Startseite
Sie sind hier: Home > Sport > Mehr Sport > Leichtathletik >

Leichtathletik-WM 2013: Jelena Issinbajewa stiehlt Usain Bolt die Show

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Leichtathletik-WM 2013  

Issinbajewa: WM-Sieg stellt sogar Bolt in den Schatten

14.08.2013, 14:13 Uhr | dpa

Leichtathletik-WM 2013: Jelena Issinbajewa stiehlt Usain Bolt die Show. Jelena Issinbajewa ist in Russland eine Nationalheldin.

Jelena Issinbajewa ist in Russland eine Nationalheldin. (Quelle: dpa)

Moskau (dpa) - Es war schon ein Uhr nachts in Moskau und damit mehr als drei Stunden nach dem großen Sieg von Jelena Issinbajewa. An einem kleinen Seiteneingang des Luschniki-Stadions ging auf einmal die Tür auf und die Stabhochsprung-Weltmeisterin trat heraus.

Issinbajewa hatte zu diesem Zeitpunkt schon ein Dutzend Fernseh-Interviews gegeben und die Glückwünsche des russischen Ministerpräsidenten entgegengenommen. Eigentlich wollte sie jetzt nur noch "durch alle Restaurants und Nachtclubs der Stadt ziehen und richtig groß feiern", wie sie sagte. Doch selbst um ein Uhr nachts warteten vor der Tür noch die vielen Helfer dieser WM, die sonst im Stadion den Rasen mähen oder die Getränke verkaufen. Sie riefen "Jelena, Jelena" und schwenkten ihre russischen Fahnen.

Es ist in Russland ein nationales Ereignis, dass die populärste Sportlerin des Riesenreiches mit 31 Jahren und im eigenen Land noch einmal Weltmeisterin wurde. "Glücksvogel", titelte "Sport-Express". "Jelena Issinbajewa machte viele Tausend Fans im Luschniki-Stadion und viele Millionen im ganzen Land glücklich". Im Fernsehen liefen die Bilder rauf und runter, wie sie nach ihrem Triumph über die Anlage rannte, die Werbebanden übersprang und umringt von Dutzenden Fotografen ihren Trainer Jewgeni Trofimow umarmte.

"Die Unterstützung war kolossal. Das gab mir Energie", meinte Issinbajewa. Die Königin des Stabhochsprungs hat 2008 in Peking mal vor 80 000 Zuschauern im Olympia-Finale einen Weltrekord aufgestellt und meinte danach, sich wie Juri Gagarin gefühlt zu haben, als der aus dem Weltraum zurückkam. Sie hat so etwas erlebt und meinte nun trotzdem über den Abend von Moskau: "Das war der wichtigste Titel meiner Karriere. Das war mein Heim-Stadion, meine Heim-WM."

Tatsächlich stellte Issinbajewas Sieg alles andere in den Schatten, was an den Tagen zuvor bei diesen Weltmeisterschaften passiert war. Sportlich ist sie sogar noch erfolgreicher als Robert Harting, weil sie nach zwei Olympiasiegen und 30 Weltrekordsprüngen nun auch noch zum dritten Mal nach 2005 und 2007 Weltmeisterin wurde. Atmosphärisch war es im Luschniki-Stadion noch viel lauter und emotionaler als bei Usain Bolts 100-Meter-Sieg zwei Tage zuvor.

Was Issinbajewa so populär macht, war in den Stunden nach ihrem Sieg gut zu beobachten. Die Russin sprang bei ihrer Pressekonferenz auf das Podium, wie andere Sportler bei einer Siegerehrung auf das Podest. Medientermine waren für sie schon immer eine Bühne, die Stabhochsprung-Anlage eine Art Laufsteg. Ob sie nach der WM nur eine Babypause einlegen oder ihren Rücktritt erklären wolle, war bei ihr das bestimmende Thema der vergangenen Wochen. Am Dienstagabend stellte sie noch einmal klar: Ihr Fernziel sind die Olympischen Spiele 2016. Sie will erst ein Kind bekommen und dann zurückkehren.

Manchmal plappert Issinbajewa aber selbst bei existenziellen Fragen drauflos, als sitze sie in einer Talkshow zu den neuesten Modetrends. Also sagte sie zum Thema Kind und Rücktritt: "Das ist doch eine einfache Rechnung. Neun Monate ein Baby im Bauch, dann noch mal neun Monate stillen - das macht nur anderthalb Jahre. Also kann ich in Rio dabei sein." Nach ihrem bis dato letzten Titel bei der Hallen-WM 2012 sprach sie noch über ihre Unterstützung für Russlands Präsidenten Wladimir Putin. "Er gibt uns ein sehr gutes Gehalt, Autos und hübsche Appartements in Moskau", meinte sie damals.

Das mag manchmal verstörend klingen und manchmal auch Berechnung sein, aber genau diese Offenheit macht Issinbajewas Aura aus. Jahrzehntelang gab es auf der Welt das Klischeebild des mürrischen, verschlossenen Sportlers aus Russland. Erst sie hat das zerstört. En passant verriet die frühere Weltsportlerin, dass sie dank ihrer Popularität im nächsten Jahr bei den Olympischen Winterspielen in Sotschi zur Bürgermeisterin des olympischen Dorfes ernannt wird. "Da werde ich dann rumrennen wie ein schwangerer Pinguin", meinte sie.

Der große Abend von Issinbajewa riss am Ende sogar ihre Gegnerinnen mit. Olympiasiegerin Jennifer Suhr aus den USA wurde nur Zweite, aber sie sagte: "Wenn man sieht, wo Stabhochsprung früher war und wo er heute steht, dann müssen wir alle Jelena danken."

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Video des Tages
Dumme Idee 
Sprung auf Hai zeugt nicht gerade von Intelligenz

Diese Aktion hätte auch gerne in die Hose gehen können. Video

Anzeige

Shopping
Shopping
Auf flachen Sohlen - Schuhe für die kühle Jahreszeit

Angesagte Stiefel, trendige Schnürer, klassische Stiefeletten u.v.m. jetzt entdecken bei BAUR.

tchibo.deOTTObonprix.deESPRITC&ACECILzalando.dedouglas.deKlingel.de
Sport von A bis Z

Anzeige
shopping-portal