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Leichtathletik: DLV-Sprinter beweisen in Mannheim EM-Form

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Leichtathletik  

Für die DLV-Sprinter darf die EM beginnen

04.07.2010, 17:35 Uhr | sid, sid

Leichtathletik: DLV-Sprinter beweisen in Mannheim EM-Form. Der DLV-Sprinter Sebastian Ernst. (Foto: imago)

Der DLV-Sprinter Sebastian Ernst. (Foto: imago) (Quelle: imago)

Drei Wochen vor Beginn der Leichtathletik-EM in Barcelona (27. Juli bis 1. August) zeigen sich die deutschen Sprinter gut gerüstet für den Höhepunkt der Saison: In Mannheim rannten Sebastian Ernst in 20,38 Sekunden über 200 Meter und die 4x100-Meter-Staffel in 38,50 Sekunden Europa-Jahresbestzeit. Nummer fünf über 100 Meter ist Tobias Unger nach seinen 10,14. In Eugene im US-Bundesstaat Oregon verfehlte der US-Amerikaner David Oliver den 100-Meter-Hürden-Weltrekord in 12,90 Sekunden nur knapp.

"Ich hatte keinen guten Start. Hier liegen meine Reserven", meinte der Olympiadritte nach dem egalisierten USA-Rekord und seiner dritten Zeit des Jahres unter 13 Sekunden. Beim sechsten Diamond-League-Meeting fehlten dem 28-Jährigen nur 0,03 Sekunden an der zwei Jahre alten Marke von Kubas Olympiasieger Dayron Robles (12,87). Schneller als Oliver war 2006 nur Robles Weltrekord-Vorgänger Liu Xiang aus China (12,89).

Die Jahres-Weltbestmarken purzeln in Übersee reihenweise

Vor 12.834 Zuschauern in Eugene gab es fünf weitere Jahres-Weltbestmarken. 200-Meter-Olympiasiegerin Veronica Campbell-Brown aus Jamaika schlug im schnellsten Rennen ihrer Karriere in 10,78 100-Meter-Olympiasiegerin und Landsfrau Shelly-Ann Fraser (10,82) und die Ende 2009 in 10,64 auf Platz zwei der "ewigen" Rangliste gestürmte Carmelita Jeter aus den USA (10,83). Über 800 Meter lief die Russin Maria Sawinkowa 1:57,56 Minuten und im Kugelstoßen glänzte der US-amerikanische Weltmeister Christian Cantwell mit 22,41 Metern. Auf zwei nicht-olympischen Distanzen gab es Saisonbestmarken durch Abubaker Kaki aus dem Sudan in 2:13,62 über 1000 und den Kenianer Asbel Kiprop in 3:49,75 Minuten über die Meile.

Gay trotz Niederlage zufrieden

Der nach längerer Verletzungspause zurückgekehrte Tyson Gay, Dreifach-Weltmeister von 2007, verlor trotz guter 19,76 Sekunden ein 200-Meter-Duell gegen US-Landsmann Walter Dix (19,72). "Ich dachte, ich kann es nach Hause laufen. Aber nicht schlecht für das erste 200-Meter-Rennen des Jahres", meinte Gay. Schneller war 2009 nur Weltrekordler Usain Bolt aus Jamaika (19,56), der am 7. Juli in Lausanne sein Comeback feiern will.

Obergföll erzielt Stadionrekord in Rheinau

"Endlich hat es mit der erhofften Zeit geklappt", meinte Tobias Unger in Mannheim. Auch hinter ihm purzelten Normen: Marius Broening lief 10,26, Christian Blum 10,27 und Stefan Schwab 10,30. Alexander Kosenkow, der zusammen mit Sebastian Ernst, Unger und Broening Staffel lief, hatte schon im Vorlauf 10,26 geschafft. Über 110 Meter Hürden erzielte Alexander John in 13,47 deutsche Jahresbestzeit. In Ingolstadt verbesserte sich Stabhochspringer Malte Mohr mit 5,72 Metern auf Platz sechs der Weltrangliste. Beim Kugelstoß-Meeting in Gotha zeigte Vizeweltmeisterin Nadine Kleinert mit 19,64 Metern deutlichen Formanstieg. Die Olympiadritte Christina Obergföll gewann unterdessen den Speerwurf-Wettbewerb in Rheinau mit einem neuen Stadionrekord von 66,74 Metern.

Holzdeppe überquert die EM-Norm-Höhe

Stabhochspringer Raphael Holzdeppe hat die Norm für die Europameisterschaften erfüllt. Der U20-Weltmeister übersprang in Rottach-Egern 5,80 Meter und liegt damit in der europäischen Bestenliste auf Platz zwei. Der 20-Jährige muss aber noch einmal 5,70 Meter überspringen, um die Vorgaben des DLV zu erfüllen. Hinter Holzdeppe belegte der US-Amerikaner Mark Hollis (5,75 Meter) Platz zwei. Lokalmatador Daniel Schnelting verpasste beim 40. Internationalen Leichtathletik-Meeting in Rhede in 20,70 Sekunden allerdings knapp die EM-Norm um fünf Hundertstelsekunden. Einen Hammerwurf-Wettbewerb gewann Markus Esser mit 73,69 Metern.

Heidler von Lysenko noch abgefangen

Ein deutscher Sieg wurde in letzter Minute verhindert. Hammerwerferin Betty Heidler belegte wie bei der WM 2009 in Berlin Platz zwei, weil Russlands Europameisterin Tatjana Lysenko die 74,87 Meter der Frankfurterin noch mit 75,98 Metern übertraf. Im Weitsprung war Hallen-Europarekordler Sebastian Bayer nach langer Verletzungspause mit seinem Comeback von 7,65 Metern zufrieden, auch wenn er völlig chancenlos war. Olympiasieger Irving Saladino aus Panama siegte mit zu stark windbegünstigten 8,46 Metern gegen den US-Weltmeister Dwight Phillips, der regulär 8,41 Meter schaffte.

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