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Als Lauflegende Zatopek seine Gold-Dana umarmte

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Als Lauflegende Zatopek seine Gold-Dana umarmte

18.09.2012, 22:25 Uhr | dpa

Als Lauflegende Zatopek seine Gold-Dana umarmte. Emil Zatopek (r) gab 1952 kurz nach dem Überqueren der Ziellinie seiner Frau Dana einen Kuss.

Emil Zatopek (r) gab 1952 kurz nach dem Überqueren der Ziellinie seiner Frau Dana einen Kuss. (Quelle: dpa)

Prag (dpa) - Die tschechische Speerwerferin Dana Zatopkova wird 90 Jahre alt. Ihr verstorbener Ehemann Emil Zatopek, 1952 in Helsinki Dreifach- Olympiasieger, hatte am gleichen Tag Geburtstag. Beide vereinte die Leidenschaft für Olympia.

Dieser Kuss ging um die Welt: Die tschechoslowakische Speerwerferin Dana Zatopkova umarmte ihren Emil nach seinem Überraschungssieg im Marathon voller Leidenschaft. "Es war ein schöner Kuss", sagt Dana, die sich noch heute an einen der Höhepunkte der Olympischen Spiele in Helsinki vor 60 Jahren erinnert. "Und Emil hatte ihn sich verdient."

Emil Zatopek, bekannt als tschechische "Lokomotive", gewann im Sommer 1952 Goldmedaillen über 5000 und 10 000 Meter sowie im Marathonlauf. Während ihr Mann schnaufend Olympia-Rekorde aufstellte, holte Zatopkova Gold im Speerwurf. Kurz nach dem 5000-Meter-Lauf schleuderte sie den Speer 50,47 Meter weit.

Dana Zatopkova feiert am 19. September ihren 90. Geburtstag. Ihr Ehemann starb vor beinahe zwölf Jahren an den Folgen eines Schlaganfalls. Auch er kam am 19. September 1922 zur Welt. Ihr Geburtsort war das schlesische Karvina, seiner das Städtchen Koprivnice.

Die große Dame der tschechischen Leichtathletik ist resolut wie eh und je. Sie lebt weiter in Prag-Troja. Einziger Wermutstropfen: Ihre Katze fügte ihr vor einigen Monaten ein tiefe Bisswunde am Bein zu. Danach konnte sie längere Zeit nicht richtig laufen.

Für Olympia fing Dana bei den London-Spielen von 1948 Feuer. Dort erreichte sie auf Anhieb Platz sieben, obwohl sie gerade erst vom Handball auf Speerwurf umgestiegen war. "Ich war noch eine Anfängerin", sagt sie heute. Doch dieser Anfangserfolg in London habe sie zu härterem Training angespornt. "Die Spiele und das olympische Zeremoniell haben mich sehr bezaubert."

Danas Ehemann wurde für seine geradezu brutalen Trainingsmethoden bekannt. Er lief in schweren Soldatenschuhen, um in Wettkampfschuhen ein Gefühl der Leichtigkeit zu empfinden. "Seine Trainingseinheiten waren für heutige Verhältnisse furchtbar intensiv", meint der Leichtathletik-Experte der Prager Tageszeitung "Pravo", Michal Osoba. Als erster Athlet lief Zatopek die 10 000 Meter unter 29 Minuten.

Sein Laufstil war speziell: Er neigte den Kopf ständig zur Seite und streckte auch mal die Zunge heraus. "Es sah aus, als ob er nicht mehr weiterkönnte, dabei setzte er vielleicht gerade zu einem vernichtenden Endspurt an", erläutert Osoba. Für seine Gegner war schwer zu durchschauen, ob der Mann aus Mähren schon am Ende seiner Kräfte war - oder noch große Reserven hatte.

"Wenn er sein Tempo erreicht hatte, dann lief er konstant wie eine Maschine und überholte so letztlich seine Gegner", sagt Sportjournalist Osoba. Vor Helsinki sei Zatopek noch nie einen Marathon gelaufen. "Er wusste gar nicht, wie er seine Kräfte einteilen sollte." Also habe er sich am britischen Weltrekordler Jim Peters orientiert. Zatopek holte Gold, Peters musste aufgeben.

Emil und seine Frau waren in der damaligen Tschechoslowakei nicht nur sportliche, sondern auch moralische Vorbilder. Als Sportsoldat hatte sich Emil für die Reformkommunisten um Alexander Dubcek eingesetzt. Doch nach dem gewaltsamen Einmarsch sowjetischer Truppen in Prag platzte der Traum vom "Sozialismus mit menschlichem Gesicht".

Zatopek fiel bei der Führung in Ungnade. Er musste zeitweise als Müllmann arbeiten. Für das Regime wurde dies schnell zur Peinlichkeit. Menschen rannten dem Läufer hinterher, um für ihn die Tonnen zu tragen. Später teilte man Zatopek einen Bürojob zu. Morgens joggte das Goldmedaillen-Ehepaar gemeinsam zur Arbeit.

Dana stand immer ein wenig im Schatten ihres berühmten Mannes. Für ihren Speer, mit dem sie in Helsinki Gold errang, fand Emil schnell eine Verwendung. "Emil hatte einen besonderen Sinn für Humor und machte aus dem Speer einen Kehrbesen", berichtet Michal Osoba. Zatopek sei praktisch veranlagt gewesen, zudem habe er nie viel Wert auf Auszeichnungen gelegt. "Dana fand sich damit ab."

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