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Leichtathletik: Diskus-Star Harting polarisiert mit neuem Vorschlag gegen Doper

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TV-Boykott für Doper?  

Diskus-Star Harting polarisiert mit neuem Vorschlag

25.08.2015, 14:23 Uhr | sid

Leichtathletik: Diskus-Star Harting polarisiert mit neuem Vorschlag gegen Doper. Robert Harting geht offensive gegen Dopingsünder vor. (Quelle: Sebastian Wells)

Robert Harting geht offensive gegen Dopingsünder vor. (Quelle: Sebastian Wells)

Robert Harting bleibt im Kampf gegen Doping auf Konfrontationskurs und erhält erstmals Gegenwind. Nach seinen jüngsten Vorschlägen, künftig Wettkämpfe mit zu hohem Anteil an Dopingsündern mit einem TV-Boykott zu belegen und Betrüger mit roten Startnummern zu kennzeichnen, erntete der Diskus-Olympiasieger zum Teil heftige Kritik.

"Wie würde es Herr Harting wohl finden, wenn das Diskusfinale bei Olympia in Rio nicht im Fernsehen gezeigt würde, weil zu viele Ex-Doper dabei sind? Ich glaube, das fände er nicht so schön", sagte Clemens Prokop, der Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV).

ARD-Sportkoordinator winkt ab

Prokop hält nichts von dem neuen Vorstoß des deutschen Vorzeige-Leichtathleten, der bei der WM in Peking nicht am Start ist. "Es wäre unfair und diskriminierend, wenn die anderen Sportler in Sippenhaft genommen würden. Das wäre auch nicht regelkonform", erklärte der DLV-Boss. Harting hatte sich in der "Sport Bild" zu Wort gemeldet und angeregt: "Wenn in einem Finale mehr als vier der acht Starter überführte Doper sind, dann müsste man die TV-Übertragung dieses Wettbewerbs verbieten. Einfach nicht zeigen, und das konsequent durchziehen. Das bedroht dann deren wirtschaftliche Existenz."

Für ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky ist dies keine Option. "Unsere Aufgabe sehen wir nicht darin, durch Bildschirmboykotte das Verbandsverhalten zu beeinflussen, sondern durch saubere journalistische Arbeit. Keine Zeitung würde aufhören, vom 100-Meter-Lauf zu berichten und das finde ich auch richtig", sagte er.

Stigmatisierung problematisch

Hartings Vorschlag, überführte Doper sollten künftig mit roten Startnummern gekennzeichnet werden, stößt bei Prokop ebenfalls nicht auf Gegenliebe. "Eine solche Stigmatisierung wäre auch juristisch problematisch", erklärte der 58-Jährige.

Auch für Dagmar Freitag ist Harting in den vergangenen Tagen zu weit gegangen. "Ich begrüße grundsätzlich Stimmen von Athletinnen und Athleten, die ihre Verbände im Kampf gegen Doping unterstützen wollen. Allerdings muss - bei allem Verständnis für den teilweise grenzenlosen Frust sauberer Athleten - das, was wir als rechtstaatliche Prinzipien bezeichnen, gewahrt bleiben", sagte die DLV-Vize. "Dazu passt eine so plakative öffentliche Stigmatisierung von Dopern nach Verbüßung ihrer Sperre nicht."

Prokop schätzt das Engagement

Selbst Julia Fischer, die Anfang August gemeinsam mit ihrem Freund Harting und weiteren deutschen Athleten in einem viel beachteten Videoclip den Weltverband IAAF kritisiert hatte, vertritt bei diesem Thema eine andere Meinung als ihr Lebensgefährte. "Ich weiß nicht, ob man die (überführten Dopingsünder, d. Red.) so plakativ an den Pranger stellen sollte. Generell müssten einfach die Strafen verschärft werden", sagte die 25-Jährige.

Prokop betonte, dass er bei aller kritischer Einschätzung der jüngsten Vorschläge Hartings grundsätzlich jedes Engagement eines Sportlers im Kampf gegen die Geißel Doping begrüße, "doch diese müssen auch realisierbar sein. Die beiden sind es jedenfalls nicht".

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