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Maurice Greene ist ausgepowert

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Leichtathletik  

Maurice Greene ist ausgepowert

04.02.2008, 11:52 Uhr | dpa

Maurice Greene hört auf (Foto: imago)Maurice Greene hört auf (Foto: imago) Maurice Greene gibt auf. Geplagt von Dauerverletzungen und mental ausgepowert, hat der US-Sprintstar in der Olympiastadt Peking seine bemerkenswerte Laufbahn auf der Laufbahn offiziell beendet. "Ich ertrage den mentalen Kampf einfach nicht mehr, mich nach Verletzungen immer wieder aufzuraffen. Das kostet sehr viel Kraft", erklärte der 100-Meter-Olympiasieger von Sydney, "ich wollte bei Olympia unbedingt dabei sein, aber es geht nicht mehr. Es ist schon ein bisschen traurig, aber ich bin auch glücklich, weil ich eine tolle Karriere hatte. Jetzt sollen andere glänzen." Knapp neun Monate nach seinem letzten Rennen in Carson plant der Kraftmeier aus Kansas den Neuanfang. Der 33-Jährige will als Leichtathletik-Trainer arbeiten, Geschäftsinteressen vorantreiben und Grillfeste für Familie und Freunde organisieren.

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Gay geschockt: "Er war der Größte"

"Das ist ein totaler Schock für mich. Leichtathletik ohne Maurice Greene ist als ob Michael Jordan oder Tiger Woods aufhören", sagte Dreifach-Weltmeister Tyson Gay (USA), "er war der Größte." Bei seinem 100-m-WM-Coup 1997 in Athen hatte Greene erstmals die weltweite Sprint-Elite gedemütigt. Es folgten markige Worte und goldene Taten. Greene war bis 2002 in keinem wichtigen Rennen zu schlagen. Bei der WM 1999 in Sevilla machte er unter der Ägide von Starcoach John Smith mit Titeln über 100 m, 200 m und mit der 4x100-m-Staffel seinem Spitznamen Cassius Greene erneut alle Ehre. Und auch in Sydney lief er der Konkurrenz über 100 m und in der Staffel davon. Vier Jahre später in Athen holte er mit der Siegerzeit von Sydney (9,87 Sek.) noch einmal Bronze.

"Nervende Verletzungen" zwingen Greene zum Aufhören

Erst nach seiner fünften WM-Goldmedaille 2001 in Sevilla und dem Verlust des Weltrekords 2002 (9,79 Sek.) an Tim Montgomery (9,78 Sek.) hatte seine jahrelange Regentschaft ein Ende. Seine Erfolgsbilanz von 52 Rennen unter zehn Sekunden ist bis heute unerreicht. "Ich möchte behaupten, dass ich in meiner Zeit der Größte war", sagte Greene, "ich habe viele große Dinge geleistet, aber in den vergangenen beiden Jahren hatte ich immer wieder nervende Verletzungen und musste mein Training abbrechen. Deshalb ist es jetzt besser aufzuhören."

Schwacher Auftritt zum Abschied

Gute Zeiten, schlechte Zeiten hat Greene in seiner Karriere tatsächlich oft genug erlebt, aber zuletzt tat die traurige Realität nur noch weh. Die schwachen 10,84 Sekunden im Mai 2007 in Carson, mehr als eine Sekunde hinter der windunterstützten Siegerzeit von Gay (USA/9,79), waren sein letztes Ergebnis. Dass er so schnell so langsam werden würde, hat selbst den großspurigen Champion überrascht. Sein Kommentar damals: "Ich bin ins Ziel gekommen und habe mich nicht verletzt. Das ist erstmal das Wichtigste." Frustriert durch zahlreiche gescheiterte Comebackversuche, Trainingsrückstand und fehlende Explosivität flüchtete sich der Millionär Greene in kitschige Durchhalteparolen. In Peking wollte er seine Karriere "mit einer letzten Goldmedaille in strahlendem Glanz beenden", hatte er nach seinem letzten Rennen getönt. Stattdessen will er sich jetzt nach dem relativ unspektakulären Karriere-Finish als prominenter Grill-Meister feiern lassen.

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