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Leichtathletik - Dopingskandal: "Erdbeben" für Italiens Leichtathletik

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Leichtathletik  

Dopingskandal: "Erdbeben" für Italiens Leichtathletik

03.12.2015, 15:47 Uhr | dpa

Leichtathletik - Dopingskandal: "Erdbeben" für Italiens Leichtathletik. Giovanni Malagò ist Präsident des Nationalen Olympischen Komitees (CONI) in Italien.

Giovanni Malagò ist Präsident des Nationalen Olympischen Komitees (CONI) in Italien. Foto: Ettore Ferrari. (Quelle: dpa)

Rom (dpa) - Die italienische Presse spricht von einem "Erdbeben für die italienische Leichtathletik", Sportler und Verantwortliche spielen dagegen einen der womöglich größten Dopingskandale des Landes herunter.

"Diese Jungs sind keine Leute, die geschummelt haben", beschwichtigte Giovanni Malagò als Präsident des Nationalen Olympischen Komitees (CONI) und der frühere Stabhochsprung-Weltmeister Giuseppe Gibilisco tönte: "Keiner der 26 Athleten hat gedopt. Wir zahlen den Preis für die schlechte Organisation und die Inaktivität des CONI. Sie sind die einzigen Schuldigen."

Am Mittwoch hatte die italienische Anti-Doping-Behörde NADO für 26 Sportler eine zweijährige Sperre beantragt. Ihnen wird vorgeworfen, sich Kontrollen entzogen zu haben. Vorausgegangen waren Ermittlungen der Staatsanwaltschaft in Bozen und einer Sondereinheit der Carabinieri. 39 weitere Fälle legten die Ermittler zu den Akten, in dieser Liste findet sich unter anderem der umstrittene Geher Alex Schwazer. Das Nationale Anti-Doping-Gericht muss jetzt über die Fälle entscheiden.

Die Namen der angeklagten Sportler haben es in sich: So steht etwa Marathon-Europameister Daniele Meucci auf der Liste. Auch Fabrizio Donato, der Olympia-Dritte im Dreisprung, wird genauso aufgeführt wie Andrew Howe, der Weitsprung-Europameister von 2006. "Für 26 Azzurri ist Rio in Gefahr", schrieb die "Gazzetta dello Sport".

Daran glauben die Verantwortlichen nicht. Für Malago ist die ganze Angelegenheit nur ein "Kommunikationsproblem". Die Vorwürfe bezögen sich auf den Zeitraum von 2009 bis 2012. Die Sportler hätten damals Faxe schicken müssen, um ihren Aufenthaltsort für die Anti-Doping-Behörden bekanntzumachen. "Dies war ein sehr ineffizientes System", sagte er. Heute gehe das über Smartphone-Apps.

Auch Alfio Giomi, der Präsident des Leichtathletik-Verbandes FIDAL, betonte, dass er Vertrauen in die Anti-Doping-Behörden habe und hoffe auf eine schnelle Lösung des Falles. Der Prozess werde wahrscheinlich im Januar stattfinden. "Wir richten weiter unsere Arbeit auf die Spiele in Rio aus, mit all diesen Athleten, denn es ist überhaupt nicht daran zu denken, dass sie verurteilt werden."

Das sieht die NADO anders. Alle der 26 Athleten hätten die "Whereabouts", mit denen sie ihren Aufenthaltsort den Anti-Doping-Behörden anzeigen müssen, mindestens dreimal nicht ausreichend ausgefüllt. Einige der Sportler kommen sogar auf neun Verfehlungen. Nach den WADA-Richtlinien sind drei Verstöße binnen 18 Monaten wie ein Dopingfall zu werten und mit einer Sperre zu ahnden.

Die Nachricht von der Dopinganklage erreichte die Leichtathletik, als der Weltverbandspräsident Sebastian Coe gerade vor dem britischen Parlament im Zuge der ausufernden Dopingskandale Rede und Antwort stand. "Waren all unsere Systeme gut genug, ich bezweifle es", sagte der Brite, der von 2007 bis August Vize-Präsident der IAAF war, am Mittwoch einem Sportausschuss im Unterhaus in London. "Waren unsere Wände zu hoch, ja, das waren sie wohl." Er sei sich zwar bewusst gewesen, dass es ein Problem gegeben habe, aber nicht der Dimension dieses Problems.

Diese Dimensionen waren in den zurückliegenden Wochen und Monaten mehr und mehr publik geworden. Russlands Leichtathleten sind derzeit wegen anscheinend flächendeckender Manipulationen suspendiert und müssen um ihre Olympia-Teilnahme bangen. Zudem sperrte Kenias Verband zuletzt auf einen Schlag sieben Athleten wegen Dopingvergehen. Dazu wurden drei Spitzenfunktionäre aus dem afrikanischen Land suspendiert. "Die Leichtathletik befindet sich am Scheideweg", sagte Coe.

Die Dopinganklage kommt auch für das Bewerbungskomitee Roms für die Olympischen Spiele 2024 alles andere als gelegen. Die italienische Hauptstadt befindet sich derzeit nach dem Aus von Hamburg im Rennen mit Los Angeles, Paris und Budapest um die Sommerspiele 2024.

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