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Rallye-WM: Räikkönen will für Furore sorgen

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Rallye-WM  

"Lehrling" Räikkönen will für Furore sorgen

23.02.2010, 12:32 Uhr | sid

Kimi Räikkönen fährt ab sofort nur noch Rallye. (Foto: dpa)Kimi Räikkönen fährt ab sofort nur noch Rallye. (Foto: dpa) Der glühende Asphalt der Formel-1-Rennstrecken ist passé, nun geht es für Kimi Räikkönen in den schwedischen Schnee: Der Seitenwechsel des Finnen beschert der Rallye-WM vor dem Saisonauftakt in Schweden (11. bis 14. Februar) ungewohnte Aufmerksamkeit. Ein Formel-1-Weltmeister, der sich ernsthaft als Rallye-Profi versucht, das hat es bislang noch nicht gegeben.

Von dem spektakulären Deal profitieren beide Seiten. Räikkönen, der beim Citroen-Juniorteam im gleichen Auto sitzt wie Rekordweltmeister Sebastien Loeb, freut sich über Familienanschluss, und die Rallye-Szene ist heiß auf den "Iceman"

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"Ich bin gerne hier"

"Die Rallye-Welt ist ein ganz anderes, freundlicheres Umfeld als die Formel 1. Ich bin gerne hier", sagte Räikkönen. "In der Rallye-WM fühlt man sich sofort wohl, das ist wie eine große Familie. Da spricht man viel mehr mit anderen Fahrern. Das gibt es in der Formel 1 so nicht."

Loeb freut sich über Raikkönen-Debüt

Loeb, Weltmeister der letzten sechs Jahre, heißt den prominenten Neuling herzlich willkommen. "Keine Frage, Kimi ist gut für unseren Sport. Ich freue mich, dass er hier ist", sagte der Franzose, der seinerseits zaghafte Ambitionen in Richtung Formel 1 hatte. Ein erhoffter Gaststart beim Saison-Finale 2009 in Abu Dhabi bei Toro Rosso war allerdings daran gescheitert, dass der Franzose vom Automobil-Weltverband FIA nicht die nötige Super-Lizenz erhielt.

"Natürlich werde ich weiter Fehler machen"

Das erste Duell mit Räikkönen wird daher jetzt in schwedischen Wäldern stattfinden. Und der ehemalige ferrari-Pilot ist vor seinem Debüt in der Rallye-WM nicht nervös, obwohl er zuletzt bei der Generalprobe bei der Arctic-Rallye in seiner finnischen Heimat seinen neuen Citroen C4 bei einem Abflug mächtig demolierte. "Rallye ist ein ganz anderes Thema als die Formel 1. Für mich ist fast alles neu. Natürlich werde ich weiter Fehler machen. Das ist ein Lernprozess", sagte der Finne, der sich den vorzeitigen Abschied von Ferrari angeblich mit 17 Millionen Euro versüßen ließ.

Rallye anspruchsvoller als Formel1

Für den 30-Jährigen ist der Umstieg ins Rallye-Auto eine "unglaubliche Herausforderung". Auf der Rundstrecke kenne man jede Kurve, sagte er: "Ein Asphaltstück mit verschiedenen Radien, mal schmaler, mal breiter. Aber im Grunde ist es immer dasselbe, egal ob am Nürburgring oder in Suzuka. Bei der Rallye musst du auf unterschiedlichen Belägen fahren: Schnee, Eis, Schotter, Asphalt, mal trocken, mal nass, oder auch im Nebel."

Die Kurven sind das Problem

Vor allem daran, auf die Ansagen seines Co-Piloten Kaj Lindström zu vertrauen, muss sich Räikkönen gewöhnen. "Schnell fahren können viele, aber Kurven detailliert zu notieren und das im Wettbewerb auch umzusetzen, ist sehr schwer. Das braucht seine Zeit. Da werde ich leider auch weiter Fehler machen", sagte er.

Loeb: Präzision wird noch dauern

Das glaubt auch Loeb. "Heutzutage kommt keiner mehr und fährt in einem anderen Sport einfach vorne mit", sagte der Elsässer, der mit dem siebten Titel mit Formel-1-Rekordchampion Michael Schumacher gleichziehen will: "Um schnell zu sein, muss der Aufschrieb hundert Prozent passen. Diese Präzision wird auch bei ihm etwas dauern."

Rallye-Titel eine Herausforderung

Ob Räikkönen, dessen Platz bei Citroen von Red Bull finanziert wird, 2011 in die Formel 1 zurückkehrt, ist völlig offen. "Ich weiß noch nicht, was ich im kommenden Jahr machen werde", sagte er und schielt sogar ein bisschen auf den Rallye-Titel: "Den schätze ich von der fahrerischen Leistung viel höher ein als jenen in der Formel 1. Es würde mich schon reizen, den anzugehen."

Kein Interesse an Schumi-Comeback

Dagegen lässt ihn die Formel 1 im Moment völlig kalt, sowohl das Comeback von Michael Schumacher als auch der Einstand seines Nachfolgers Fernando Alonso bei Ferrari. "Alsono und Schumacher machen ihr Ding, ich meins", sagte er: "Ich schaue auf mich und freue mich, dass ich nun das machen kann, was mir Spaß macht: Rallye fahren."

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