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Reus: "Ein positives Zeichen für deutsche Sprinter"

15.07.2013, 13:38 Uhr | dpa

Reus: "Ein positives Zeichen für deutsche Sprinter". Julian Reus zieht aus den aktuellen Dopingfällen auch Gutes für den Sport.

Julian Reus zieht aus den aktuellen Dopingfällen auch Gutes für den Sport. (Quelle: dpa)

Düsseldorf (dpa) - Die Dopingfälle um Tyson Gay und Asafa Powell haben den Sprinter Julian Reus schockiert. Für den deutschen 100- und 200-Meter-Meister aus Wattenscheid hat die Aufdeckung wenige Wochen vor der Leichtathletik-WM in Moskau aber vor allem viel Gutes.

"Für uns deutsche Sprinter ist es ein positives Zeichen, weil es unsere Leistung aufwertet", sagte Reus in einem dpa-Interview.

dpa: Was sagen Sie zu den Dopingfällen der Supersprinter Tyson Gay und Asafa Powell wenige Wochen vor den Weltmeisterschaften in Moskau?

Reus: Ich bin schockiert, was die Masse der Fälle, die Namen und den Zeitpunkt angeht. Dass man sich Gedanken macht, weil schon Leute wie Ben Johnson, Tim Montgomery oder Justin Gatlin wegen Dopings rausgeflogen sind, die langsamer gelaufen waren als die heutige Generation und die nun auch erwischt wurden, macht einen hellhörig. Für uns deutsche Sprinter ist das aber ein positives Zeichen, weil es unsere Leistung aufwertet.

Steht jede Zeit eines Sprinters unter 10,00 Sekunden über 100 Meter unter Dopingverdacht?

Reus: Nein, das würde ich nicht sagen. Das ist zu forsch. So lange jemand nicht positiv getestet wurde, ist der Athlet unschuldig. Krass ist aber, wie sich der Sprint in den letzten 20, 30 Jahren und die Weltrekorde entwickelt haben - krasser als in anderen Sportarten. Von einst 9,95 Sekunden zu heute 9,58 Sekunden - da liegen Welten dazwischen.

Muss deshalb nicht auch auf Weltrekordler Usain Bolt ein Verdacht liegen?

Reus: Als normaldenkender Athlet sage ich, wenn man eins und eins zusammenzählt und sieht, dass viele Läufer, die langsamer als er waren, erwischt wurden, warum soll der schnellste Mann dann sauber sein? Momentan ist er aber Weltrekordler, Olympiasieger und Weltmeister und nie positiv getestet worden. Doch einiges macht einen schon ein bisschen stutzig.

Befällt Sie manchmal eine gewisse Ohnmacht, wenn Sie gegen die Supersprinter aus der Karibik oder den USA antreten?

Reus: Es ist so, dass es eine Zwei-Klassen-Gesellschaft ist. Denn mit den Sprintern, die 9,80- oder 9,90-Zeiten laufen, kommt man eigentlich nicht in Berührung. Denn man wird zu den Meetings nicht eingeladen, weil man zu schlecht ist.

Sind Sie schon mal in Versuchung gekommen, Dopingmittel zu nehmen?

Reus: Es gab für mich in keiner Weise die Möglichkeit, und ich habe mir auch nie Gedanken darüber gemacht. Ich bin im letzten Jahr 10,09 Sekunden gelaufen. Das hätte ich nie für mich für möglich gehalten. Da ist mir schon die moralische Frage gekommen, du rennst 10,09 Sekunden und bist noch so weit weg von der Weltspitze. Du bist der 47. in der Welt. Das ist schon krass, dennoch würde ich es nie machen. Doping spielt für mich keine Rolle.

Usain Bolt und Co. verdienen Millionen. Ist da der Reiz, verbotene Mittel zu nehmen, nicht groß?

Reus: In Deutschland haben wir das Glück, wenn man im Sprint erfolgreich ist, davon gut leben zu können. Auch wenn es manchmal hart ist, der Weltspitze weit hinterherzulaufen.

Die WM steht vor der Tür. Helfen diese Dopingenthüllungen den sauberen Athleten in Moskau?

Reus: Ich bin gespannt, was in Moskau passieren wird. Wenn Usain Bolt dort Weltrekord laufen würde, würde mich das schon sehr stutzig machen. Man muss sehen, was die anderen Sprinter so anzubieten haben. Ich bleibe bei meinem Ziel, im Bereich der Saisonbestleistung laufen zu wollen. Wenn ich meine Topleistung abrufen kann, liegt das Halbfinale im Bereich des Möglichen.

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