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Bergmarathon-WM - Mehr als ein "ambitioniertes Hobby"

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Bergmarathon-WM - Mehr als ein "ambitioniertes Hobby"

06.09.2012, 13:05 Uhr | dpa

Bergmarathon-WM - Mehr als ein "ambitioniertes Hobby". Langstrecken-Bergläufer Christian Seiler beim Training.

Langstrecken-Bergläufer Christian Seiler beim Training. (Quelle: dpa)

München (dpa) - Für den Bergmarathon seines Lebens hat sich Christian Seiler einiges abtrotzen müssen. Jede Menge Kraft und Zeit waren nötig, um die harten Qualifikationskriterien für die anstehende WM in den Schweizer Alpen zu erfüllen.

Jetzt darf sich der Erfurter Langstreckenbergläufer auf eine Tortur freuen, die vielen schon beim Blick aufs Streckenprofil die Luft abschneidet.

Der WM-Lauf am Sonntag ist nicht nur die 42,195 Marathon-Kilometer lang, sondern er erstreckt sich zwischen Interlaken und der Kleinen Scheidegg über mehrere Alpenhügel. 1829 Höhenmeter werden Seiler und seine gut 8000 Mitstreiter zu bewältigen haben, dazu kommt ein Gefälle von 305 Metern - ein großer Sponsor der WM verspricht, dass "Glücksgefühle garantiert" seien. Seiler hofft, dass vielleicht sogar ein bisschen mehr für ihn drin ist.

Der aussichtsreichste deutsche Starter kommt aus dem bergigen Thüringer Vogtland - und wer dorther stammt, der hat das Berglaufen einfach drin. Seine Begabung nennt er "ein ambitioniertes Hobby", für das es fast nichts gibt außer dem Respekt der Kollegen - und deren Glückwünschen, falls man es ganz nach oben schafft. Seiler überraschte vor wenigen Wochen mit dem Sieg beim "Glacier 3000 Run". Nahe Gstaad rannte der 29-Jährige 26 Kilometer lang bergauf, überwand 1900 Höhenmeter und kam als Erster im Schweizer Skigebiet an.

"Das war ein großer Erfolg", meint er und scherzt: "Die Schweizer sind verrückt. Wie kann man denn nur so einen Berg hinauflaufen?" Er schaffte es. Und für Seiler war der Sieg im Hochgebirge zugleich die Eintrittskarte ins Nationalteam, Wilfried Raatz vom Deutschen Leichtathletik-Verband bescheinigte ihm eine "bärenstarke Leistung".

Besser als erhofft war Seiler die steilen Passagen hinaufgekommen. "Ich hatte keinen Einbruch", bilanziert er. Bei der WM in Interlaken, die dieses Jahr in den traditionellen Schweizer Jungfrau-Marathon integriert ist, sieht er sich aber nicht als Mitfavorit. "Da starten viele Namen, die man kennt." Beispielsweise der Neuseeländer Jonathan Wyatt, sechsmal Berg-Weltmeister über die Kurzdistanz, einmal über die Marathonstrecke, und zwar 2007 in Interlaken. "Dazu kommen immer mehr Afrikaner, die den Berglauf für sich entdeckt haben", sagt Seiler. Ganze Trainingsgruppen haben sich gebildet, "um hier zu trainieren und dann bei den unterschiedlichsten Läufen abzusahnen".

Lukrativ ist das vor allem bei diversen Volksläufen, wo die Besten locker mal vierstellige Euro-Beträge einheimsen können. Auch bei der WM gibt es Preisgelder: 10 000 Schweizer Franken - rund 8300 Euro - für den Sieger, immerhin noch 5000 Franken für den Zweiten.

Seiler ist es gewohnt, gar nichts zu kriegen für seine Erfolge, mal von den Lobeshymnen in der Lokalpresse abgesehen. Siebenmal schon hat er über verschiedene Distanzen quasi vor seiner Haustür den beliebten und bekannten Rennsteiglauf gewonnen, einen hügeligen Volkslauf im Thüringer Wald. Marathon, Halbmarathon, Supermarathon über gut 72 Kilometer - Seiler gewann alles. "Ich habe schnell gemerkt, dass ich den anderen am Berg überlegen bin", sagt er.

Und hätte wohl schon früher das Talent für größere Erfolge gehabt. Aber der Entwicklungsingenieur setzte nicht alles auf den Sport. "Die meisten Läufe sind in Alpennähe, das ist immer ein relativ großer Aufwand. Drei Tage sind normal futsch." Der Beruf ging auch deshalb vor, weil die Berufung finanziell nichts einbringt. "Gar nicht so schlecht ist das", meint der viermalige deutsche Kurzstreckenmeister Timo Zeiler dazu. "Dann bleibt Sport noch Sport. Und wir haben nicht solche Probleme mit Dopingfällen, eben weil es nicht lukrativ ist."

Jetzt macht Seiler mal eine Ausnahme, reist am Freitag an, unterstützt am Samstag die deutschen Frauen an der Strecke und geht am Sonntag selbst an den Start. Vom DLV gab's ein Päckchen mit Nationalteambekleidung, Hemd, Hose, Jogginganzug, Regencape, alles in den Nationalfarben. "Sieht aus wie bei der Leichtathletik-EM dieses Jahr", sagt Seiler. Die lief vor einem Millionenpublikum im TV.

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