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Leichtathletik-WM: Plüschschwein treibt Jennifer Oeser zu Silber

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Leichtathletik-WM  

Dank Plüschschwein zur Silbermedaille

17.08.2009, 09:53 Uhr | t-online.de

Aus Berlin berichtet Sebastian Schlichting

Jennifer Oeser gewinnt mit Hilfe ihres Glücksbringers Silber. (Foto: imago)Jennifer Oeser gewinnt mit Hilfe ihres Glücksbringers Silber. (Foto: imago) Eine läppische Stadionrunde trennte Jennifer Oeser noch vom Glück. Die Medaille war zum Greifen nah. Doch plötzlich stolperte Oeser im 800-Meter-Lauf, das rhythmische Klatschen von rund 45.000 Menschen erstarb für einen Moment. Sollte der tolle Siebenkampf für Oeser so enden? Nein, die 25-Jährige sprang auf und legte wie im Rausch eine unfassbare Schlussrunde hin: „Ich habe die Leute schreien gehört, dann kam sofort wieder die Anfeuerung.“ Und dann ist sie einfach nur noch gerannt – bis zur WM-Silbermedaille hinter Weltmeisterin Jessica Ennis aus Großbritannien.

Es war das furiose Finale eines atemberaubenden Auftritts. Persönliche Bestleistungen im Kugelstoßen und über 200 Meter, dazu eine Saisonbestleistung im Hochsprung. Die 6493 Punkte in der Endabrechnung bedeuteten, na klar, persönliche Bestleistung. Kein Wunder, dass Oeser die Tage von Berlin als „geilsten Wettkampf meines Lebens" bezeichnete.

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Das Plüschschwein darf nicht fehlen

"Das Schwein vom Rhein" muss bei immer dabei sein. (Foto: imago)"Das Schwein vom Rhein" muss bei immer dabei sein. (Foto: imago)

Dabei hatte die WM böse begonnen. Gleich in der ersten Disziplin, 100 Meter Hürden, wäre sie fast gestürzt. Zu dieser frühen Morgenstunde am Samstag war ihr treuester Begleiter, ein großes Plüschschwein, wohl noch nicht ganz wach. Wie wichtig der stattliche rosa Glücksbringer für Oeser ist, zeigte sich vor dem Kugelstoßen. Oeser hatte das Schwein nach der Mittagspause im Hotel vergessen. Ein Physiotherapeut holte es ab. Pünktlich zum ersten Stoß war der Talisman da, und Oeser erzielte persönliche Bestleistung.

Aberglaube kann teuer werden

Sportler und ihre Glücksbringer, eine Geschichte für sich. Auch in der Leichtathletik. Der 800-Meter-Olympiasieger von Peking Wilfred Bungei etwa hat als Glückszahl die Drei. Er glaubt, dass er nur Höchstleistungen abrufen kann, wenn seine Startnummer eine drei beinhalte oder er auf Bahn drei unterwegs ist. Oder Sanya Richards. Die Staffel-Olympiasiegerin über 400 Meter von 2004 trägt eine Patronenhülse um den Hals. Grund: Ihre Mutter hat früher schon gesagt, sie sei schneller als eine Patrone. Dass die Sache mit den Glücksbringern nach hinten losgehen kann, zeigte sich vor kurzem in Swasiland: Dort hatten Fußballer ihre Amulette im Rasen des Nationalstadions vergraben. Der erst ein Jahr alte Rasen war danach hin, der Schaden betrug umgerechnet 400.000 Euro.

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"Schwein vom Rhein" stand kurz vor Rauswurf

Oeser hat gleich mehrere Glücks-Rituale. Am Abend vor einem Wettkampf trinkt sie ein Radler, dazu isst sie immer die gleichen Vitaminbonbons. Doch die Marke ist seit 2005 nicht mehr auf dem Markt, „ich kriege die kaum noch aus dem Papier. Und diesmal habe ich ohne die Bonbons 1,83 Meter im Hochsprung geschafft.“ Die Bonbon-Ära soll nun vorbei sein, das Schwein bleibt an Bord. Im Jahr 2006 bekam Oeser den Begleiter aus Stoff von ihrer Trainingsgruppe geschenkt. Seitdem reist das „Schwein vom Rhein“, wie sie es getauft hat, mit durch die Leichtathletik-Stadien. Einmal stand es kurz vor der Verbannung. Nach einem missratenen Wettkampf in Götzis 2008 drohte Oeser: „Das Schwein hat seinen Dienst getan. Das bleibt demnächst daheim.“

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Der Glücksbringer hat sie immer im Blick

War aber natürlich nicht so gemeint. Auch in Berlin war es immer dabei. Ganz nah sogar. „Ich habe einer Kampfrichterin gesagt, dass das Schwein so sitzen soll, dass es mich sieht“, erzählte Oeser nach dem Wettkampf. Beim 800-Meter-Lauf saß das „Schwein vom Rhein“ an der Bande.

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