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Leichathletik-EM 2016: Doping-Zeugin Stepanowa verletzt sich bei Comeback

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Leichtathletik-EM  

Kronzeugin Stepanowa verletzt sich bei Comeback

06.07.2016, 22:04 Uhr | sid

Leichathletik-EM 2016: Doping-Zeugin Stepanowa verletzt sich bei Comeback. Musste bei ihrem Comeback verletzungsbedingt aufgeben: Julia Stepanowa. (Quelle: dpa)

Musste bei ihrem Comeback verletzungsbedingt aufgeben: Julia Stepanowa. (Quelle: dpa)

Doping-Whistleblowerin Julia Stepanowa aus Russland hat sich bei ihrem Comeback auf der großen Leichtathletik-Bühne verletzt.

Die 30-Jährige musste bei der EM in Amsterdam nach etwas mehr als 600 Metern ihren Lauf unterbrechen, überquerte allerdings noch humpelnd die Ziellinie. Aber nicht nur wegen ihres Missgeschicks stand die Russin in den 800-Meter-Vorläufen im Mittelpunkt des Interesses.

Olympia-Starterlaubnis beantragt

IOC-Präsident Thomas Bach bestätigte zudem der "Welt", dass Stepanowa eine eine Starterlaubnis für die Sommerspiele in Rio de Janeiro (5. bis 21. August) beantragt hat. "Wir haben am Mittwoch eine E-Mail von ihr bekommen, in der sie um die Startberechtigung nachsucht", sagte Bach. Das IOC werde die Anfrage nun "sorgfältig prüfen. Die erforderliche Qualifikationszeit hat sie nach ihren Angaben bei einem Rennen im vergangenen Jahr in Deutschland erreicht."

Start als "neutrale Athletin"

Der Weltverband IAAF hatte Stepanowa wegen ihrer Verdienste bei der Aufklärung des systematischen Dopingskandals in Russland erst in der vergangenen Woche das Startrecht als "neutrale Athletin" erteilt. Stepanowa lief unter der Flagge des europäischen Verbandes, der Rest des russischen Teams ist bis auf Weiteres international gesperrt.

Stepanowa und ihr Mann hatten den Skandal um flächendeckendes Doping in der russischen Leichtathletik mit ihren Aussagen in der ARD-Dokumentation "Geheimsache Doping" ins Rollen gebracht. Danach verließ das Ehepaar mit seinem Kind Russland aus Angst vor Vergeltungsmaßnahmen staatlicher Institutionen und setzte sich an einen geheimen Ort in die USA ab.

"Wichtiges Zeichen"

"Es ist ein wichtiges Zeichen des internationalen Sports, dass Julia Stepanowa für ihr Risiko, Missstände in ihrem Land aufgezeigt zu haben, nicht weiter abgestraft, sondern ihr Mut honoriert wird", hatte Clemens Prokop, Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV), über den Start Stepanowas gesagt.

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