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Fitschen: Marathon in Berlin ist "ein kleiner Traum"

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Fitschen: Marathon in Berlin ist "ein kleiner Traum"

27.09.2012, 11:00 Uhr | dpa

Fitschen: Marathon in Berlin ist "ein kleiner Traum". Jan Fitschen freut sich auf den Marathon in Berlin.

Jan Fitschen freut sich auf den Marathon in Berlin. (Quelle: dpa)

Berlin (dpa) - Mit 16 fährt ein junger, talentierter Leichtathlet vom Osnabrücker TB im Wohnwagen nach Berlin. Als Zuschauer feuert er seinen Trainer an, der sich nach 42 195 Metern ins Ziel quält. 19 Jahre später kommt Jan Fitschen als Marathon-Mann in die Hauptstadt zurück.

"Berlin - das ist schon ein kleiner Traum, der da für mich in Erfüllung geht. Damals kamen mir die 42 Kilometer so irre weit vor, das war außerhalb meiner Vorstellungskraft", sagt der Profiläufer vom TV Wattenscheid in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa.

Diesmal weiß Fitschen genau, was er will, wenn am Sonntag um 9.00 Uhr der Startschuss zum 39. Berlin-Marathon fällt. "Ich will auf jeden Fall eine neue Bestzeit laufen. Mit den 2:15:40 Stunden von Frankfurt bin ich nicht zufrieden", bekennt der 35-Jährige vor seinem vierten Marathon-Start.

Von den 800 Metern ("Meine Bestzeit steht bei 1:51 Minuten") bis zum Marathon hat das Lauf-Wunder aus Bochum schon alle Strecken probiert, seinen größten Erfolg feierte er vor sechs Jahren: In Göteborg düpierte Fitschen die gesamte Konkurrenz und holte sich bei der Leichtathletik-EM 2006 sensationell Gold über 10 000 Meter.

Verletzungen warfen den Dauerläufer danach immer wieder zurück, für die Europameisterschaft 2010 in Barcelona konnte er sich aber noch einmal qualifizieren. Doch nach seinem ersten Start bei einem Halb-Marathon war der neue Kurs klar: Fitschen nahm sich den Klassiker vor, diese "unendlichen" 42,195 Kilometer.

Zweieinhalb Marathonläufe hat er bisher bestritten, bei seinem Debüt Anfang Mai 2011 hatte er Pech: Im Düsseldorfer Hitzerennen quälte er sich in 2:20:15 Stunden ins Ziel. Im Oktober 2011 steigerte er sich in Frankfurt auf 2:15:40 Stunden - 3:40 Minuten fehlten zur Olympia-Norm für London. Beim Düsseldorf-Marathon stieg er im April dieses Jahres wegen muskulärer Probleme nach 24,5 Kilometern aus.

Doch der Rückschlag hat ihn angestachelt. "Ich bin so superehrgeizig. Ich mache alle Sachen zu 100 Prozent oder zu 150 Prozent", versichert Fitschen, "aber dann muss auch etwas herauskommen. Ich sehe meine Frau wirklich selten und habe höchstens zwei, drei Wochenenden im Jahr frei." Rund 200 Kilometer trainiert Fitschen in der Woche, seit rund vier Monaten muss sich alles dem Marathon unterordnen. "Der Lauf hat wirklich den größten Anteil an meinem Leben, in den letzten Jahren stand alles andere wirklich an zweiter Stelle."

"Ja, Profiläufer ist mein dritter Beruf", sagt Fitschen, der Diplomphysiker und Master of Science der Wirtschaftswissenschaften. "Es gibt tausend Sachen, die man noch machen könnte. Aber so ein riesiges positives Feedback spürt man nur beim Marathon - und sonst nirgendwo anders. Es sei denn, man bekommt den Nobelpreis", meint der Schützling von Trainer Tono Kirschbaum.

Finanziell kommt Fitschen gut über die Runden, noch heute profitiert der 35-Jährige von seinem EM-Titel. "Ich bekomme gute Antrittsgelder, ich kriege gute Prämien, Nike hält seit 14 Jahren als Sponsor und Ausrüster zu mir", erklärt er. Und auch das private Timing stimmt. "An meinem ersten Hochzeitstag musste ich noch einen Halbmarathon laufen", sagt Fitschen und lacht. "Unser dritter Hochzeitstag ist am 3. Oktober, drei Tage nach dem Berlin-Marathon. Da kann ich mir mit meiner Frau auch mal ein Gläschen Sekt gönnen."

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