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Leichtathletik-WM: Caster Semanya wird in Südafrika gefeiert

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Leichtathletik-WM  

Semenya wird gefeiert

25.08.2009, 18:10 Uhr | sid, dpa

So viel Trubel um ihre Person ist Caster Semenya nicht gewohnt. (Foto: Reuters)So viel Trubel um ihre Person ist Caster Semenya nicht gewohnt. (Foto: Reuters) Die Südafrikanerin Caster Semenya hat aufgrund ihrer männlichen Erscheinung schon für Gesprächsstoff bei der Leichtathletik-WM gesorgt. Bei der Ankunft in ihrer Heimat wurde die 18-Jährige jetzt triumphal gefeiert.

Mit Jubelgesängen und ohrenbetäubendem Vuvuzela-Getröte war die Mannschaft auf dem Flughafen in Johannesburg empfangen worden. Unter den Tausenden befanden sich auch zahlreiche Regierungsmitglieder.

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Geschlechtstest gefordert

Semenya soll sich wegen ihrer tiefen Stimme, ihres muskulösen Körpers und der Leistungssteigerung auf Verlangen des Leichtathletik-Weltverbandes IAAF einem Geschlechts-Test unterziehen, was am Kap für Empörung sorgt.

"Nieder mit der IAAF"

Frauenministerin Noluthando Mayende-Sibiya versicherte der Läuferin die Solidarität des ganzen Landes. "Caster, wir stehen hinter Dir!", betonte sie bei der Begrüßung, die sie mit den Worten begann: "Nieder mit dem IAAF!" Ihr Ministerium habe den Leichtathletik-Weltverband in einem Schreiben um Aufklärung für seine umstrittene Maßnahme gebeten.

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Eskorte aus weiblichen Polizisten

Staatspräsident Jacob Zuma tat wenig später Spekulationen über ihr Geschlecht bei einem Empfang als falsch und bösartig ab. "Frau Semenya hat die Welt auch an die Bedeutung des Rechts auf Menschenwürde und Privatsphäre erinnert, die alle Menschen genießen sollten", sagte Zuma, der ausdrücklich das Missfallen der Regierung über Semenyas Behandlung betonte. Sein Kabinett werde aufmerksam verfolgen, wie die Kontroverse ausgehe. Das Team war mit einer Motorrad-Eskorte zu Zuma gebracht worden, die demonstrativ aus mehreren weiblichen Polizisten bestand.

"Caster macht uns stolz wie Mandela"

Am Flughafen hatten sich vor den Augen erstaunter Touristen turbulente Szenen abgespielt, als die Menschenmasse zur Begrüßung eine Ehrengarde der Polizei zur Seite drängte. Semenya selbst brachte sichtlich bewegt nur wenige Worte hervor. Der Vorsitzende der Nachwuchsorganisation des regierenden Afrikanischen National-Kongresses (ANC), Julius Malema, zog Parallelen zum National-Helden und Friedens-Nobelpreisträger Nelson Mandela und erklärte: "Caster Semenya macht uns heute wie einst Nelson Mandela sehr stolz; und ob er (der IAAF) es mag oder nicht: Sie ist eine Frau!" Er bot der jungen Frau eine Geldspende an, um sich erst einmal zu erholen.

IAAF soll sich entschuldigen

Seine Organisation werde eine Kampagne starten, um den IAAF wegen der Erniedrigung Semenyas zur Entschuldigung zu bewegen. Auch die Ex-Frau des früheren Präsidenten Mandela und Abgeordnete, Winnie Madikizela-Mandela unterstrich, Südafrika werde keinen Geschlechts-Test Semenyas akzeptieren. "Die können sich ihre Beleidigungen sonst wohin stecken - das ist unser Mädel und niemand wird irgendwelche Tests mit ihr durchführen", erklärte sie. Semenya sei durch Berichte "feindlich gesinnter internationaler Medien" traumatisiert, meinte der Chef des nationalen Leichtathletik-Verbandes, Leonard Chuene. Er betonte: "Wir werden es den Europäern nicht erlauben, unser Kind zu beschreiben und zu definieren."

Empörung einigt das Volk

Die Zeitungen am Kap widmeten der "Lady of Sport" erneut ganze Titelseiten. Geplant war nach dem Besuch bei Zuma eine Parade durch die Hauptstadt Pretoria. Die Empörung über den als unsensibel, aber auch rassistisch und sexistisch kritisierten Test hatte die Bevölkerung des Nach-Apartheid-Staates über alle Rassen- und Klassengrenzen hinweg vereint. Den Solidaritätsbekundungen und Protesten hatten sich Politiker, Kirchenvertreter, Gewerkschafter, Künstler und Sportler angeschlossen. Das Parlament am Kap hat eine Beschwerde bei der UN-Menschenrechtskommission angekündigt.

Zu hoher Testosteron-Wert

Unterdessen berichtet der englische "Telegraph" unter Berufung auf eine nicht genannte Quelle, das Niveau des männlichen Sexualhormons Testosteron sei in Semenyas Körper dreimal so hoch wie normalerweise bei Frauen. Das hätten Tests im Vorfeld der WM gezeigt.

Wusste der Verband davon?

Schon vor einigen Tagen hatte die Schweizer Zeitung "Blick" geschrieben, Semenya sei nachweislich ein Zwitter mit der Chromosomen-Kombination XY - ein sogenannter Hermaphrodit. Als Informant war ein Trainer genannt worden, der lange in Südafrika tätig war. Der Coach sagte: "Südafrika hat die Tests bereits im März gemacht. Das Ergebnis ist klar. Semenya hätte bei der WM in Berlin nicht bei den Frauen starten dürfen. Doch ihre Funktionäre haben voll auf die Karte Risiko gesetzt." Südafrikas Verbandspräsident Leonard Chuene spielte auf einer Pressekonferenz den Unwissenden. "Unser Verband hat nicht gewusst, dass Caster Semenya in Frage gestellt wird." In Südafrika habe es vor der WM nie Hinweise darauf gegeben.

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