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Sportpolitik - Harting: "Saubere Athleten sind die neuen Doping-Opfer"

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Sportpolitik  

Harting: "Saubere Athleten sind die neuen Doping-Opfer"

10.12.2014, 11:47 Uhr | dpa

Sportpolitik - Harting: "Saubere Athleten sind die neuen Doping-Opfer". Robert Harting sieht die deutschen Leichtathleten als Opfer des Dopings in anderen Staaten.

Robert Harting sieht die deutschen Leichtathleten als Opfer des Dopings in anderen Staaten. Foto: Rainer Jensen. (Quelle: dpa)

Frankfurt/Main (dpa) - Diskus-Olympiasieger Robert Harting sieht die deutschen Leichtathleten als Opfer des Dopings in Russland und anderen osteuropäischen Staaten.

"Wir ruinieren hier unsere Körper mit dem größten Verschleiß im Training und sind dabei sauber. Dabei verlieren wir bestimmt fünf Athleten-Jahre, während sich die anderen zu Hybrid-Wesen spritzen und durch Doping länger leistungsfähig bleiben", sagte der 30-jährige Berliner in einem Interview der "Sport Bild" und erklärte: "Die sauberen Athleten sind für mich die neuen Doping-Opfer."

Zu der ARD-Dokumentation "Geheimsache Doping - Wie Russland seine Sieger macht", in der Russland des breit angelegten Dopings im Spitzensport sowie systematischer Vertuschung bezichtigt wird, sagte Harting: "Das ist auch für viele andere Athleten enttäuschend, gerade hier in Deutschland, wo wir alle strengstens kontrolliert werden."

Der dreimalige Weltmeister misstraut auch dem Weltverband IAAF, dem vorgeworfen wird, teilweise in den russischen Skandal verwickelt zu sein. "Wenn es nach mir geht, könnten beim IAAF alle zurücktreten. Dort vertraue ich gar keinem mehr. Die ganzen geldintensiven Disziplinen in der Leichtathletik sind mit Doping verseucht", sagte Harting und forderte erneut die Einführung eines internationalen Anti-Doping-Fonds.

Besonders gelitten unter gedopten Konkurrenten haben seiner Ansicht nach Kugelstoßerin Nadine Kleinert (Magdeburg), Hammerwerfer Markus Esser (Leverkusen) und Geher André Höhne (Berlin). Die Magdeburgerin Kleinert hatte bei ihrem Karriereende 2013 selbst gesagt, sie sei ein Doping-Opfer und später einmal gemeint: "Ich bin die ewig Betrogene."

Nach ihren Berechnungen war sie bei internationalen Meisterschaften 13 Mal hinter einer Konkurrentin gelandet, die später nachträglich des Dopings überführt wurde. So wurde sie nach den Olympischen Spielen 2004 in Athen später vom Bronze- auf den Silberrang hochgestuft, weil die russische Siegerin Irina Korschanenko positiv getestet worden war.

Erst im Mai dieses Jahres hatten Kleinert und Esser nach dem nachträglichen Skandal um die Leichtathletik-WM 2005 vom Weltverband IAAF jeweils Bronze zugesprochen bekommen. Beide profitierten davon, dass die damaligen Goldmedaillengewinner Nadeschda Ostaptschuk und Iwan Tichon aus Weißrussland überführt worden waren.

Höhne nannte Harting wohl deshalb, weil die Russen seit vielen Jahren starke Geher haben. Höhne habe nicht schlafen können, "weil er sich so ungerecht behandelt fühlte", berichtete der Diskuswerfer. "Der trainierte, bis er blutige Füße hatte. Andere stopfen sich Mittel rein und sind einfach mal zehn Minuten schneller als er."

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