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Berliner Harting und Heidler beim ISTAF gefeiert

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Berliner Harting und Heidler beim ISTAF gefeiert

03.09.2012, 13:01 Uhr | dpa

Berliner Harting und Heidler beim ISTAF gefeiert. Diskuswerfer Robert Harting gibt im Olympiastadion geduldig Autogramme.

Diskuswerfer Robert Harting gibt im Olympiastadion geduldig Autogramme. (Quelle: dpa)

Berlin (dpa) - Nur noch ein Dreh, der allerletzte Wurf, eine Ehrenrunde nach dem Heimsieg - und dann ab in den Urlaub! Mit Liebeserklärungen an die Berliner Fans haben sich Diskus-Ass Robert Harting und Hammer-Frau Betty Heidler nach einer harten Olympia- Saison in die Ferien verabschiedet.

"Ich habe jetzt noch ein paar Medientermine und werde es dann langsam ausklingen lassen: Zweieinhalb Monate sportfrei! Das ist die längste Freizeit-Periode, die ich je hatte", sagte Harting nach seinem 33. Sieg in Serie.

Auch Betty Heidler, die im Ost-Berliner Stadtbezirk Marzahn groß und stark geworden ist, legte beim 71. Leichtathletik-Sportfest ISTAF eine Superserie hin: 75,18 Meter waren die Siegesweite - mit jedem ihrer sechs Versuche hätte die Olympia-Dritte, die für die LG Frankfurt/Main startet, den Wettbewerb gewonnen. "Berlin ist auch mein Wohnzimmer, wie bei Robert Harting", bekannte die 28 Jahre alte Hammerwurf-Weltrekordlerin.

"Mit der ganzen Familie und vielen Freunden den Saisonabschluss zu feiern, ist gigantisch. Mein Herz ist hier, meine Heimat ist hier", schwärmte sie. Nach einer aufregenden Saison und dem Olympia-Krimi von London als Höhepunkt war die rotblonde Betty rundum zufrieden: "Es war der beste Saisonabschluss, den ich je hatte." Nun hat sie endlich Urlaub - erst zu Hause und dann im "Club der Besten".

Locker nahm Harting auf der Ehrenrunde wieder ein paar Hürden - wie bei seinem olympischen "Triumphmarsch" in London. Ein Sieg am Sonntagnachmittag in seinem "Wohnzimmer" vor offiziell 55 565 Zuschauern - Harting hat sein Wort gehalten. Als er mit der Vereinsfahne des SCC Berlin, für den der gebürtige Lausitzer seit dem 17. Oktober 2003 startet, auf die Ehrenrunde ging, sprangen die meisten Zuschauer von ihren Sitzen auf und applaudierten. "Solche Standing Ovations sind natürlich ein wunderschönes Gefühl", sagte der Olympiasieger, Welt- und Europameister.

Strahlende Sieger wie Local Hero Harting live im Fernsehen - das könnte der olympischen Kernsportart wieder Auftrieb geben und noch mehr Fans in die Stadien locken. "Nächstes Jahr kommen noch ein paar Leute mehr zur Leichtathletik", meinte Harting. "Unsere Gesellschaft ist restlos überarbeitet. Wenn sich da jemand am Sonntag auf die Couch gelegt hätte, dann kann man das natürlich auch verstehen."

Den Saisonausklang will der Diskus-Riese nun noch mit der Familie feiern, dann könnte sich auch Harting endlich mal auf die Couch legen. Weil er sich einer Röntgenstrahlen-Therapie für sein lädiertes Knie unterziehen muss, hat der Olympiasieger "sieben Wochen lang absolutes Sportverbot". Er könnte sich mehr auf sein Studium (Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation) konzentrieren oder endlich mal wieder seinem Hobby (abstrakte Malerei) nachgehen.

Seine fulminante Siegesserie kann Harting erst im nächsten Frühjahr ausbauen. Dass er bei der Weltmeisterschaft 2013 sein drittes WM-Gold nach 2009 und 2011 holen will, hat der Mann mit dem goldenen Arm schon angekündigt. Dann gibt es neben den Liebesgrüßen aus Moskau vielleicht noch einen ganz besonderen Leichtathletik- "Weltrekord" zu feiern: Die längste Siegesserie im Diskusring. Sein Dauerrivale Virgilijus Alekna aus Litauen hatte zwischen August 2005 und Juli 2007 sogar 37 Mal hintereinander gewonnen.

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