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Rallye Dakar: Jutta Kleinschmidt würde mit grünem Auto antreten

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Kleinschmidt: "Bei einem grünen Auto würde ich sofort ja sagen"

10.12.2010, 15:23 Uhr | Das Gespräch führte Björn Lücker, t-online.de

Rallye Dakar: Jutta Kleinschmidt würde mit grünem Auto antreten. Jutta Kleinschmidt träumt von einem Dakar-Start in einem grünen Auto (Foto: imago)

Jutta Kleinschmidt träumt von einem Dakar-Start in einem grünen Auto (Foto: imago)

Es ist ein bisschen ruhiger geworden um Rallye-Queen Jutta Kleinschmidt. Anstatt im Rennauto Gas zu geben, arbeitet die 48-Jährige nun als Instruktorin, hält Motivations-Seminare und schreibt Bücher. Dabei geht es natürlich immer um die Rallye Dakar. Einen erneuten Start beim Wüstenspektakel, das Kleinschmidt 2001 als bislang einzige Frau gewinnen konnte, hat sie aber noch längst nicht aufgegeben. Im Gegenteil: Sie sucht nach einer neuen Herausforderung.

Im Interview mit t-online.de spricht sie über Grüne Autos bei der Dakar und verrät, warum die Rallye wieder nach Afrika muss.

Frau Kleinschmidt: Sie sind viel unterwegs. Haben Sie denn schon Zeit gefunden, sich mit der Rallye Dakar 2011 zu beschäftigen?
Ja klar, das ist doch meine Leidenschaft…

Und was sagen Sie zu dem Kurs?
Die Etappen sind, was die Wertungsprüfungen angeht, teilweise ein bisschen kurz. Aber das ist ja generell so, seitdem die Dakar in Argentinien und Chile ist. Aber der Veranstalter hat uns ja versprochen, dass die Rallye diesmal schwieriger sein soll.

Sie soll die härteste Dakar aller Zeiten sein, vor allem mit mehr Offroad-Anteilen.
Mal schauen. Ich wünsche mir einfach wieder längere und anspruchsvollere Etappen. Der Reiz an der Dakar war ja immer, dass sie so schwer war, dass das Ankommen alleine schon eine Wahnsinnsherausforderung ist. Das wollen die Privatfahrer schaffen. Die können ja eh nicht gewinnen, die brauchen einen anderen Anreiz als die Profiteams. Das ist in Argentinien und Chile – auch wenn das zwei tolle Länder mit beeindruckenden Landschaften sind – nicht der Fall. Die Rallye Dakar in Südamerika ist nicht mehr das große Abenteuer. Sie gehört nach Afrika.

Muss die Dakar also zurück nach Afrika?
Ja, auf jeden Fall – da bin ich auch gleich wieder bei den Privatfahrern und semiprofessionellen Teams. Die haben ja meistens lokale Sponsoren, wie den Bäcker um die Ecke oder die Firma aus dem Dorf. Die wollen die Dakar mehr anfassen können und vielleicht auch mal zum Start kommen. Zudem ist in Südamerika die zeitlich versetzte Übertragung ein Problem. Man muss ja bis in die Nacht hineinen warten, um Ergebnisse aus dem Mittelfeld zu bekommen.

Aber geht nicht die Sicherheit vor? In Nordafrika herrscht noch immer Terrorwarnung. In Südamerika hingegen wird die Dakar von den Fans begeistert aufgenommen.
Wenn Al Quaida einen Anschlag plant, kann das genauso in Südamerika passieren. Das World Trade Center stand ja auch nicht in Afrika. Das ist nicht der Punkt. Vielmehr geht es bei der Dakar auch um Interessen der Hersteller. Südamerika ist ein wesentlich größerer Markt als Afrika. Für Volkswagen ist es aus wirtschaftlicher Sicht sicher interessanter, dort zu starten. Umso mehr natürlich, weil die Menschen in Südamerika sich so für den Motorsport begeistern.

Trotzdem überlegt auch Volkswagen, wie schon der frühere Seriensieger Mitsubishi, aus Kostengründen der Dakar den Rücken zu kehren. Versinkt die Rallye schon bald in der sportlichen Bedeutungslosigkeit?
Das betrifft ja nicht nur die Dakar. Generell muss im Motorsport umgedacht werden. Man sollte grünere Fahrzeuge planen und in diese investieren. Grüne Technologie boomt ja im Moment in der ganzen Wirtschaft. Die Veranstalter sollten daher auch Kategorien für Elektroautos oder Hybriden einführen. Dann gäbe es auch wieder Hersteller und Sponsoren, die sich im Motorsport engagieren.

Elektroautos bei der Dakar? Das Wüstenspektakel lebt doch gerade von den Bildern, wie kraftstrotzende Autos über die Dünen heizen.
Genau darin liegt doch die Herausforderung: Grüne Autos bauen, die genauso die Distanzen und die Schwierigkeiten der Rallye bewältigen können. Keiner will, dass die Dakar auf einer geraden Teerstraße endet.

Könnten sie sich vorstellen, in einem Grünen Auto noch einmal bei der Dakar an den Start zugehen?
Ja, das wäre eine tolle Herausforderung, ich brauche mir bei der Dakar schließlich nichts mehr zu beweisen. Ich habe sie gewonnen und war so oft vorne mit dabei. Nur teilnehmen ist uninteressant, ich muss immer einen neuen Aspekt dabei haben. Wenn ein Team zu mir kommen würde, das grüne Technologie mit ins Rennauto nimmt, entwickelt und ausprobiert, würde ich sofort sagen: Ja, ich bin dabei.

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