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Kugelstoßerin Kleinert: Rücktritt oder weitermachen

30.08.2012, 12:29 Uhr | dpa

Kugelstoßerin Kleinert: Rücktritt oder weitermachen. Kugelstoßerin Nadine Kleinert beim Wettkampf in Zürich.

Kugelstoßerin Nadine Kleinert beim Wettkampf in Zürich. (Quelle: dpa)

Zürich (dpa) - Nach dem Wettkampf im Bahnhof von Zürich trank Nadine Kleinert erst einmal ein Bier mit ihren Kolleginnen. Auch das ist ein Teil des Versuchs, die beste deutsche Kugelstoßerin zum Rücktritt vom Rücktritt zu bewegen.

"Wenn sogar die Konkurrenz sagt, ich soll weitermachen, dann kommt man schon ins Grübeln", sagte die 36-Jährige. Sie werde zurzeit "von allen angesprochen und bestochen. Nur Geld hat mir noch keiner geboten. Die Bestechung ist eher flüssig."

Den vielleicht letzten großen Kampf ihrer erfolgreichen Karriere trägt Kleinert gerade mit sich selbst aus. Soll sie wie angekündigt aufhören nach diesem Sommer oder doch noch ein Jahr dranhängen?

Die Magdeburgerin ist auch deshalb so hin- und hergerissen in dieser Frage, weil ihre vermeintlich letzte Saison ein einziges Auf und Ab war. Nach acht Silber- und Bronzemedaillen bei großen Meisterschaften gewann sie Ende Juni bei der EM in Helsinki endlich ihren ersten internationalen Titel. Nur sechs Wochen später verpasste sie dann bei den Olympischen Spielen das Finale.

Kleinert kamen in London noch am Kugelstoßring die Tränen. Sie setzte sich eine Sonnenbrille auf, zog die Kapuze ihres Trainingsanzugs tief ins Gesicht und floh aus dem Stadion. Erst am Mittwochabend, nach ihrem achten Platz beim Diamond-League-Meeting in Zürich erzählte sie, was an jenem Tag mit ihr los war. "Mich hat es zwei Tage vor Olympia mit einer schweren Angina umgehauen. Jeder, der mich kennt, hat gesehen: Das war nicht ich bei Olympia. Nur ich selbst habe mir etwas vorgemacht und gedacht: Mir geht es gut."

Die Tage in London haben etwas angerichtet und aufgewühlt in der 36-Jährigen. Ein Gedanke ist: "So kann ich nicht aufhören." Ein anderer kreist um die des Dopings überführte und nachträglich disqualifizierte Siegerin Nadeschda Ostaptschuk (Weißrussland). "Viele haben mir gesagt: Jetzt, wo Ostaptschuk gesperrt ist, kannst du doch noch einmal oben angreifen", erzählt Kleinert. Bereits im kommenden Jahr stehen wieder Weltmeisterschaften in Moskau an.

Selbst nach dem Meeting in Zürich, wo sie immer noch geschwächt von ihrer Angina nur 17,82 Meter stieß, sagte sie: "Ich weiß, dass ich immer noch vorne mitstoßen kann. Mit 18,66 Metern ist man hier Dritte geworden - das schaffe ich normalerweise im Schlaf."

Für die Entscheidung, ob sie ihre Karriere fortsetzt oder nicht, will sich Kleinert nun Zeit lassen. Am kommenden Dienstag steht noch ein Meeting im italienischen Rovereto in ihrem Wettkampfplan. "Ob ich danach noch einmal wiederkomme, wird man sehen", sagte sie.

Vereinbart ist, dass sie nach dem Ende ihrer aktiven Zeit als Trainerin beim SC Magdeburg weitermacht. Mit ihrem Verein hat sie für diesen Freitag auch schon ein Gespräch vereinbart. Wann genau sie die Kugel aus der Hand legt, wird ihr in den nächsten Wochen aber eher ihr Bauchgefühl sagen. 2007 kündigte Kleinert schon einmal an, nach den Olympischen Spielen in Peking zum Boxen wechseln zu wollen. Am Ende verwarf sie diesen Plan, machte mit dem Kugelstoßen weiter und holte bei der Heim-WM 2009 in Berlin die Silbermedaille.

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