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Leichtathletik  

Anti-Doping-Agentur: Auch Kenias Läufer im Visier

30.10.2013, 13:45 Uhr | dpa

Anti-Doping-Agentur: Auch Kenias Läufer im Visier. Die WADA strebt eine genaue Untersuchung in Kenia an.

Die WADA strebt eine genaue Untersuchung in Kenia an. Foto: Arne Dedert. (Quelle: dpa)

Frankfurt/Main (dpa) - Die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA hat nach der Sprintnation Jamaika nun auch die Langstrecken-Großmacht Kenia ins Visier genommen.

Nach einem Bericht der BBC will die WADA das afrikanische Land zu einem Hauptthema bei ihrer Konferenz über Doping im Sport im November in Johannesburg machen und ist nun verärgert darüber, dass das Kenianische Olympische Komitee einen angeforderten Bericht über sein Anti-Doping-Programm auch nach Monaten noch nicht geliefert hat. "Wir sind sehr frustriert", sagte der für Afrika zuständige WADA-Funktionär Rodney Swigelaar der BBC.

Hintergrund des Streits ist, dass seit Januar 2012 gleich 17 und damit außergewöhnlich viele kenianische Leichtathleten aufgrund der Einnahme verbotener Substanzen gesperrt wurden. WADA-Mitarbeiter reisten deshalb schon im Herbst des vergangenen Jahres nach Kenia und forderten das Nationale Olympische Komitee und das Sportministerium dazu auf, einen Bericht über die Doping-Bekämpfung in ihrem Land zu erstellen. "Wir haben sehr viel Geduld gehabt. Aber diese Verschleppungstaktik ist frustrierend. Ich kann offiziell nicht sagen, wie weit sie mit ihren Untersuchungen sind", meinte Swigelaar.

Kenia stellt seit Jahrzehnten die erfolgreichsten Langstrecken- Läufer der Welt. Auch bei der Leichtathletik-WM in Moskau in diesem Jahr holte das Land insgesamt zwölf Medaillen. Ähnlich wie die jamaikanischen Sprinter stehen aber auch die kenianischen Athleten ständig unter dem Verdacht, von ihren nationalen Verbänden kaum kontrolliert zu werden. Erst im vergangenen Jahr hatte eine ARD-Reportage für Aufsehen gesorgt, die über weit verbreitete Doping-Praktiken bei kenianischen Läufern berichtete.

Der Präsident des kenianischen Leichtathletik-Verbandes, Isaiah Kiplagat, wies die Vorwürfe der WADA zurück. "Ich denke nicht, dass es wirklich ein Problem mit verbotenen Mitteln in Kenia gibt. Alle unserer Top-Athleten wurden vor Moskau und vor den Olympischen Spielen in London getestet", sagte er der BBC. "Verglichen mit anderen Ländern haben wir kein ernsthaftes Problem."

Dem BBC-Bericht zufolge hatten die Kenianer der Welt-Anti- Doping-Agentur auch zugesagt, eine Kommission zu gründen, welche die Doping-Fälle im Land verbandsübergreifend untersuchen soll. Laut WADA hat diese Kommission aber auch ein Jahr nach ihrer Gründung noch nicht einmal getagt. "Ich kann versichern, dass diese Kommission ihre Arbeit bald starten wird", sagte Kiplagat dazu. "Wir hoffen, dass das noch vor der WADA-Konferenz in Johannesburg passieren wird."

Erst vor zwei Wochen war bekanntgeworden, dass die WADA auch eine außerordentliche Überprüfung des jamaikanischen Anti-Doping-Programms vornehmen will. Hintergrund sind die Behauptungen der früheren Chefin der jamaikanischen Anti-Doping-Agentur JADCO, Renee Anne Shirley, dass es in den Monaten vor den Olympischen Spielen 2012 in London praktisch keine unangemeldeten Trainingskontrollen bei den jamaikanischen Leichtathleten gegeben habe. Laut BBC ist ein dreiköpfiges Team der WADA am Montag auf der Karibikinsel angekommen, um mit seinen Untersuchungen zu beginnen.

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