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Kris Nissen über die Siegchancen von Volkswagen bei der Rallye Dakar 2010

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Rallye Dakar  

Nissen: "Die Dakar muss man erst bezwingen"

03.01.2011, 09:21 Uhr | sid

Kris Nissen (li.) und Carlos Sainz, einer seiner besten Fahrer (Foto: dpa)Kris Nissen (li.) und Carlos Sainz, einer seiner besten Fahrer (Foto: dpa) Nach dem Sieg im Vorjahr und dem Ausstieg von Mitsubishi wird Volkswagen mit dem nochmals verbesserten Race Touareg als klarer Favorit bei der Rallye Dakar 2010 gehandelt.

VW-Motorsportdirektor Kris Nissen spricht im Interview über die Chancen der Titelverteidigung, die Stärken seiner Fahrer und die Tücken der Wüste.

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Mit welchen Gefühlen kehren sie nach einem Erfolg wie 2009 - dem ersten Diesel-Sieg bei einer Dakar und dem Premieren-Sieg in Südamerika - nach Argentinien zurück?

Kris Nissen: Mit sehr guten Gefühlen. Wir sind gespannt, was sich der Veranstalter ASO in diesem Jahr ausgedacht hat. Wir erwarten wieder ein sehr hartes und spannendes Rennen. Ich glaube, dass der Druck, den wir im letzten Jahr hatten, in diesem Jahr wieder gleich ist. Im letzten Jahr hatten alle gesagt, Volkswagen muss endlich gewinnen und der erste Diesel-Sieg muss her. Jetzt treten wir an als Titelverteidiger und - wie viele sagen - als Favoriten. Aber ich sage wie immer: Die Dakar muss man erst bezwingen, erst besiegen, und erst dann hat man eine Chance auf den Gesamtsieg.

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Mitsubishi, der große Gegenspieler der letzten Jahre, ist aus der Dakar ausgestiegen. Wird es dadurch für VW jetzt einfacher?

Vor der Dakar 2009 haben wir alle mit Spannung auf den Diesel-Mitsubishi gewartet und dann nach wenigen Tagen gesehen, dass dieses Auto noch nicht so weit war. Deswegen lag die Schwierigkeit eher darin, die BMW und den Hummer zu bezwingen. Ich glaube 2010, ohne Mitsubishi, aber mit einem noch besseren BMW und einem noch besseren Hummer wird es mindestens so schwer, wenn nicht noch schwerer als 2009.

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Das x-Raid-Team hat sich aus dem Mitsubishi-Nachlass Joan Roma und vor allem Dakar-Rekordsieger Stephane Peterhansel gesichert. Wie viel machen solche Fahrer möglicherweise im Mosaik zum Erfolg noch aus?

Wenn man bei der Dakar ein zuverlässiges Fahrzeug hat und sehr gute Fahrer und Beifahrer, dann muss man nicht unbedingt das schnellste Fahrzeug haben, um zu gewinnen. Denn Fahrer und Beifahrer spielen bei der Dakar eine größere Rolle als zum Beispiel die Fahrer in der DTM oder der Formel 1. Bei der Dakar muss ein Fahrer sehr, sehr viel Erfahrung haben und den Mut, auch mal vom Gas zu gehen anstatt immer auf dem Gas zu bleiben. Denn es ist jeden Tag eine neue Herausforderung und jeden Tag eine neue Strecke, die man überhaupt nicht kennt.

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Sie haben Nasser Al-Attiyah zu ihrem Fahrerteam dazu geholt. Wie schätzen Sie Ihre Piloten ein?

Man kann sagen, dass unsere Fahrer sehr, sehr stark sind. Wenn man Dakar-Sieger Giniel de Villiers nimmt, er ist wieder topfit nach einer Bandscheiben-Operation und zusammen mit seinem Beifahrer Dirk von Zitzewitz wieder sehr gut aufgestellt. Die Erfolge zeigen ganz klar, dass er weiß, wie man sich ein komplettes Rennen einteilen muss. Um zu gewinnen, muss man auch ins Ziel kommen. Mark Miller ist 2009 eine fantastische Dakar gefahren und ist jetzt noch besser und motivierter. Nasser Al-Attiyah hat sich bei den zwei Rallyes, die wir in diesem Jahr gefahren sind, sehr, sehr gut ins Team eingeführt. Er hat einen sehr hohen Speed. Er und Carlos Sainz sind sicher, was den reinen Speed angeht, die zwei Schnellsten im Team. Aber ob sie über eine ganze Distanz fehlerfrei fahren und den Speed halten können, werden wir sehen. Von unserer neuen brasilianischen Paarung, die erst eine Rallye für uns gefahren ist, kann man noch keine Siegchancen erwarten. Wenn ein VW gewinnt, dann einer der anderen vier.

Carlos Sainz war 2009 nah dran am Sieg, ist dann aber durch einen Fehler ausgeschieden. Was hat er vielleicht noch verändert, damit es 2010 besser läuft?

Carlos ist stärker, als er jemals war. Er hat in diesem Jahr die Rallye dos Sertoes und die Silk-Way-Rallye gewonnen, hatte dabei aber nicht, wie so oft früher, die meisten Tagessiege. Er hat sich diese Rennen etwas besser eingeteilt. Nasser Al-Attiyah dagegen hatte die meisten Tagessiege, aber die Rallyes nicht gewonnen. Ich glaube, beide haben daraus gelernt und sind dadurch noch stärker für die Dakar 2010.

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