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Leichtathletik  

Anti-Homo-Gesetz sorgt für Zündstoff in Moskau

16.08.2013, 13:42 Uhr | dpa

Anti-Homo-Gesetz sorgt für Zündstoff in Moskau. Farbige Fingernägel als Zeichen der Solidarität mit Homosexuellen.

Farbige Fingernägel als Zeichen der Solidarität mit Homosexuellen. (Quelle: dpa)

Moskau (dpa) - Spätestens als Superstar Jelena Issinbajewa Partei für Kremlchef Wladimir Putin ergriffen hatte, erreichte die Debatte um das umstrittene russische Anti-Homosexuellen-Gesetz endgültig auch die Leichtathletik-Weltmeisterschaft in Moskau.

Die britische Siebenkämpferin Louise Hazel attackiert ihre berühmte Kollegin massiv und warf ihr "Homophobie" vor. Dass Putin unlängst gegen internationale Proteste ein Anti-Homosexuellen-Gesetz in Kraft setzte, sorgt während der Wettkämpfe in der russischen Hauptstadt für reichlich Zündstoff.

Vor allem westliche Medien reagierten geradezu entrüstet auf die Aussagen von Stabhochsprung-Weltmeisterin Issinbajewa, die das Verbot von "Homosexuellen-Propaganda" in ihrer Heimat vehement verteidigte. Zwar ruderte die Weltrekordlerin am Freitag zurück, doch betont sie weiterhin, örtliche Gesetze müssten respektiert werden. Auch Sportminister Witali Mutko und Alexander Schukow, Chef des Nationalen Olympischen Komitees, fordern, ausländische Athleten und Gäste hätten sich an diese Regel zu halten. Und das Innenministerium warnt vor offen gezeigter Homosexualität.

Wenige Monate vor den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi aber bemüht sich Russland, die hitzige Debatte im Keim zu ersticken. Boykott-Forderungen einiger westlicher Politiker und Aktivisten wurden weggewischt. Öffentlich hinterfragt wird das Thema ohnehin kaum. Die meist staatlich kontrollierten Medien berichten so gut wie nicht über die Aussagen von Superstar Issinbajewa, die in Sotschi als "Bürgermeisterin" des Olympischen Dorfes eingeplant ist.

Sowohl US-Präsident Barack Obama als auch die Bundesregierung lehnen bei aller deutlichen Kritik einen Boykott von Olympia in Sotschi ab, anders als etwa 1980 bei den Sommerspielen in Moskau. Zugute kommt dem Kreml aber vor allem die Haltung der einflussreichen Sportverbände. Zwar forderten das Internationale Olympische Komitee (IOC) und der Fußball-Weltverband FIFA - Russland richtet 2018 die Weltmeisterschaft aus - von Moskau Klarheit über das Gesetz. Selbst halten sich die einflussreichen Sportverbände aber mit Kritik merklich zurück.

Die Statuten würden eine Diskriminierung aufgrund sexueller Vorlieben ohnehin verbieten, heißt es meist. Seit Jahren betonen IOC und FIFA, dass Sport und Politik nicht vermischt werden dürften. Nun drohte sogar das IOC, Sportler von den Olympischen Spielen auszuschließen, die für die Rechte Homosexueller demonstrieren. Das diene lediglich dem Schutz der Athleten, die sich sonst zu einer politischen Aussage gezwungen fühlen könnten, zitierte "Zeit online" die IOC-Sprecherin Sandrine Tonge.

Klar ist: Das von Putin unterzeichnete Anti-Homo-Gesetz stellt nicht Homosexualität an sich unter Strafe. Das betonen auch russische Politiker bei jeder Gelegenheit. Bei Geldstrafe verboten sind seit Ende Juni aber positive Äußerungen vor Minderjährigen über Homo-, Bi- oder Transsexualität. Seitdem weist das Auswärtige Amt in Berlin darauf hin, dass bei Verstößen Arrest und Ausweisung drohen.

Vor allem Bürgerrechtler sind über das Verbot entsetzt: Aufklärung etwa über Aids werde unmöglich, betonen sie. Noch immer ist unklar, was genau unter "Propaganda nicht traditioneller sexueller Orientierung" zu verstehen ist. Das Zeigen der Regenbogenfahne, die als Symbol der Schwulen- und Lesbenbewegung gilt, zählt offenbar dazu. Doch ist auch strafbar, dass zwei Männer oder Frauen auf der Straße Händchen halten? Das Gesetz sei bewusst schwammig gehalten und biete Raum für Missbrauch, klagen Kritiker.

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