Leichtathletik
Deutsche Zehnkämpfer mischen mit - Schrader Dritter11.08.2013, 07:15 Uhr | dpa
Zehnkämpfer Michael Schrader ist auf Medaillenkurs. (Quelle: dpa)
Moskau (dpa) - Für die deutschen Zehnkämpfer bleibt eine Medaille bei der Leichtathletik-WM in Moskau in Reichweite. Am ersten Wettkampftag trumpfte vor allem der Leverkusener Michael Schrader überraschend groß auf.
Nach den ersten fünf Disziplinen lag er mit 4427 Punkten an dritter Stelle. Europameister Pascal Behrenbruch kämpfte sich mit 4258 Punkten auf Rang sieben. Direkt davor landete der Olympia-Sechste Rico Freimuth mit 4296 Zählern. Als letzter Deutscher hatte vor 16 Jahren Frank Busemann WM-Bronze gewonnen.
"Ich fühle mich wie nach einer langen Trainingseinheit, das ist super", sagte Schrader nach dem 400-Meter-Lauf. "Einen Wettkampf ohne Krämpfe habe ich seit Jahren nicht mehr gehabt." In die zweite Zehnkampf-Halbzeit geht er ohne selbst auferlegten Druck: "Ich habe keine Ziele, kein Prognose und will nur gesund durchkommen."
Olympiasieger und Weltrekordler Ashton Eaton (USA) floppte zwar mit nur 1,93 Meter im Hochsprung, holte sich aber die zwischendurch abgegebene Führung mit überragenden 46,02 Sekunden über die Stadionrunde und 4502 Punkten zurück. Total schief ging es für Weltmeister Trey Hardee (USA), der mit drei ungültigen Versuchen seinen dritten WM-Titel nach 2009 und 2011 abhaken konnte.
Für Schrader, den Olympia-Zehnten von 2008, begann nach vielen Verletzungen die Rückkehr in die Weltspitze fast optimal. Über 100 Meter lief er 10,73 Sekunden, schaffte starke 7,85 Meter im Weitsprung, 14,56 Meter im Kugelstoßen und 1,99 Meter im Hochsprung. Krönender Abschluss war seine persönliche Bestzeit über 400 Meter in 47,66 Sekunden. "Der Vorsprung über 400 Meter war überragend", freute sich der 24-Jährige. Etwas knifflig war es für ihn im Hochsprung, als ihn Patellasehnenprobleme plagten. "Ich habe nur vier Sprünge gemacht, sonst hätte es mein Knie komplett zerstört", berichtete er.
Eine Portion Motivation nach mäßigen 10,95 Sekunden über 100 Meter und Nervenstärke im Weitsprung benötigte Pascal Behrenbruch, um an den Medaillenrängen dran zu bleiben. Denn nach zwei ungültigen Sätzen in die Sandgrube musste der 28-Jährige aus Frankfurt/Main zittern, setzte jedoch im dritten Versuch alles auf eine Karte und landete bei 7,19 Meter. Erst mit 15,86 Meter im Kugelstoßen, der besten Weite aller Starter, kam er aus dem Ranglisten-Keller und machte zunächst einen Sprung vom 20. auf den neunten Platz. Danach folgten 1,99 im Hochsprung und 48,05 Sekunden über 400 Meter.
"Morgen komme ich. Ich bin der Mann des zweiten Tages", tönte Behrenbruch. "Es war ordentlich, aber es ist halt ärgerlich, wenn man weiß, wie viel Potenzial da ist."
Schraders WG-Partner Rico Freimuth (Halle/Saale) glänzte vor allem mit den 10,60 Sekunden im Sprint und 1,99 Meter im Hochsprung. Damit steigerte er seine Bestleistung um fünf Zentimeter. "Der Micha holt eine Medaille. Der ist viel zu cool, viel zu abgebrüht und viel zu ehrgeizig", prophezeite Freimuth seinem Wohngenossen ein tolles WM-Finale. "Das hat er weiß Gott verdient."
11.08.2013, 07:15 Uhr | dpa
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