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Sportpolitik: WADA-Entscheidung über Zukunft der RUSADA naht

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Sportpolitik  

WADA-Entscheidung über Zukunft der RUSADA naht

14.11.2017, 12:26 Uhr | dpa

Sportpolitik: WADA-Entscheidung über Zukunft der RUSADA naht. Steht auf dem Prüfstand: Die russische Anti-Doping-Agentur RUSADA.

Steht auf dem Prüfstand: Die russische Anti-Doping-Agentur RUSADA. Foto: Maxim Shipenkov. (Quelle: dpa)

Frankfurt/Main (dpa) - Die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA entscheidet am Donnerstag in Seoul über eine Aufhebung der vor zwei Jahren ausgesprochenen Suspendierung der russischen Anti-Doping-Agentur.

Die RUSADA war nach Aufdeckung eines flächendeckenden Doping-Systems in der russischen Leichtathletik gesperrt worden. Später enthüllte Sonderermittler Richard McLaren, dass der gesamte Sport Russlands auch auf Betrug basiert und Doping-Proben im Analyselabor bei den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi manipuliert worden waren.

Warum wurde die RUSADA von der WADA gesperrt?

Die RUSADA wurde nach Aufdeckung des Doping-Skandals in der russischen Leichtathletik durch WADA-Ermittler Richard Pound am 18. November 2015 als "nicht regelkonform" gesperrt. Eine weitere Untersuchung seines kanadischen Landsmanns McLaren enthüllte, dass es einen staatlich orchestrierten Betrug im gesamten russischen Sport und Manipulationen von Doping-Proben eigener Athleten bei den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi gegeben hat. Während der Leichtathletik-Weltverband IAAF Russland von internationalen Wettkämpfen bis heute komplett ausschloss, verhängte das Internationale Olympische Komitee für die Sommerspiele 2016 in Rio keinen Bann über die ganze Sportgroßmacht.

Was ist seit der RUSADA-Sperre seitdem passiert?

Die WADA hat einen Zeitplan mit Kriterien für eine Aufhebung der Suspendierung der RUSADA aufgestellt. Am 17. Juni gab die WADA bekannt, dass Russland zwar große Anstrengungen zur Reform ihrer Anti-Doping-Agentur unternommen hätte, aber wesentliche Bedingungen nicht erfüllt habe. Ein zentrales Kriterium war die Anerkennung der Ergebnisse der McLaren-Untersuchung und damit das Eingeständnis, ein flächendeckendes Doping-System betrieben zu haben.

Wird die WADA die RUSADA-Suspendierung aufheben?

Vieles spricht dafür, dass das Gründungskomitee der WADA die RUSADA nicht für "regelkonform" erklären wird. Denn Russland akzeptiert die Inhalte der zwei McLaren-Reports weiter nicht und bestreitet, dass ein umfassendes Doping-System im Land existiert hat. Allerdings besitzt die WADA nach eigenen Angaben neue Beweise für den umfassenden Sportbetrug vor. Es sollen sich um Daten der Tests des Moskauer Labors von 2012 bis 2015 handeln.

Welche FOLGEN kann die WADA-Entscheidung haben?

Bleibt die RUSADA gesperrt, würde das den Druck auf das IOC und die Wahrscheinlichkeit eines kompletten Banns Russlands von den nächsten Winterspielen im Februar 2018 in Pyeongchang erhöhen. Einen solchen Ausschluss fordert auch die Vereinigung der führenden nationalen Anti-Doping-Agenturen. Das IOC hatte die Beweise der McLaren-Reports aus juristischer Sicht als unzureichend eingestuft und selbst zwei Kommissionen eingesetzt. Das Gremium von Dennis Oswald prüft die Fälle manipulierter Proben der Sotschi-Spiele. Erste Sanktionen sind bereits verhängt worden. Die Kommission von Samuel Schmidt geht dem Vorwurf nach, welche Rolle staatliche Stellen beim Doping-Betrug spielten. Bis Ende November soll ihre Arbeit beendet sein.

Wann entscheidet das IOC?

Das IOC-Exekutivkomitee könnte auf der Sitzung vom 5. bis 7. Dezember in Lausanne eine Entscheidung in der Russland-Causa treffen. Neben dem Bann ist auch eine hohe Geldstrafe und der Olympia-Start Russlands in Pyeongchang unter neutraler Fahne im Gespräch. Der Leichtathletik-Weltverband IAAF wird am 26. November in Monte Carlo darüber befinden, ob Russland gesperrt bleibt, macht dies aber von der WADA-Entscheidung zur RUSADA mit abhängig.

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