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Audi-Triumph nach Horror-Crashs in Le Mans

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Audi-Triumph nach Horror-Crashs in Le Mans

13.06.2011, 16:24 Uhr | dpa

Audi-Triumph nach Horror-Crashs in Le Mans. Der Audi R18 TDI von André Lotterer. (Foto: Reuters) (Quelle: Reuters)

Der Audi R18 TDI von André Lotterer. (Foto: Reuters) (Quelle: Reuters)

Nach einer emotionalen Achterbahnfahrt mit zwei Horrorunfällen hat André Lotterer dem deutschen Autobauer Audi den vielumjubelten zehnten Sieg bei den 24 Stunden von Le Mans seit 2000 beschert. Unbeeindruckt von den schweren Crashs seiner Teamkollegen Allan McNish und Mike Rockenfeller verteidigte der 29-Jährige mit dem letzten im Rennen verbliebenen R18 TDI die Führung in einem packenden Finale des Langstrecken-Klassikers gegen vier wild anstürmende Peugeots.

Nach insgesamt 354 Runden auf dem 13,629 Kilometer langen Kurs hatte Lotterer, dessen Mitstreiter Benoît Tréluyer die Pole geholt hatte, über 15 Sekunden Vorsprung auf Simon Pagenaud.

Auf den Schock folgt die Erleichterung

In der Audi-Box fielen sich die Mechaniker in die Arme, Motorsportchef Wolfgang Ullrich war die Erleichterung anzusehen. Endlich hatten sie Grund zu ausgelassener Freude, nachdem die entsetzlichen Bilder der Unfälle von McNish eine Stunde nach dem Start und Rockenfeller eine Stunde vor Mitternacht für Fassungslosigkeit und Entsetzen gesorgt hatten. "Man ist erst mal geschockt, wenn man die Unfälle sieht, und ist dann erleichtert, wenn nichts passiert ist", betonte der Schweizer Pilot Marcel Fässler vom Sieger-Team 2011.

Nachdem bei McNish bereits früh Entwarnung gegeben werden konnte, durfte Rockenfeller das Krankenhaus in Le Mans erst am Sonntagmorgen wieder verlassen. Beide zogen sich keine schwereren Verletzungen zu, was angesichts der Bilder wie ein Wunder wirkte. "Noch vor einigen Jahren hätte ich jetzt nicht hier sitzen und mit ihnen sprechen können", sagte McNish bei einer Pressekonferenz und dankte den Audi-Ingenieuren.

McNish: "Da hast du keine Gefühle"

Der zweimalige Le-Mans-Sieger war nach einer Kollision in die Reifenstapel eingeschlagen, Teile seines Autos schleuderten unmittelbar vor den Zuschauern durch die Luft. Fotografen und Streckenposten warfen sich schützend auf den Boden. Nur um Haaresbreite entging Le Mans, wo auf den Tag genau vor 56 Jahren beim bislang schlimmsten Unglück im Motorsport über 80 Zuschauer und ein Fahrer ums Leben gekommen waren, einer Katastrophe.

"Da hast du keine Gefühle. Du weißt im ersten Moment nicht mal, dass es ein Unfall ist. Du wartest nur, dass es endlich aufhört", sagte McNish über seinen Unfall. Als man ihn gefragt habe, ob er okay sei, habe er ein paar Scherze gemacht. "Da wusste ich noch nicht, wie das Auto aussah", meinte der 41 Jahre alte Schotte zu dem Trümmerhaufen, der von dem Wagen übrig geblieben war.

Rockenfeller fliegt mit über 300km/h ab

Kaum war der erste Schock einigermaßen überstanden, erwischte es in der 117. Runde Rockenfeller. Bei einem Überholmanöver mit über 300 Stundenkilometern in der Indianapolis-Passage berührte er wie schon McNish bei seinem Crash einen vor ihm fahrenden Ferrari der langsameren GT-Klasse. Der Audi des DTM-Piloten krachte in die Leitplanken, wieder schwirrten Teile des Autos wie Geschosse durch die Luft. Übrig blieb in der Nacht von Le Mans ein völlig zerstörtes Auto, von dem nicht mal mehr Konturen zu erkennen waren.

Nach bangen Minuten gaben die Veranstalter erste Entwarnung: Rockenfeller schaffte es aus eigener Kraft aus dem zerstörten Audi. Dass man sich in Ingolstadt für ein geschlossenes Cockpit entschieden hatte, nachdem die Prototypen der vergangenen Jahre immer als Cabrio dahergekommen waren, hat die beiden verunglückten Piloten möglicherweise vor Schlimmerem bewahrt.

Fässler lobt Lotterer: "Er fährt ein beeindruckendes Rennen"

Dass der Wagen schnell ist, hatte das neue Sieger-Team schon in der Qualifikation bewiesen, als Tréluyer die erste Pole für Audi seit 2006 eroberte. Auch im Rennen, in dem die Erstplatzierten trotz der langen Renndauer teilweise nur wenige Sekunden auseinanderlagen, zeigte sich Lotterer noch nervenstark. "Er fährt ein beeindruckendes Rennen", lobte ihn Mitstreiter Fässler, dem die letzten Minuten bis zur Entscheidung um 15.00 Uhr wie eine Ewigkeit vorkamen: "Ich habe das Gefühl, dass meine Uhr stehen geblieben ist."

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