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Ariane Friedrich verpasst Hochsprung-Gold

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Leichtathletik-WM  

Ariane Friedrich verpasst Hochsprung-Gold

20.08.2009, 22:45 Uhr | t-online.de, dpa

Ariane Friedrich muss sich mit Bronze zufrieden geben. (Foto: dpa)Ariane Friedrich muss sich mit Bronze zufrieden geben. (Foto: dpa) Ariane Friedrich hat bei der Leichtathletik-Weltmeisterschaft in Berlin das Duell gegen Erzrivalin Blanka Vlasic verloren. Mit 2,02 Meter holte die 25-Jährige bei der Leichtathletik-WM in Berlin Bronze und gewann damit die sechste Medaille für das deutsche Team. Trotz des verfehlten Ziels war die 25-Jährige zufrieden. "Es war so geil", brüllte sie munter in das Mikrofon des Stadionsprechers.

Die Kroatin Blanka Vlasic gewann den Wettbewerb und verteidigte damit ihren Titel aus dem Jahr 2007. Sie scheiterte aber danach an dem Versuch den 22 Jahre alten Weltrekord von Stefka Kostadinova (2,09 Meter) zu verbessern. Zweite wurde die Russin Anna Tschitscherowa, die ebenfalls 2,02 überquerte. Die Lokalmatadorin Meike Kröger belegte mit 1,87 Meter den elften und vorletzten Platz.

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Die Deutsche als faire Verliererin

Friedrich war auch mit Platz drei glücklich. "Mein Gott, sie war heute die Bessere. Auch Tschitscherowa war stark. Ich bin sehr, sehr froh über Bronze", sagte die Frankfurterin. "Alles hier war super, die Atmosphäre ist unglaublich. Ich bin froh, den Erwartungen standgehalten zu haben." Auch Siegerin Vlasic strahlte. "Ich bin sehr glücklich, dass ich gewonnen habe. 2,04 Meter war wie ein Matchball. Ich hatte das Gefühl, da ist noch so viel Platz über der Latte. Es war ein Wettkampf voller Emotionen. Es ist für mich eine große Erleichterung", sprudelte es aus der Kroatin heraus.

Friedrich hält den deutschen Rekord

An der Spree hatte der Hype um die Höhenjägerin begonnen, als sie am 14. Juni beim ISTAF in Berlin mit 2,06 Metern den 18 Jahre alten deutschen Rekord von Heike Henkel übertrumpfte - und nebenbei Blanka Vlasic besiegte. "Ich bin in der Form meines Lebens und habe keine Angst", sagte sie vor dem WM-Gipfeltreffen mit der Kroatin. In der Qualifikation demonstrierte die Hallen-Europameisterin diese Furchtlosigkeit: Ein Sprung über 1,95 Meter reichte für das Finale.

Alles oder Nichts im letzten Sprung

"Je mehr Höhen man springt, desto mehr Fehler kann man machen", lautet ihre Sprung-Philosophie. Im Kampf um die Medaille ging sie aber kein Risiko ein und startete schon bei 1,92 Meter; Vlasic stieg bei 1,87 Meter ein. Kritisch wurde es bei 2,02 Meter, die Friedrich erst im dritten Versuch meisterte. Als sie dann zweimal 2,04 Meter riss und Vlasic diese Höhe überwand, spielte die 1,79 Meter große und nur 57 Kilogramm leichte Athletin Alles oder Nichts, ließ die Latte auf 2,06 Meter legen - und scheiterte um Haaresbreite.

Keine dicke Freundschaft zwischen Vlasic und Friedrich

"Wir treiben uns gegenseitig zu besseren Leistungen an", sagte Friedrich über ihre Dauerrivalin. Die Rivalität der Überfliegerin lässt nicht viel Luft für eine emotionale Bindung. "Wir geben uns die Hand, manchmal sogar einen Kuss, reden ein bischen", sagte Vlasic über ihr kühles Verhältnis zu der Deutschen, "zu einer tieferen Freundschaft reicht es nicht". Getrübt wurde die Beziehung auch durch die Niederlage beim Golden-League-Finale 2008 in Brüssel, die die Kroatin eine halbe Million Dollar aus dem Jackpot gekostet hat.

Alles für den Sieg getan

Die Kommissar-Anwärterin der hessischen Landespolizei hatte alles dafür getan, um im Olympiastadion erneut ein Glanzlicht für die deutsche Leichtathletik zu setzen. Ins Teamhotel brachte sie eine eigene Matratze mit, um keine Rückenprobleme zu bekommen, schottete sich am Tag vor dem Goldkampf im deutschen Trainingscamp ab und wechselte im Stadion ihre Sportsachen in der Kommandozentrale der Polizei. "Mein Manager Günter Eisinger hat alles abgeblockt, was mich nerven könnte", sagte Ariane Friedrich, der wegen ihrer Schroffheit und Schnoddrigkeit der Ruf als "arrogante Ziege" anhaftet.

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