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Sportpolitik - Doping-Check von Russland und Kenia: Verbände ratlos

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Sportpolitik  

Doping-Check von Russland und Kenia: Verbände ratlos

29.06.2016, 16:37 Uhr | dpa

Sportpolitik - Doping-Check von Russland und Kenia: Verbände ratlos. Der Leichtathletik-Weltverband entscheidet über ein Olympia-Startrecht in Ausnahmefällen für russische Athleten.

Der Leichtathletik-Weltverband entscheidet über ein Olympia-Startrecht in Ausnahmefällen für russische Athleten. Foto: Diego Azubel. (Quelle: dpa)

Berlin (dpa) - Russlands und Kenias unter Doping-Generalverdacht stehende Top-Athleten sollen vor den Rio-Spielen von den 28 Sommersportverbänden durchgescheckt werden, ob sie sauber sind.

44 Tage vor dem Olympia-Beginn herrscht aber noch Ratlosigkeit, nach welchen Kriterien geprüft werden soll und ob es wirklich etwas bringt. "Nein, das garantiert keine Chancengleichheit", sagte Christian Baumgartner, Präsident des Bundesverbandes Deutscher Gewichtheber (BVDG). "Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Forderungen des IOC funktionieren werden."

Auf einem sogenannten IOC-Summit am Dienstag in Lausanne war vereinbart worden, nach den suspendierten Leichtathleten Russlands auch Athleten anderer Sportarten der beiden Länder vor der Olympia-Zulassung besonders zu überprüfen. "Die internationalen Sportverbände haben ihre eigenen Anti-Doping-Testprogramme", erklärte IOC-Sprecher Christian Klaue. "Für russische und kenianische Athleten können Ergebnisse dieser internationalen Tests herangezogen werden, um nachzuweisen, dass sie von unabhängigen Kontrollsystemen durchgeführt worden sind und nicht von nationalen."

Gewichtheber-Chef Baumgartner ist skeptisch, dass das machbar ist. "Wie soll das mit den unabhängigen Tests umgesetzt werden? Es weiß keiner, wie das gehen soll", meinte er. "Die Zusammenarbeit zwischen IOC und Fachverbänden klappt nicht reibungslos. Letztlich liegt die Verantwortung bei den Verbänden."

Für den Präsidenten des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) kommt es nicht allein darauf an, dass die Dopingtests von unabhängigen Kontrollinstanzen vorgenommen und wie viele nachgewiesen werden müssen, sondern wann sie erfolgt sind. "Die intensive Trainingsphase ist im Herbst 2015/Anfang 2016 gewesen", sagte Clemens Prokop. "Wenn die Tests nicht auch aus dieser Zeit stammen, sind die Kontrollen für die Olympischen Spiele ohne Aussagekraft."

Ein richtiger Ansatz sind die verstärkten IOC-Maßnahmen vor den Rio-Spielen für Siegfried Kaidel, Vorsitzender des Deutschen Ruderverbandes (DRV). "Ich sehe keine Alternative. Ob das jedoch wasserdicht ist, kann ich nicht beurteilen", sagte Kaidel, der zudem Sprecher der Spitzenverbände im Deutschen Olympischen Sportbund ist. "Die Kontrollen zu verstärken, ist der richtige Weg."

Zu einer konsequenten Umsetzung seiner Ankündigungen zu Russland und Kenia hat Rainer Brechtken das IOC aufgefordert. "Es dürfen nur Sportler aus diesen beiden Ländern an den Start gehen, die sich zu 100 Prozent den Kontrollen in anerkannten, sauberen Systemen unterworfen haben", sagte der Präsident des Deutschen Turner-Bundes.

Das IOC habe einen "ersten wichtigen Schritt zur Stabilisierung des Anti-Doping-Kampfes" gemacht, weitere müssten folgen. "Dazu gehört auch, dass nicht wieder Hintertürchen für Sportler aus diesen Systemen geöffnet werden. So reicht es eben nicht zum Olympia-Start, wenn beispielsweise ein russischer Leichtathlet ein, zwei Wettkampfkontrollen im Ausland erlebt hat."

Der Weltverband IAAF hat Russlands Leichtathleten wegen schwerer Dopingvergehen von Olympia suspendiert und muss nun über das Rio-Startrecht von kenianischen Leichtathleten entscheiden. Allerdings hat die IAAF die afrikanische Läufernation schon länger intensiv im Fokus. "Die Elite-Athleten aus Kenia gehören zu den am meisten in unserem Sport getesteten - sowohl in als auch außerhalb von Kenia", teilte die IAAF auf dpa-Anfrage mit. "Dies bedeutet nicht, dass wir garantieren können, dass alle kenianischen Athleten sauber sind."

So eine Garantie könne der Weltverband auch für Athleten anderer Länder nicht geben. "Aber wir sind zuversichtlich, dass ein effektives Prüfregime vorhanden ist und die Top-Athleten regelmäßig mit allen verfügbaren analytischen Techniken getestet werden." Auf der IAAF-Liste der rund 250 wegen Dopings gesperrten Leichtathleten vom 6. Juni stehen 14 Läufer aus Kenia.

Dass sich für Whistleblowerin Julia Stepanowa doch die Tür zu den Rio-Spielen noch öffnet, nährte IOC-Präsident Thomas Bach. Die Frage stelle sich zwar im Moment nicht, weil die IAAF das Anliegen noch nicht vorgetragen habe, erklärte er am Mittwoch in einem Hintergrund-Interview mit ARD und ZDF in Lausanne. "Falls dieses kommen sollte, werden wir es sorgfältig prüfen müssen, wie und ob es mit den Bestimmungen in Einklang zu bringen ist", sagte Bach.

Die russische 800-Meter-Läuferin Stepanowa hatte zusammen mit ihrem Mann wesentlich zur Aufdeckung des flächendeckenden Dopingsystems in ihrer Heimat beigetragen. Sie lebt inzwischen in den USA. In dieser brisanten Causa werde das IOC unabhängig von Interessen Russlands entscheiden, betonte Bach.

"Die russische Regierung wird auf diese Entscheidung wie auch auf die ganzen anderen Entscheidungen, die wir getroffen haben, keinen Einfluss haben - und andere Regierungen auch nicht."

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