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Leichtathletik-EM 2016: Schwanitz & Roleder holen Gold, Blech für Röhler

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Leichtathletik-EM  

Kugel-Königin Schwanitz holt erstes DLV-Gold

07.07.2016, 20:36 Uhr | sid

Leichtathletik-EM 2016: Schwanitz & Roleder holen Gold, Blech für Röhler. Hat in Amsterdam ihren EM-Titel im Kugelstoßen verteidigt: Christina Schwanitz. (Quelle: imago/Beautiful Sports)

Hat in Amsterdam ihren EM-Titel im Kugelstoßen verteidigt: Christina Schwanitz. (Quelle: Beautiful Sports/imago)

Gold für Kugelstoß-Titelverteidigerin Christina Schwanitz und Hürdensprinterin Cindy Roleder, Bronze für das Sprint-Küken Gina Lückenkemper, aber nur Blech für den Speerwurf-Jahresweltbesten Thomas Röhler: Freud und Leid lagen im Lager der deutschen Leichtathleten am zweiten Tag der EM in Amsterdam eng beieinander.

Nur knapp zwei Stunden nach dem erneuten EM-Triumph der Weltmeisterin Schwanitz mit ausgezeichneten 20,17 Metern sorgte Vizeweltmeisterin Roleder zum Abschluss für den nächsten Höhepunkt. In glänzenden 12,62 Sekunden sprintete die Leipzigerin zu ihrem ersten Titel.

Nur wenige Minuten zuvor hatte Lückenkemper im 200-Meter-Finale ihre erste internationale Medaille gewonnen. Die 19-Jährige aus Dortmund sprintete in 22,74 Sekunden auf Platz drei und jubelte: "Was bei mir in der letzten Zeit abgegangen ist, war megakrass. Ich habe davon geträumt, hier eine Medaille zu gewinnen. Das ist supergeil", sagte die Frohnatur in der ARD.

Röhler enttäuscht

Während Lückenkemper und Roleder ihre Triumphe noch ausgelassen feierten, war Röhler nur wenige Meter entfernt dem Verzweifeln nahe. Mit für ihn indiskutablen 80,78 Metern musste sich der haushohe Favorit mit Rang fünf begnügen. Der 24-Jährige lag damit mehr als zehn Meter hinter seiner Saison-Bestmarke von 91,28 Meter. Gold ging mit 86,66 Metern an den Letten Zigismunds Sirmais.

Schwanitz, die nach einer langwierigen Knieverletzung erst seit acht Wochen wieder richtig im Training ist und zuletzt über Probleme an der rechten Schulter klagte, machte gleich im ersten Versuch deutlich, wer die Chefin im Ring ist. Die 30-Jährige aus Thum stieß die 4-Kilo-Kugel gleich auf die europäische Jahresbestmarke von 20,17 Metern und hätte danach den Wettkampf beenden können.

"Ich bin noch etwas geschockt. Nach dem ersten Stoß war die Luft dann raus", sagte Deutschlands Sportlerin des Jahres 2015, die ihre nicht gerade bescheidenen Ambitionen für die Olympischen Spiele deutlich machte: "Der Olympiasieg ist jetzt realistisch und machbar, es sind nur noch 20 Zentimeter zur Jahres-Weltbesten."

Ziele bei Olympia

Großes hat auch Röhler in Rio vor, vielleicht war Amsterdam der richtige Warnschuss für den Studenten. Dabei lag das erste deutsche Speerwurf-Gold bei einer EM seit Klaus Tafelmeier 1986 in Stuttgart eigentlich für ihn bereit, doch der fünfmalige deutsche Meister erlebte einen gebrauchten Tag. Bereits nach den 79,33 Metern im ersten Versuch verfinsterte sich seine Miene, sie sollte sich nicht mehr aufhellen.

Für eine weitere Enttäuschung sorgte Julian Reus. Der neue 100-Meter-Rekordhalter (10,03) verpasste im Halbfinale als Dritter in 10,22 Sekunden den Einzug in den Endlauf, den der Niederländer Churandy Martina (10,07) gewann.

"In einer Tausendstel-Entscheidung raus zu sein, ist natürlich scheiße", sagte der Wattenscheider. Mehr als Platz fünf mit 1,93 Metern hatte sich wohl auch Hochsprung-Meisterin Marie-Laurence Jungfleisch erhofft. Gold ging mit 1,98 Metern zum dritten Mal in Serie an die Spanierin Ruth Beitia.

In den Vorkämpfen des Tages machte Speerwurf-Weltmeisterin Katharina Molitor mit einem Wurf die Qualifikation für das Finale am Samstag alles klar. Souverän meisterte auch Dreisprung-Hoffnung Max Heß die erste Aufgabe. Mit 16,93 Metern sprang der Mitfavorit aus Chemnitz direkt ins Finale am Samstag.

Zittern musste Diskuswerfer Christoph Harting. Der jüngere Bruder von Olympiasieger und Titelverteidiger Robert Harting überbot in der Qualifikation auf dem Museumsplein inmitten der Stadt erst im dritten Versuch mit 65,09 Metern die für den Endkampf geforderte Weite (64 Meter).

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