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Leichtathletik: Caster Semenya darf als Frau starten

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Caster Semenya darf als Frau starten

06.07.2010, 18:31 Uhr | dpa, dpa

Leichtathletik: Caster Semenya darf als Frau starten. Nach knapp einem Jahr Unsicherheit darf Caster Semenya nun wieder an den Start gehen. (Foto: imago)

Nach knapp einem Jahr Unsicherheit darf Caster Semenya nun wieder an den Start gehen. (Foto: imago) (Quelle: imago)

Im spektakulären Fall um die südafrikanische 800-Meter-Weltmeisterin Caster Semenya ist zugunsten der Athletin entschieden worden. Zehn Monate nach ihrem Sieg bei der WM in Berlin hat der Leichtathletik-Weltverband IAAF der 19-Jährigen wieder die uneingeschränkte internationale Wettkampferlaubnis für Frauenrennen erteilt. Die Untersuchungen zu dem von der IAAF nach Semenyas WM-Sieg 2009 angeordneten Geschlechtstest sind abgeschlossen.

Die IAAF-Führung folge mit der Starterlaubnis nun einer Empfehlung der Medizinischen Kommission des Weltverbandes. Wie die IAAF in ihrer Presseerklärung mitteilte, seien die medizinischen Details vertraulich und würden nicht weiter kommentiert werden.

Zweifel an Semenyas Geschlecht

Mittelstreckenläuferin Semenya durfte seit ihrem WM-Sieg im August 2009 in Berlin nicht mehr starten, weil ihr Geschlecht nicht eindeutig geklärt war. Aufgrund ihrer männlichen Erscheinung waren Zweifel aufgekommen, ob sie eine Frau ist. Die IAAF hatte daraufhin während der WM Geschlechtstests angeordnet. Bereits im September 2009 berichteten mehrere Medien, dabei sei herausgekommen, dass Semenya ein Zwitter (Hermaphrodit) sein könnte. Danach könnte sie sowohl Geschlechtsmerkmale einer Frau als auch eines Mannes haben.

Eine unrühmliche Rolle in dem Fall spielte die Führung des südafrikanischen Leichtathletik-Verbandes ASA. Der abgesetzte ASA-Präsident Leonard Chuene, der auch aus dem IAAF-Council zurückgetreten ist, hatte zugegeben, Semenya bereits vor der WM in Berlin ohne ihr Wissen einem Geschlechtstest unterzogen zu haben. Außerdem setzte er sich über eine Empfehlung seines Teamarztes hinweg, der für einen Teilnahme-Verzicht der Mittelstreckenläuferin bei der WM plädiert hatte. Die damals aus dem Nichts kommende Semenya gewann in Berlin in der Weltklassezeit von 1:55,45 Minuten Gold über die Zwei-Runden-Distanz und versetzte die Leichtathletik-Welt in Staunen.

Ende der Leidenszeit

Für das deutsche IAAF-Councilmitglied Helmut Digel ist der "Fall Semenya" nicht nur ein Problem der Leichtathletik: "Das geht den ganzen Sport an." Der Tübinger Sportsoziologe vertrat immer den Standpunkt, dass Semenya den WM-Titel behalten soll, selbst wenn ihre Intersexualität bewiesen werden sollte. "Es gibt dazu keine Regel, deshalb ist es kein Regelverstoß." IOC-Vizepräsident Thomas Bach forderte unterdessen die Schaffung neuer Regularien in Bezug auf die Trans- und Intersexualität von Sportlern. "Dieses Problem ist ein hochsensibles und wird den Sport sicher weiter beschäftigen. Dazu müssen an vorderster Stelle Regularien geschaffen werden, damit die Privatsphäre und Persönlichkeitsrechte von Betroffenen zukünftig besser geschützt werden, als dies bei Caster Semenya der Fall war."

Für Semenya geht damit eine lange Zeit der Ungewissheit zu Ende. Hinter den Kulissen hatten ihre Anwälte mit denen der IAAF über eine diplomatische Regelung des Falls beraten, der immer wieder von schrillen Tönen und Vorwürfen begleitet war. Südafrikas Sportminister Makhenkesi Stofile hatte anfangs sogar mit einem "dritten Weltkrieg" gedroht, falls Semenya nicht wieder bei den Frauen starten dürfe. Ob die Mittelstreckenläuferin mehr Mann, mehr Frau oder ein Zwitter ist, bleibt unterdessen weiter ein Geheimnis.

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