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Größter Leichtathletik-Dopingskandal seit Jahren

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Fünf Medaillengewinner positiv getestet

08.03.2013, 12:38 Uhr | dpa

Größter Leichtathletik-Dopingskandal seit Jahren. Iwan Tichon ist als Dopingsünder überführt worden. (Quelle: dpa)

Iwan Tichon ist als Dopingsünder überführt worden. (Quelle: dpa)

Auch nach Jahren kann man noch als Dopingsünder überführt werden. So, wie jetzt fünf Medaillengewinner der Leichtathletik-WM 2005. Der Weltverband IAAF gab bekannt, dass bei nachträglichen Untersuchungen von Dopingproben der WM 2005 insgesamt drei Gold- und zwei Silbermedaillengewinner von Helsinki positiv getestet wurden. Damit muss die Leichtathletik mit ihrem größten Dopingskandal seit Jahren kämpfen.

Neben den bereits bekannten Namen von Hammerwerferin Olga Kusenkowa und Weitspringerin Tatjana Kotowa (beide Russland) handelt es sich dabei um den dreifachen Hammerwurf-Weltmeister Iwan Tichon, den Zweitplatzierten Wadim Dewjatowski sowie Kugelstoßerin Nadeschda Ostaptschuk (alle Weißrussland). Auch der Weltmeister von 2003 im Kugelstoßen, Andrej Miknewitsch (Weißrussland) wurde überführt.

Digel: "Meilenstein im Anti-Doping-Kampf"

Helmut Digel, langjähriger Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes sowie Council-Mitglied der IAAF, hat die nachträgliche Überführung von mehreren Medaillengewinnern der WM 2005 als "Meilenstein im Anti-Doping-Kampf" bezeichnet. "Das ist ein Riesen-Fortschritt, dass wir jetzt die Möglichkeit haben, auch langfristig Betrüger zu überführen und zu sanktionieren. Das hat abschreckende Wirkung", sagte der Sportwissenschaftler.

IAAF-Präsident Lamine Diack schlug in die gleiche Kerbe. "Unsere Botschaft an die Betrüger ist unmissverständlich klar: Es gibt keinen Platz mehr, sich zu verstecken. Die Nach-Tests sind der letzte Beweis für die Entschlossenheit der IAAF, Betrüger in unserem Sport zu überführen."

Deutscher könnte nachträglich Silber bekommen

Welche Strafen gegen die Athleten ausgesprochen werden, ist noch unklar, da die meisten von ihnen nicht mehr aktiv sind. Laut Digel wird der Weltverband aber alle Leistungen bei der WM in Helsinki annullieren und damit Tichon, Ostaptschuk und Kusenkowa die Gold- sowie Dewjatowski und Kotowa die Silbermedaillen aberkennen. Dann würde der viertplatzierte deutsche Hammerwerfer Markus Esser nachträglich die Silbermedaille erhalten.

Über mögliche Sperren können zunächst nur die nationalen Anti-Doping-Agenturen entscheiden. Kugelstoßerin Ostaptschuk ist zurzeit sogar gesperrt, da sie bei den Olympischen Spielen in London positiv auf das anabole Steroid Metenolon getestet wurde und ihre Goldmedaille wieder abgeben musste.

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