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Schumacher: "Vielleicht bin ich nicht gut genug"

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DTM  

Schumacher: "Vielleicht bin ich nicht gut genug"

12.02.2010, 23:12 Uhr

Ralf Schumacher (Foto: imago)Ralf Schumacher (Foto: imago) Neues Auto, neue Herausforderung: Am Sonntag startet Ex-Formel-1-Star Ralf Schumacher zu seinem ersten DTM-Rennen. Im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE erzählt der Rennfahrer, was jetzt alles anders ist - und warum er womöglich schon in einem Jahr wieder aufhören will.

Sie haben mal gesagt, dass Sie für die DTM das Fahren ganz neu lernen müssen. Welche Vorgänge am Auto betrifft das genau?

Ralf Schumacher: Alle! Natürlich der manuelle Umgang mit dem Auto, Lenken, Schalten, Bremsen, Kuppeln, DTM-Autos haben eine ganz andere Sitzposition als ein Formel-1-Bolide, eine ganz andere Sichtweise, man sitzt nicht mehr in der Mitte des Autos, man sitzt tiefer, man sieht weniger von Strecke und Gegner, man sieht schlechter.

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Schlechter?

Ja, man sieht die Vorderreifen ja beispielsweise nicht. Das heißt, beim Bremsen tut man sich schwerer, weil man auch nicht fühlt, wenn der Reifen blockiert, weil die Masse des Autos.

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Noch etwas?

Die Kurventechnik ist eine andere, die Herangehensweise mit den neuen Reifen ist eine andere, man muss insgesamt viel präziser fahren als in der Formel 1.

Premiere Ralf Schumacher steckt sich keine Ziele

Wenn ich Sie so höre, scheint es viel schwerer, DTM zu fahren als Formel 1.

Mir fällt es auf jeden Fall schwerer, wie wahrscheinlich jedem anderen Neuein- und Formel-1-Umsteiger, weil die Grundvoraussetzungen andere sind. In der Formel 1 gibt es mehr Abtrieb ...

... die Autos werden durch die bessere Aerodynamik stärker auf die Piste gepresst ...

... insgesamt sind die Möglichkeiten der Autos, die man ausreizen kann, größer. In der DTM ist man, was den Grip und die Aerodynamik angeht, eher am Limit. Weil die Masse des Autos auch größer ist, muss man schon ganz präzise – also nahe an hundert Prozent genau - einlenken und bremsen - denn sobald man sein Auto ein bisschen überfährt, rutscht man gleich weg und verliert ein paar Zehntelsekunden an Rundenzeit.

Vielleicht wären Sie doch besser in der Formel 1 geblieben ...

Ich habe nicht mehr die Möglichkeit gehabt, in einem Top-Auto zu sitzen und wollte erst mal aufhören, bis das Angebot von Norbert Haug kam, zu Mercedes-Benz in die DTM zu wechseln. Dann bin ich das Auto gefahren, und das hat mir so viel Spaß gemacht, dass ich gesagt habe, ich probiere es.

War das ein spontanes Angebot oder lange geplant?

Das war eher spontan. Norbert und ich haben zwar mal drüber geflachst – bei den Abenden, die wir nach den Formel-1-Rennen hier und da und viele Jahre lang auf der Rennstrecke zusammengesessen haben. Dann kam irgendwann der Anruf von Norbert: Du, da ist ein Test, wenn du jetzt immer noch Lust hast, dann bist du herzlich eingeladen. Das war zwei Wochen vor dem Test im Januar.

Im Mercedes-Formel-1-Team war auch noch ein Platz frei – den der eher unbekannte Finne Heikki Kovalainen eingenommen hat. Wenn Sie jetzt sehen, wie stark Kovalainen in den ersten Rennen gefahren ist, hätten sie sich das auch zugetraut?

Ich kann und will das nicht vergleichen. Ich kann nur sagen: Ich habe sechs Rennen in der Formel 1 gewonnen. Wenn das Auto etwas gekonnt hat, konnte ich das auch. Speziell das letzte Jahr bei Toyota war dagegen sehr schlecht für beide Fahrer im Team, weil das Auto nicht top war. Aber ich gönne Heikki und Lewis den größten Erfolg, den sie haben können – ich drücke aber auch meinem alten Team Toyota die Daumen.

Als Rennfahrer zweifelt man nie an seinen Fähigkeiten, oder?

Man ist durchaus Realist. Aber für mich war die Prämisse: Formel 1 ja, aber nur, wenn ein Top-Team zur Verfügung steht. Deswegen ist das Thema durch.

In der DTM waren ehemalige Formel-1-Fahrer bislang eher wegen ihrer Namen als wegen ihrer Leistungen eine Attraktion. Fürchten Sie, auch in dieser Rolle stecken zu bleiben?

Nein. Im Moment gibt es natürlich Trubel, weil ich ein ehemaliger, ein deutscher und auch ein nicht so schlechter Formel-1-Fahrer bin. Wenn das der DTM hilft und mehr Zuschauer bringt, finde ich das eine tolle Sache. Aber das legt sich ja bald wieder, wenn die Saison angeht und die Favoriten ihre Siege einfahren. Zu denen gehöre ich im ersten Jahr nicht und kann mich deshalb ganz aufs Autofahren konzentrieren. Und da wünsche ich mir natürlich, dass ich mich immer mehr steigern kann.

Sie waren elf Jahre in der Formel 1. Sind Sie noch nervös vor dem ersten DTM-Rennen?

Eine gewisse Nervosität ist schon da, aber eher eine positive. Es lastet ja kein Riesendruck auf mir. Ich denke, wir haben im Team schon ausreichend klargestellt, dass ich einen Vorjahreswagen fahre und zu Beginn nicht allzu viel von mir zu erwarten ist, was Spitzenplätze angeht.

Was macht Sie dann am meisten nervös?

Schumacher: Ach, dass ich im Qualifying keine großen Fehler mache, dass ich am Start wegkomme – ich muss ja auch erstmal den Rennablauf verinnerlichen, den Ablauf des ganzen Wochenendes, da kommt doch einiges auf mich zu.

Sie fahren jetzt DTM, Ihr Bruder Michael Motorradrennen – können die Schumachers einfach nicht vom Motorsport lassen, egal mit welchem Gefährt?

Als ich mich entschieden habe, mit der Formel 1 aufzuhören, letztes Jahr im August oder September, da wusste ich nicht, dass ich dieses Jahr DTM fahre, es war nicht einmal geplant. Aber klar: Wenn man fast sein ganzes Leben lang Rennen fährt, dann ist das in einem drin. Dann ist man ein Racer. Aber nicht zu jeder Bedingung! Ich hatte andere Angebote, etwa aus den USA, aber das wäre mir nicht einmal im Traum eingefallen, da hinzugehen.

Warum eigentlich nicht? Die Nascar-Serie ist doch auch ganz schön.

Zum einen möchte ich nicht in den USA leben und zum anderen nicht im Oval fahren. Es ist ja bekannt, dass mir das nicht so gut liegt und ich damit bislang nicht so viel Glück hatte.

Sie spielen auf Ihren schweren Unfall beim Grand Prix von Indianapolis 2004 an.

Genau. Die DTM mit ihren Strecken ist da doch weitaus sicherer.

Ihr Vertrag mit Mercedes läuft vorläufig nur ein Jahr – wie lange planen Sie Ihr neues Engagement?

Es wäre schön, wenn es längerfristig ginge, aber das wird sicher von der Saison abhängen. Man wird sich an irgendeinem Punkt der Saison, zum Ende hin, mal zusammensetzen und sagen, o.k., das war in Ordnung, wir sehen eine Tendenz nach oben. Es kann aber auch sein, dass ich einfach nicht gut genug bin für Tourenwagen und dafür würde ich mich auch nicht schämen.

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