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Leichathletik: Florence Ekpo-Umoh will trotz Hartz IV zur WM

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Leichtathletik  

Ekpo-Umoh: Trotz Hartz IV zur WM

25.03.2009, 13:06 Uhr | dpa

Florence Ekpo-Umoh (Foto: dpa)Florence Ekpo-Umoh (Foto: dpa) Auf dem Weg zu den Leichtathletik-Weltmeisterschaften im August in Berlin muss Florence Ekpo-Umoh noch viele Hürden überwinden, obwohl sie als 400-Meter-Läuferin eigentlich immer freie Bahn hat. Doch die 31-Jährige will sich auch in der Saison nach ihrer Olympia-Teilnahme durchkämpfen - als einzige deutsche Spitzenathletin, die von Hartz IV lebt und ihre zwei kleinen Kinder weitgehend alleine erzieht.

"Ich bin stärker als letztes Jahr. Wenn ich es dieses Jahr schaffe, unter 51 Sekunden zu laufen, dann wäre das wie ein Sechser im Lotto", sagte Ekpo-Umoh, die im vergangenen Jahr mit 52,32 drittbeste Deutsche über die Stadionrunde war. Gleichzeitig denkt sie - mitunter zermürbt von den schwierigen familiären und finanziellen Bedingungen - an ein Karriereende.

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Probleme mit der Kinderbetreuung

Momentan befindet sich die gebürtige Nigerianerin zusammen mit ihren Kindern Holly (4) und Jotham (2) bei ihrem Verlobten in London. Dort will sie einen Monat bleiben und sich auch nach einem Studienplatz für den Herbst umschauen. "Es ist besser für die Kinder, wenn der Papa auf sie aufpasst", sagte Ekpo-Umoh. Wenn der Vater nach der Nachtschicht nach Hause kommt, wird die Staffel-Europameisterin von 2002 trainieren gehen - nach den Plänen von Trainer Eberhard König vom Erfurter LAC, für den sie auch startet: "Das Problem mit ihrer Kinderbetreuung hat sich noch verschärft. Es ist verdammt schwierig, sich so auf die WM vorzubereiten. Das Höhentrainingslager des Deutschen Leichtathletik- Verbandes (DLV) in Flagstaff/USA musste Ekpo-Umoh deshalb absagen. Bei den Hallen-Meetings im Winter hatte sie die zwei Kleinen dabei, unvorstellbar in einer Sportart, in der die meisten Athleten Stunden vor ihrem Wettkampf kaum noch ansprechbar sind.

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Mutter darf nicht nach Deutschland

Wie schon im vergangenen Jahr bemüht sich Ekpo-Umoh weiter darum, eine Aufenthaltsgenehmigung für ihre Mutter aus Nigeria zu bekommen, damit die ihr unter die Arme greifen kann. "Sie erhält kein Visum", sagte die deutsche Vize-Meisterin. König berichtet von den Schwierigkeiten, einen Termin bei der Botschaft in Lagos zu bekommen. Der DLV versichert, man habe dort darum gebeten, sich der Sache "mit Vorrang" anzunehmen. Aber nichts bewegt sich. Am fehlenden Kindermädchen wäre 2008 beinahe Ekpo-Umohs Olympia-Teilnahme in Peking gescheitert, ehe eine befreundete Familie sich Holly und Jotham annahm.

Ekpo-Umoh knapp bei Kasse

Nicht nur sportlich, sondern auch finanziell kämpft die 400-Meter-Spezialistin, die sich 1995 von einer Reise der nigerianischen Nationalmannschaft in Stuttgart abgesetzt hatte, weiter ums Überleben. Die Zuwendungen, die sie von ihrem Verein aus Erfurt bekommt, so ärgert sich König, werden ihr auf ihre staatliche Unterstützung angerechnet: "Das Arbeitsamt in Kassel hat überhaupt nicht akzeptiert, dass sie als Leistungssportlerin erhöhte Ausgaben hat." Der Verband kann sie - gemäß seiner Förderrichtlinien - ohnehin nur mit Geldern für Trainingsmaßnahmen unterstützen.

Ziel: WM-Teilnahme

"Trotzdem", sagte ihr Trainer, "hat Florence den Ehrgeiz, die WM-Teilnahme zu schaffen. Ich hoffe, dass wir es hinkriegen, dass sie im Mai mit ins Trainingslager nach Kienbaum kann." Sein Schützling verweist darauf, dass sie es auch nach ihrer zweijährigen Dopingsperre zwischen 2003 und 2005 und der Babypause geschafft hat, von 86 auf 68 Kilo abzuspecken und zurück an die deutsche Spitze zu rennen. In London will Ekpo-Umoh nun einen Weg finden, wie es nach der WM in Berlin weitergehen soll. "Wenn ich die Kinder, Studium und Training nicht schaffe, dann höre ich auf mit dem Sport."

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