Abstand auf das Jahr 2016 zurück, in dem das Olympia-Finale auf Platz sieben endete?

Koch: Ich habe das Beste daraus gemacht. Das Jahr fing sehr gut an, dann hatte ich leider Drüsenfieber und Schulterprobleme. In Rio habe ich das Beste draus gemacht, was zu dem Zeitpunkt möglich war. Danach habe ich den Kopf nicht in den Sand gesteckt, sondern direkt weitergemacht und über die Weltcups noch mehr Erfahrung gesammelt. Danach hatte ich noch einen guten Abschluss bei den deutschen Kurzbahn-Meisterschaften mit meinem Weltrekord und zwei Weltmeistertiteln auf der Kurzbahn. Alles in allem war es ein gelungenes Jahr. Auch wenn es natürlich traurig ist, dass es zu dem Zeitpunkt, an dem es am wichtigsten gewesen wäre, nicht zu 100 Prozent gepasst hat, weil man krank oder verletzt war. Aber so ist der Sport, das kann man nicht ändern.

Sie haben danach auch am Gewicht gearbeitet, 13 Kilo weniger in noch nicht einmal sechs Wochen. Wie ist da der Stand?

Koch: Ich habe jetzt gefühlt nur versucht, das Gewicht zu halten. Ich habe deutlich mehr Muskelmasse aufgebaut, wir haben im Frühjahr mit dem neuen Kraftkonzept des DSV angefangen. Ich habe versucht, ein paar Defizite aufzuarbeiten. Ich habe deutlich mehr Muskelmasse zugelegt und bin auch stärker geworden. Das war unser Reiz für dieses Jahr. Wir haben nicht so viele Wettkämpfe bestritten, sondern haben deutlich mehr im Kraftraum und im Trainingsbecken gearbeitet. Mal schauen, wie sich das jetzt schon auswirkt. Der Effekt kommt nicht von heute auf morgen. Ich habe gemerkt, dass ich nach der Umstellung und dem Krafttraining deutlich stärker wurde, aber ich konnte nicht mehr Schwimmen. Das hat auch sehr lange gedauert, bis ich wieder ein Gefühl für die neue Kraft bekommen habe. Erst seit ein paar Wochen fühle ich mich wieder wie ein Schwimmer. Wenn man Sachen umstellt, was mit Blick auf Olympia in Tokio 2020 sehr gut ist, kann es sein, dass es kurzfristig noch nicht die erhofften Erfolge bringt.

Gerade bei der Wasserlage und für die Gleitfähigkeiten dürfte das einen Unterschied ausmachen.

Koch: Genau. Über 50 Meter bin ich persönliche Bestzeit in Badehose geschwommen bei den hessischen Meisterschaften. Da sieht man, dass die Grundschnelligkeit höher geworden ist. Jetzt muss man schauen, dass sich das auch positiv auf die 100 und 200 Meter auswirkt.

Das Ziel ist die Weltmeisterschaft. Welche Bedeutung hat für Sie eine WM im nacholympischen Jahr?

Koch: Für mich hat das dieselbe Bedeutung wie immer. Ich werde voll vorbereitet an den Start gehen, auch wenn wir jetzt ein paar Sachen in der Vorbereitung ausprobiert haben. Trotzdem verliert die WM für mich nicht an Stellenwert. Natürlich schaue ich schon Richtung Tokio in drei Jahren, aber ich bin 100 Prozent fokussiert und werde alles geben.

Das Ziel ist eine selbst gesteckte Zeit oder eine Medaille?

Koch: Das Ziel ist wie immer eine Zeit, denn das ist das einzige, was ich beeinflussen kann. Man strebt immer nach der persönlichen Bestzeit. Ich hatte dieses Jahr noch kein wirklich schnelles Rennen, ich muss erstmal wieder ein Gefühl dafür bekommen. Letztes Jahr hatte ich zu diesem Zeitpunkt schon ein paar Rennen mit einer 2:07 oder einer 2:08. Dieses Jahr bin ich nur einmal unter 2:10 geschwommen. Das ist eine andere Herangehensweise mit so wenigen Wettkämpfen und dem anderen Training.

Die Konkurrenz, speziell aus Japan, ist in diesem Jahr wieder sehr stark. Wie sehen Sie die?

Koch: Die Dichte ist in den letzten Jahren immer größer geworden, gerade über 200 Meter Brust. Im letzten Jahr stand der Weltrekord noch bei 2:07,01 Minuten, jetzt bei 2:06,67. Und die WM-Norm liegt bei 2:08,20. Die Topschwimmer liegen alle innerhalb von anderthalb Sekunden. Das ist bombastisch, aber es macht natürlich auch Spaß.

ZUR PERSON: Marco Koch ist der seit Jahren erfolgreichste deutsche Schwimmer. Der Weltmeister über 200 Meter Brust belegte bei den Olympischen Spielen Rang sieben. Sein großes Ziel sind die Sommerspiele 2020 in Tokio. Erst einmal muss er sich für die WM in diesem Jahr qualifizieren.

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