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Olympiasieger Baumann: "Arne ist ein Stier"

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Olympiasieger Baumann: "Arne ist ein Stier"

28.06.2012, 11:21 Uhr | dpa

Olympiasieger Baumann: "Arne ist ein Stier". Dieter Baumann betreute über sechs Jahre lang Arne Gabius.

Dieter Baumann betreute über sechs Jahre lang Arne Gabius. (Quelle: dpa)

Helsinki (dpa) - Wenn Arne Gabius in Tübingen am Neckar Dieter Baumann bei seinen Laufeinheiten überholt, dann frotzelt er schon mal: "Hey, komm alter Mann!" Über sechs Jahre lange betreute der Olympiasieger von 1992 5000-Meter-Läufer, ehe er 2011 seine Trainertätigkeit beendete.

Als Autodidakt wurde der 31 Jahre alte Gabius in Helsinki plötzlich Vize-Europameister. "Er hat alles richtig gemacht", sagt Baumann (47) im Interview der Nachrichtenagentur dpa.

Wie haben Sie den Erfolg ihres ehemaligen Schützlings Arne Gabius im Fernsehen erlebt?

"Das war ein tolles Rennen, er hat alles richtig gemacht. Seine ganze Saison hatte schon einen optimalen Verlauf, da gibt's nix."

Unter ihnen kämpfte Arne Gabius vergeblich um den internationalen Anschluss. Warum hat er den jetzt gefunden?

"Ich glaube, dass es daran liegt, dass er nur noch läuft. Er musste ja vorher im praktischen Jahr als Medizinstudent oft zehn Stunden am Tag arbeiten. Ich war für ihn als Trainer das personifizierte schlechte Gewissen: "Arne, zwölfmal die Woche trainieren! Arne, 160 Kilometer!". Vielleicht hat ihm das gefehlt: Dass er mal schläft, dass er sich erholt zwischen den Trainingseinheiten. Ihn zeichnet auch eines aus: Er ist nie verletzt, nie krank. Ein Stier!"

Hat ihm auch die Trennung von Ihnen als Trainer genutzt?

"Er hat das genutzt und sich von mir emanzipiert. Er ist jetzt das, was ich mir vorstelle: ein selbstbewusster, selbstständiger Athlet, der mit offenen Augen durch die Welt geht. Er braucht niemand mehr. Aber natürlich braucht er Ratschläge."

Gabius sagt, ihr Verhältnis sei nach der Trennung noch freundschaftlicher geworden. Sehen Sie das auch so?

"Wir haben uns damals sehr konstruktiv unterhalten. Ich habe auch gesagt, dass es gut für ihn sein wird, dass ich es nicht mehr mache. Es wäre nicht gut für ihn gewesen, wenn ich ihn noch länger trainiert hätte. Er musste den nächsten Schritt gehen. Wir haben uns überhaupt nie gestritten. Alles super toll, wirklich!"

Kann der Weg von Gabius auch Vorbildfunktion für andere Läufer hierzulande haben?

"Jeder Athlet ist individuell, jeder muss schauen, dass er seinen Weg geht. Ich glaube, dass es nicht nur einen Weg gibt. Jeder, der etwas von einem systematischen Mannschaftskonzept erzählt, der versteht gar nichts. Ich glaube auch an das Prinzip des Zufalls: An Menschen, die man trifft, die einem weiterhelfen zum Beispiel. Es hat Arne jedenfalls stark gemacht, dass er jetzt alleine läuft."

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