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Leichtathletik: IAAF will "Anti-Gatlin" Harting umstimmen

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Leichtathletik  

IAAF will "Anti-Gatlin" Harting umstimmen

08.10.2014, 14:12 Uhr | dpa

Leichtathletik: IAAF will "Anti-Gatlin" Harting umstimmen. Robert Harting verzichtet lieber auf die Wahl zum Welt-Leichtathleten als neben einem Ex-Dopingsünder auf der Kandidatenliste zu stehen.

Robert Harting verzichtet lieber auf die Wahl zum Welt-Leichtathleten als neben einem Ex-Dopingsünder auf der Kandidatenliste zu stehen. Foto: Rainer Jensen. (Quelle: dpa)

Monte Carlo (dpa) - Der Weltverband IAAF will "Anti-Gatlin" Robert Harting ins Boot zurückholen und den dreimaligen Diskuswurf-Weltmeister dazu bewegen, doch noch für die Wahl zum "Welt-Leichtathleten des Jahres" 2014 zu kandidieren.

"Die IAAF hat Robert Hartings Managerin gebeten, Robert darüber zu informieren, dass wir ihn gern weiter auf der Liste behalten möchten, denn er ist ein würdiger Champion", teilte IAAF-Sprecher Nick Davies der Nachrichtenagentur dpa mit.

Bislang habe der 29 Jahre alte Berliner dem Weltverband noch nicht geantwortet, der dpa sagte Harting aber am gleichen Tag: "Ich bin gerne bereit, mich der Wahl wieder zu stellen. Aber wirklich nur dann, wenn Athleten, die sich unrühmlich benommen haben, von der diesjährigen Liste gestrichen werden und in der Zukunft ein generelles Nominierungsverbot für sie gilt." Doch genau das geben die IAAF-Regeln (noch) nicht her, der Weltverband kann derzeit keinen früheren Dopingsünder von der Wahl ausschließen.

Wie dpa aus Insiderkreisen der IAAF erfuhr, soll diese "Gesetzeslücke" aber schnellstmöglich geschlossen werden. Die Athletenkommission wolle dem IAAF-Council einen entsprechenden Vorschlag unterbreiten. Die modifizierte Regel, keine dopingbelasteten Sportler auf die Shortlist zu setzen, könnte bei der Athletenwahl im WM-Jahr 2015 erstmals zur Anwendung kommen.

Harting hatte sich zuvor praktisch selbst von der Kandidatenliste gestrichen, weil der Olympiasieger, Welt- und Europameister nicht gegen den früheren Dopingsünder Justin Gatlin ins Rennen gehen will. Der US-Sprinter war zweimal in seiner Karriere mit einem Dopingbann belegt worden; zuletzt wurde seine lebenslange Sperre als Wiederholungstäter auf acht und dann sogar auf vier Jahre (von 2006 bis 2010) reduziert.

Hartings Engagement für eine saubere Leichtathletik bedeute nach Ansicht der IAAF zudem, dass er damit "Stimmen aus der Leichtathletik-Familie sammelt, die seine Position unterstützt und ihn als einen 'Anti-Gatlin' sieht".

Mit Blick auf Gatlin schlug sich auch IAAF-Vizepräsident Sebastian Coe auf Hartings Seite. Er habe mit der Nominierung des 32 Jahre alten Amerikaners auf der Shortlist "große Probleme", sagte der zweimalige Olympiasieger laut BBC-Bericht. "Er darf an Wettkämpfen teilnehmen - mehr würde ich dazu nicht sagen. Aber ich empfinde das nicht als angenehm", meinte der 58-Jährige. "Ich glaube, Sie wären überrascht, wenn ich sagen würde, dass ich froh darüber bin."

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