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Leichtathletik-WM: Robert Harting ist "stärker als bei Olympia"

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Leichtathletik-WM  

Robert Harting: "Bin viel stärker als bei Olympia"

10.08.2009, 21:17 Uhr | t-online.de

Das Interview führte Sebastian Schlichting

Robert Harting will in seiner Heimatstadt Edelmetall. (Foto: imago)Robert Harting will in seiner Heimatstadt Edelmetall. (Foto: imago) Robert Harting ist aktueller Vize-Weltmeister mit dem Diskus. Er ist eine der großen deutschen Medaillenhoffnungen bei der WM in seiner Heimatstadt Berlin.

Im Interview mit t-online.de spricht der 24 Jahre alte Harting über seine Wundersalbe und erzählt, warum er ein estnisches Nationaltrikot besitzt.


t-online.de: Herr Harting, Sie haben vor kurzem einen Aufruf in Berliner Medien gestartet. Es ging um die Wärmesalbe Finalgon extra gegen Ihre Rückenprobleme. Wie war die Resonanz?

Robert Harting: Ich habe viele Tuben zugeschickt bekommen. Fast 30. Und es melden sich immer noch Leute. Auch die Firma hat sich bei mir gemeldet…

…die die Salbe seit Ende April nicht mehr herstellt…

Das ist genau mein Problem. Sie haben mir jetzt eine Creme angeboten. Aber gegen meine Salbe ist das nur ein schlechter Sirup.

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Und eine andere Salbe darf es nicht sein?

Nein, da bin ich eigen. Ich habe schon lange Probleme mit dem Rücken. Mal schlimmer, mal weniger schlimm. Aber weg ist es fast nie. Besonders schlimm ist es morgens nach dem Aufstehen. Im Training brauche ich erstmal eine Stunde, bis es geht. In den Wettkämpfen kriege ich es hin. Zum Glück habe ich erstmal einen Vorrat. Und ich nehme ja nur eine Fingerkuppe am Tag.

Also war Ihre Aktion ein voller Erfolg?

Die Sache hat sich richtig gelohnt. Vielleicht sollte ich dem WM-Organisationskomitee mal sagen, wie man solche Dinge angeht.

Sie spielen auf den lange Zeit schleppenden Ticket-Vorverkauf  an…

Ich verstehe das nicht. Ich gehe mal davon aus, diejenigen, die dafür zuständig sind, geben sich Mühe. Aber warum kommt dann so wenig? Kaum Werbung, nichts. In einer Stadt wie Berlin ist so viel los. Wer da Fuß fassen will, muss doch an die Leute rangehen. Alle Athleten schuften wie verrückt, um bei der WM topfit zu sein. Aber wenn ich so durch die Stadt gehe, habe ich den Eindruck, die WM wäre eine Nebenbei-Veranstaltung, die keinen Menschen interessiert.

Inzwischen läuft es besser. Glauben Sie, dass das Stadion noch voll wird?

Ich hoffe es. Ich bin ein Martkplatztyp. Ich mag es, wenn die Leute einen nach vorn peitschen, wenn die im Stadion richtig loslegen.

Welche Rolle wird der Heimvorteil spielen?

Im Vorfeld schon mal keine. Wir wollten eigentlich noch einmal im Stadion trainieren. Jetzt hat mein Trainer gesagt, dass das nichts wird. Komisch In anderen Ländern würden die ihre Leute drei Wochen lang jeden Tag ins Stadion lassen, um ihnen einen Vorteil zu verschaffen. In Deutschland geht das aber wohl nicht…

Bei den Olympischen Spielen 2008 waren Sie Vierter. Und diesmal?

Na, Hauptsache nicht wieder Platz vier. In Peking wäre ich lieber Sechster oder Siebter geworden als Vierter. Diesmal muss es eine Medaille werden. Je heller, desto besser.

Sie sind für klare Worte bekannt. Dadurch setzen Sie sich selbst unter Druck. Brauchen Sie diesen Druck?

Was soll ich denn sagen: Ich trete an und schaue mal, was rauskommt? Nee, das ist nicht mein Ding. Ich bin ein Schwarz-oder-Weiß-Typ. Ich setze mir immer das höchste Ziel.

Das dürfte sich auch Gerd Kanter setzen. Er wirft in dieser Saison alles in Grund und Boden. In der Jahresbestenliste steht er mit seinen Würfen auf Rang eins bis acht. Ist er überhaupt schlagbar?

Diese Liste interessiert doch keinen Menschen. Er startet bei vielen Wettkämpfen, dadurch hat er mehr Chancen, weit zu werfen.

Aber er hat insgesamt gleich zehn Mal weiter geworfen als Sie.

Er hat ein extremes Grundniveau, das stimmt. Aber wir reden von einer WM. Da kann alles passieren. Da kann ein Favorit in der Quali rausgehen und ein absoluter Außenseiter gewinnen.

Kanter hat gesagt, er rechnet nicht damit, dass Sie eine Medaille gewinnen. Darauf haben Sie schnell reagiert und sich ein estnisches Trikot besorgt. Warum?

Vielleicht gibt es ja bei der WM ein Mangel an Schweißtüchern (lacht). Nein, er hat mit der Provokation angefangen. Jetzt muss er auch mit dem Echo leben. Die Folge ist, dass ich noch motivierter bin. Mal sehen, ob das so gut für ihn ist.

Sie haben einen Deal mit Hertha-Präsident Werner Gegenbauer geschlossen: Wenn Sie weiter als 68,50 Meter werfen, leiht er Ihnen seinen Audi A8 mit 525 PS. Kann er schon einmal die Schlüssel bereit legen?

Nach jetzigem Stand ja. Ich bin richtig gut drauf. Das ist das komplette Gegenteil zu Olympia.



Was war da das Problem?

Ich hatte im Vorfeld wohl zu hart trainiert. Und in Peking war ich von allem genervt. Von mir selbst, von meinem Trainer, von der Mannschaft. Na ja, man sieht ja, was bei rausgekommen ist.

In diesem Jahr haben Sie das Tief schon hinter sich?

Der Jahresanfang lief richtig beschissen. Die Sache mit meinem Trainer Werner Goldmann…

…der aufgrund seiner Dopingvergangenheit in der DDR  keinen Vertrag mehr beim Deutschen Leichtathletik-Verband kriegen sollte.

Ich bin ein sehr emotionaler Typ. Die ganze Aufregung hat mich fertig gemacht. Ich konnte nichts dafür und hab alles abgekriegt. Ich habe meinem Trainer die Schuld gegeben. Unser Verhältnis war dann nur noch Schrott. Auf die WM hatte ich erst recht keinen Bock mehr.

Wie haben Sie sich wieder zusammengerauft?

Ich hab mich vor einem Wettkampf ihm gegenüber richtig ausgekotzt. Danach ging's wieder.

Haben Sie noch rechtzeitig die Kurve gekriegt?

Wenn ich in Berlin Gold hole, dann ja. Wenn es Silber wird, war es zu spät. Bei Bronze war es viel zu spät – und über den Rest denke ich nicht nach.

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