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Usain Bolt disqualifiziert

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Blackout: Usain Bolt nach Fehlstart raus

28.08.2011, 15:25 Uhr | dpa



Usain Bolt hat sich in Südkorea selbst geschlagen. Nachdem der Jamaikaner im 100-Meter-Finale der Leichtathletik-WM zu schnell aus dem Startblock geschossen war, riss er sich das Trikot vom Leib, stand mit nacktem Oberkörper da und schaute wütend gen Himmel. Der kapitale Patzer in Daegu ließ den Traum des 25-jährigen dreimaligen Olympiasiegers vom Titel-Triple früh platzen. "Im ersten Moment tat er mir sehr leid", sagte Europameister Christoph Lemaitre aus Frankreich: "Aber dann musste ich mich ja schon auf mein Rennen konzentrieren." (Zum Nachlesen: Alles zum zweiten Wettkampftag im Live-Ticker)

Vorzeitiger Abgang: Usain Bolt nach seinem Fehlstart.  (Quelle: dapd)Vorzeitiger Abgang: Usain Bolt nach seinem Fehlstart. Der Superstar flüchtete von der Bahn und raunzte eine Gruppe von Reportern an: "Glotzt ihr, ob ich Tränen vergieße? Das wird nicht passieren." Er blaffte jeden an, der ihn nach seinem Fehlstart befragte und ging auf den Warmlaufplatz. Dort sagte er Offiziellen, dass er nichts zu sagen habe: "Ich brauche ein bisschen Zeit." Auf die Frage, wie es um seinen Start über 200 Meter stehe, sagte Bolt: "Das ist am Freitag, richtig? Dann werden wir es am Freitag sehen." Danach ließ er sich mit einem Auto ins Athletendorf chauffieren.

Sein 21-jähriger Landsmann und Trainingspartner Yohan Blake nutzte die Gunst der Stunde und holte in 9,92 Sekunden Gold. Zweiter wurde der US-Amerikaner Walter Dix in 10,08 Sekunden vor Kim Collins (St. Kitts und Nevis/10,09). "Ich habe mein ganzes Leben für diesen Moment gearbeitet und kann gar nicht sagen, wie froh ich bin", freute sich Blake, der als jüngster Sprint-Weltmeister in die WM-Geschichte eingeht. Negativ aufgefallen war er 2009, als er wegen der Einnahme verbotener Stimulanzien für drei Monate gesperrt wurde.


Konkurrent hält Regel für fragwürdig

Usain Bolt wird als prominentestes Opfer der seit Januar 2010 gültigen Fehlstartregel in die Annalen eingehen. Danach erhält jeder Läufer sofort die "Rote Karte", wenn er zu schnell auf den Startschuss reagiert - zuvor wurde erst der zweite Fehlstart mit Ausschluss geahndet. Kim Collins hält die Regel für fragwürdig: "Darüber sollte nachgedacht werden. Die Zuschauer kommen nicht wegen Blake oder mir."

Im Vorlauf hatte Bolt tags zuvor eine so beeindruckende Kostprobe seines Antriebsvermögens gegeben, dass alles andere als ein Solo zum Titel undenkbar schien: Schon auf den ersten 40 Metern war er pfeilschnell seinen Gegnern uneinholbar enteilt und hatte sogar Hoffnungen geweckt, er könne an seinen Weltrekord von 9,58 Sekunden heranreichen. Etwas geruhsamer ließ es der schnellste Mann der Welt im Halbfinale angehen, durch das er in 10,05 Sekunden fast trabte. Bis Freitag hat er nun Zeit sich von dem Schock zu erholen: Dann stehen die 200-Meter-Vorläufe auf dem WM-Programm.

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