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Leichtathletik - Streit um WM 2021: US-Stadt erhält Zuschlag ohne Bewerbung

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Leichtathletik  

Streit um WM 2021: US-Stadt erhält Zuschlag ohne Bewerbung

16.04.2015, 16:54 Uhr | dpa

Leichtathletik - Streit um WM 2021: US-Stadt erhält Zuschlag ohne Bewerbung. IAAF-Präsident Lamine Diack gab offen zu, dass diese Vergabe vor allem wirtschaftliche Gründe hatte.

IAAF-Präsident Lamine Diack gab offen zu, dass diese Vergabe vor allem wirtschaftliche Gründe hatte. Foto: Sebastien Nogier. (Quelle: dpa)

Peking (dpa) - Die Leichtahletik-WM findet 2021 zum ersten Mal in den USA statt - und ist durch ihre umstrittene Form der Vergabe schon sechs Jahre vor dem ersten Wettkampf massiv in die Kritik geraten.

Der europäische Verband EAA griff öffentlich den Weltverband IAAF an, weil der die Weltmeisterschaften ohne vorheriges Bewerbungsverfahren und allein aus finanziellen Gründen in Eugene ausrichten lässt, der Heimat des Sportartikel-Giganten Nike.

"Die IAAF wusste, dass auch Göteborg ein ernsthafter Kandidat für die WM 2021 war. Aber sie hatten noch nicht einmal die Chance, sich für dieses Event zu bewerben", meinte der neue EAA-Präsident Svein Arne Hansen. "Ich bin sehr überrascht über das völlige Fehlen irgendeines Prozesses in dieser Entscheidung, die die IAAF heute gefällt hat."

Deren Präsident Lamine Diack gab nach der entscheidenden Sitzung seines Councils in Peking ganz offen zu, dass die Vergabe der WM an die Westküste der USA vor allem wirtschaftliche Gründe hatte. Der Senegalese sprach von der "enormen Gelegenheit, einen Schlüsselmarkt zu erschließen. Wir haben eine Entscheidung im Interesse der globalen Entwicklung unseres Sports getroffen".

Eugene garantiert der IAAF in einem großen Paket öffentliche Gelder des Bundesstaates Oregon, finanzielle Unterstützung durch das Olympische Komitee der Vereinigten Staaten und einen lukrativen TV-Vertrag inklusive landesweiter Übertragung durch den Fernsehsender NBC. "Wir können eine Menge Vorteile aus einer einzigartigen Chance ziehen, die so vielleicht nie mehr wiederkommt", sagte Diack. "Ich weiß, dass diese Entscheidung von dem üblichen Prozedere einer WM- Vergabe abweicht. Aber ich freue mich, dass meine Council-Kollegen diese außergewöhnliche Gelegenheit erkannt haben."

Eine ähnliche Entscheidung ohne Bewerbungsverfahren hatte der Weltverband schon einmal getroffen, als er die WM 2007 an Osaka in Japan vergab, um den asiatischen Markt zu erobern.

Pikant an der Entscheidung ist aber noch zweierlei: Zum einen wird Diack im August abtreten, es war für den 81-Jährigen die letzte Gelegenheit, diese "außergewöhnliche Gelegenheit" persönlich durchzudrücken. Zum anderen war Eugene erst im vergangenen November mit einer Bewerbung um die WM 2019 gescheitert. Den Zuschlag erhielt seinerzeit Doha in Katar.

Danach präsentierten die Amerikaner der IAAF ihr neues Konzept. Das sieht neben den großen finanziellen Verlockungen vor allem den Ausbau des Stadions in Eugene auf 32 000 Plätze vor. Dort findet auch jedes Jahr ein Diamond-League-Meeting statt. "Wir haben die WM in eine Stadt gegeben, in der Leichtathletik eine Religion ist", sagte Diack.

In diesem Jahr werden die Weltmeisterschaften vom 22. bis 30. August in Peking ausgetragen. 2017 ist dann London der Gastgeber. Die schwedische Stadt Göteborg hat laut Hansen bereits einen großen Aufwand in eine WM-Kandidatur gesteckt. Auch der schwedische Verbandschef Björn Eriksson sei "tief enttäuscht über das, was da passiert ist". Die EAA, so Hansen weiter, erwartet jetzt als Ausgleich eine WM in Europa im Jahr 2023.

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