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Leichtathletik  

Issinbajewas Rückzieher: "Missverstanden"

16.08.2013, 14:01 Uhr | dpa

Issinbajewas Rückzieher: "Missverstanden". Jelena Issinbajewa sprach sie sich nun gegen Diskriminierung von Homosexuellen aus.

Jelena Issinbajewa sprach sie sich nun gegen Diskriminierung von Homosexuellen aus. (Quelle: dpa)

Moskau (dpa) - Die Kontroverse um das Anti-Homosexuellen-Gesetz in Russland bei der Leichtathletik-WM in Moskau wird hitziger und dürfte bis zu den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi ein Reizthema bleiben.

Daran wird auch der Rückzieher der russischen Stabhochsprung-Weltmeisterin Jelena Issinbajewa nichts ändern, die ihre umstrittenen Äußerungen am Freitag abschwächte. "Englisch ist nicht meine Muttersprache und ich denke, ich bin da gestern vielleicht missverstanden worden mit dem, was ich gesagt habe", erklärte sie in einer vom Weltverband IAAF verbreiteten Erklärung.

Sie habe sagen wollen, "dass die Menschen Gesetze in anderen Ländern respektieren sollten, vor allem wenn sie Gäste sind". Die Weltrekordlerin wiederum respektiere die Ansichten anderer Athleten. "Mit größtem Nachdruck" sprach sie sich nun gegen Diskriminierung von Homosexuellen aus. Issinbajewa soll bei den Winterspielen in Sotschi Bürgermeisterin des Olympischen Dorfes werden.

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) kündigte unterdessen an, Athleten von den Sotschi-Spielen im Februar auszuschließen, wenn sie für die Rechte Homosexueller protestieren sollten. Das sei keine Sanktion, sondern ein Mittel dazu, Athleten zu schützen, die sich sonst zu einer politischen Aussage gezwungen fühlen könnten, teilte die IOC-Sprecherin Sandrine Tonge "Zeit online" mit. Proteste oder Demonstrationen in Bezug auf das Ende Juni unterzeichnete Gesetz gegen "Homosexuellen-Propaganda" werde das IOC nicht akzeptieren.

Was das IOC unter Strafe stellen werde - etwa das Tragen von Ansteckern mit Regenbogenflaggen, Händchenhalten oder Küsse von gleichgeschlechtlichen Paaren -, wollte Tonge nicht erläutern. Das IOC beruft sich dabei auf Paragraf 50 der Olympischen Charta. Der besagt, dass jede Demonstration "politischer, religiöser oder rassenbezogener Propaganda an den olympischen Stätten, Austragungsorten oder anderen Bereichen" untersagt ist.

Gleichzeitig bekräftigte Tonge, das IOC habe von hochrangiger Seite der russischen Regierung versichert bekommen, dass die Gesetzgebung nicht diejenigen betreffe, die an den Olympischen Spielen teilnehmen oder ihnen beiwohnen.

"Ich hoffe, dass es auch in Sotschi Leute geben wird, die sich zu diesem Thema äußern. Das Ganze hat einen negativen Beigeschmack", sagte die deutsche Diskuswerferin Nadine Müller. Die ersten Äußerungen der russischen Sportheldin Jelena Issinbajewa mit dem "generalsmäßigen Ton" fand sie "nicht in Ordnung".

Issinbajewa hatte auf eine Protestaktion der schwedischen Hochspringerin Emma Green Tregaro - lackierte Fingernägel in den Farben des Regenbogens, dem Symbol der Schwulen-Bewegung - in der Qualifikation zunächst heftig reagiert. Issinbajewa nannte sie "nicht respektvoll gegenüber unseren Menschen und Sportlern" und hatte weiter in Bezug auf Homosexualität gesagt: "Wir hatten diese Probleme in der Geschichte nicht und wir wollen sie in der Zukunft nicht haben. Bei uns leben Männer mit Frauen, Frauen mit Männern."

"Sie ist mit Putin befreundet, was soll man da sagen", meinte Linda Stahl, die Olympia-Dritte im Speerwurf. Die Aktion mit den Fingernägeln habe sie gar nicht mitbekommen, "aber ich muss sagen, ich bin im Wettkampf viel zu sehr mit mir selbst beschäftigt". So was würde sie ohnehin viel zu sehr ablenken. "Abgesehen davon glaube ich auch nicht, dass ich da was verändern könnte", sagte Stahl.

Auch der Sprinter Julian Reus will sich nicht von seinem Staffel-Einsatz am Sonntag ablenken lassen. "Vor der WM mussten wir uns zur Doping-Geschichte äußern, nun kommt das nächste Thema. Ich will mich nur auf den Sport konzentrieren", meinte Reus auf Fragen zu dem heiklen Thema.

Das deutsche IAAF-Councilmitglied Helmut Digel hält die Debatte um das russische Anti-Homosexuellen-Gesetz bei der WM in Moskau für deplatziert. "Ich bin der Meinung, dass man die Sportarena nicht zur politischen Artikulation nutzen sollte", erklärte der Tübinger Soziologe. "Man muss die Gesetze eines Landes respektieren. Außerdem kennt kaum jemand den wirklichen Inhalt des Gesetzes."

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