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TV Wattenscheid droht Geldnot und Abwanderung

08.04.2013, 15:16 Uhr | dpa

TV Wattenscheid droht Geldnot und Abwanderung. Clemens Prokop ist Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes.

Clemens Prokop ist Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes. (Quelle: dpa)

Frankfurt/Main (dpa) - Die Leichtathletik-Hochburg TV Wattenscheid fürchtet um ihre Zukunft. "Die Situation ist sehr, sehr angespannt", sagte Clubmanager Michael Huke.

Der Aufsichtsrat der Bochumer Stadtwerke entscheidet nach einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" am 17. April, inwieweit die Zuwendungen gekürzt werden. Der Sponsor bestreitet laut Huke 60 Prozent des Jahresetats von einer Million Euro. Bereits 50 000 Euro weniger wären für die Wattenscheider "problematisch", so Hunke, "eine sechsstellige Summe fatal".

Wurftrainer Miroslav Jasinski befürchtet, dass 30 von 40 Kaderathleten den Club verlassen könnten. Dann wären auch die 20 hauptamtlichen Trainerstellen gefährdet. Huke spricht von einer möglichen Kettenreaktion, da die Trainerstellen mischfinanziert sind. Zudem ist Wattenscheid Olympiastützpunkt.

"Das wäre ein schwerer Schlag. Wattenscheid hat vor allem im Laufbereich eine große Tradition und durch seine Sportler eine ganz eigenständige öffentliche Wahrnehmung", sagte Clemens Prokop, Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV), der Nachrichtenagentur dpa zu der brisanten Situation. "Fakt ist: Wenn Mittel gekürzt werden, bedeutet dies für den Verein existenzielle Probleme."

Prokop sagte, es gebe derzeit zu wenige Vereine mit hohem wirtschaftlichen Potenzial. In den vergangenen Jahren hatten schon Traditionsclubs wie Quelle Fürth und Salamander Kornwestheim gewaltig abspecken müssen, als finanzkräftigster Club gilt immer noch die LG Bayer Leverkusen. "Einige klassische Förderer der Leichtathletik sind in wirtschaftliche Turbulenzen geraten", erklärte Prokop. Zudem gebe es in Deutschland bei Sponsoren einen starken Trend hin zum Fußball.

Huke sieht das ähnlich. Die Leichtathletik, so der frühere 100-Meter-Sprinter und Olympia-Teilnehmer von 1996, habe es in der Tat nicht geschafft, so populär zu sein, dass das Fernsehen großes Interesse habe. Es sei sehr schwer, heutzutage jemand wie den 2009 gestorbenen Textilunternehmer und einstigen Wattenscheider Sponsor Klaus Steilmann zu finden.

Acht Leichtathleten aus Wattenscheid hatten an den Olympischen Spielen in London teilgenommen. Die derzeit Prominentesten des TV sind Langstreckenläufer Jan Fitschen, Stabhochspringer Malte Mohr sowie die Top-Sprinter Alexander Kosenkow und Julian Reus.

Wattenscheid muss möglicherweise für die politischen Diskussionen nach dem 25 000-Euro-Auftritt von SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück bei den Stadtwerken Bochum büßen. Das Sponsoring-Budget der Stadtwerke von bisher 4,5 Millionen Euro soll nach Medienberichten auf möglicherweise 2,4 Millionen zusammengestrichen werden. Wattenscheid hat seit der Modernisierung des Lohrheidestadions 2002 auch dreimal die deutschen Leichtathletik-Meisterschaften ausgerichtet.

"Das wäre der GAU für die Leichtathletik", sagte der westfälische Vize-Verbandspräsident Hans Schulz in der "FAZ" zum drohenden Kahlschlag bei einem der Vorzeigevereine des DLV. Für ihn hätte dies weitreichende Folgen auch auf nationaler Ebene: "Ohne Wattenscheid wäre die Perspektive für Rio 2016 eingeschränkt."

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