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Rallye Dakar: Titelverteidiger Dirk von Zitzewitz im Interview

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Rallye Dakar  

Von Zitzewitz: "Man merkt, wie unbedeutend man ist"

10.02.2010, 07:04 Uhr | dpa

Das Interview führte Björn Lücker

Dirk von Zitzewitz ist auch bei der Rallye Dakar 2010 am Start (Foto: dpa)Dirk von Zitzewitz ist auch bei der Rallye Dakar 2010 am Start (Foto: dpa) Anfang des Jahres schoss Dirk von Zitzewitz ins Rampenlicht. Als Co-Pilot und Navigator von Giniel de Villiers gewann er die legendäre Rallye Dakar bei ihrer Premiere in Südamerika. Es war der größten Triumph in der Motorsport-Karriere des Karlshofers, der erstmals 2002 bei der Dakar am Start war und zuvor als Motorrad-Rennfahrer von sich reden machte.

t-online.de sprach mit dem 41-jährigen über die zweite Auflage des Rallye-Spektakels in Argentinien und Chile. Von Zitzewitz erklärt, warum er und de Villiers diesmal nicht unbedingt zu den Top-Favoriten zählen und verrät, weshalb er sich in der Wüste so wohl fühlt.

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Herr von Zitzewitz – Herzlichen Glückwunsch zum Dakar-Sieg 2010…

Von Zitzewitz (lacht): Wie kommen sie denn darauf! Damit warten wir noch ein bisschen.

Mit Mitsubishi ist der schärfste Konkurrent nicht mehr dabei.

Bei der vergangenen Dakar war nicht Mitsubishi, sondern das x-Raid-Team unser Hauptgegner. Und da sitzt jetzt Stephane Peterhansel am Steuer, der die Dakar schon ein paar Mal gewonnen hat. Und auch Robby Gordon in seinem Hummer ist nicht zu unterschätzen. Natürlich sind wir mit Volkswagen von der Qualität der Fahrer bestens aufgestellt. Ich gehe auch fest davon aus, dass ein VW gewinnt.

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Auch weil der VW Touareg als das mit Abstand beste Auto im Feld gilt?

VW ist schon so lange dabei, der Wagen ist extrem ausgereift. Von der Performance her stimmte 2009 fast alles. Aber man findet immer Dinge, die noch zu verbessern sind, auch wenn es nur Kleinigkeiten sind, beispielsweise bei der Haltbarkeit einiger Teile.
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Wie liefen denn für Sie persönlich die Vorbereitungen?

Leider konnte ich nur wenige Rallyes fahren, weil mein Fahrer Giniel im April an der Wirbelsäule operiert wurde. Danach hatte er drei Monate Fahrverbot. Im August saßen wir erstmals wieder zusammen im Auto. Wir werden bei der Dakar erst unseren Rhythmus finden müssen.

Klingt nicht optimal…

Ja, aber ich bin das Jahr über viel Motorrad gefahren, habe Touren in Marokko und Libyen unternommen. Sogar bei einem Motocross-Rennen in Norddeutschland war ich am Start und habe viel an meiner Fitness gearbeitet

Apropos Fitness: Ihnen stehen fast 10.000 Kilometer mit Hitze, Regen, Schlamm, Staub und einer Anden-Überquerung in 4.600 Metern bevor.

Das Geheimnis, die Strapazen zu überstehen, heißt viel Training. Ich quäle fast täglich mein Mountainbike durch die Wälder Norddeutschlands. Giniel macht das Gleiche in Südafrika. Trotzdem unterscheidet sich unser Vorbereitungsprogramm. Während ich mich als Co-Pilot bei Hitze und ständigen Schlägen lange Zeit konzentrieren muss, muss Giniel als Fahrer körperlich hart arbeiten. Das heißt: Ich studiere die Karten, um mich in Argentinien und Chile zu Hause zu fühlen. Giniel geht ins Fitnessstudio.

Wer hat den größten Anteil am Erfolg, falls es zur Titelverteidigung kommt?

50:50 würde ich sagen. Giniel ist ein Fahrer, der ein Gefühl für den Wagen entwickelt, aber gleichzeitig ordentlich Gas geben kann, um vorne dabei zu sein. Meine Aufgabe als Navigator, das Auto auf dem richtigen Weg zu halten und sicher ins Ziel zu führen, ist aber genauso wichtig. Das liegt mir im Blut.

Blicken wir auf die Dakar 2009 zurück: Welche Höhe- und Tiefpunkte fallen ihnen ein.

Die 12. Etappe ist bei mir noch sehr präsent, als wir die Führung übernommen und das Rennen noch rumgerissen haben. Gut und Böse liegt bei der Dakar aber ganz dicht beisammen, weil man immer am Limit fährt. Einmal haben wir uns ordentlich verfahren und dabei durch meinen Fehler viel Zeit verloren. So etwas kann immer wieder passieren. Das macht auch die Prognose auf für die kommende Dakar so schwer.

Die Dakar 2010 soll die schwerste aller Zeiten sein.

Bereits die Premiere hatte es ja in sich. Technisch ist der Kurs wegen des wechselhaften Terrains wesentlich anspruchsvoller als in Afrika. Da gibt es Dünen, die können wir in unseren Werksautos schon kaum bezwingen. Sie können sich vorstellen, wie es den Amateuren in ihren Privatautos geht. 2010 wird noch mehr Offroad gefahren, also quer durch die Pampa. Für die ersten Autos dürfte es schwerer werden, den richtigen Weg zu finden.

Die Dakar soll bald wieder in Afrika stattfinden. Begrüßen Sie die Pläne?

Wir sind erst einmal in Südamerika gewesen. Und da gibt es für uns noch so viel zu entdecken, so viele Landschaften zu durchfahren, dass es meinetwegen nicht morgen schon wieder nach Afrika gehen muss. Grundsätzlich fände ich es toll, wenn sich die Dakar neue Herausforderungen sucht und die Rallye auf verschiedenen Kontinenten stattfindet. Dann bleibt es auch für uns Fahrer spannend

Die Wüste ist ihre Leidenschaft. Im Nebenberuf veranstalten sie Wüstentouren und Trainings. Was fasziniert Sie so an der kargen Landschaft?

Die Weite und Einsamkeit. Es ist beeindruckend, wenn die Ruhe auf einen wirkt. Man merkt dann auch schnell, wie klein und unbedeutend man ist. Sorgen und Nöte des Alltags neutralisiert die Wüste. Sie zeigt einem, wie unwichtig Dinge sind, die man zu Hause für wichtig hält.

Können Sie sich vorstellen, noch mal mit dem Motorrad bei der Dakar zu starten?

Das würde mir wahnsinnig viel Spaß machen. Ich weiß aber, dass ich nicht mehr auf dem Niveau fahren kann, auf dem ich fahren möchte. Der Zug ist abgefahren.

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