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Motorrad-WM: Stefan Bradl liebäugelt weiter mit der MotoGP

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Bradl liebäugelt weiter mit der MotoGP

07.11.2011, 14:09 Uhr | t-online.de, dpa

Motorrad-WM: Stefan Bradl liebäugelt weiter mit der MotoGP. In welcher Klasse Stefan Bradl nächste Saison fährt, ist noch unklar. (Quelle: imago)

In welcher Klasse Stefan Bradl nächste Saison fährt, ist noch unklar. (Quelle: imago)

Erst eine eher noch verhaltene Party an der Rennstrecke, dann der große Auftritt bei der Zeremonie des Motorrad-Weltverbandes FIM: Für den frisch gebackenen Moto2-Weltmeister Stefan Bradl hat der Feier-Marathon begonnen. Nach der besten Saison seiner Karriere, die auch der Sturz beim WM-Finale in Valencia nicht trüben kann, ist nun Erholung angesagt. Wenn man davon überhaupt sprechen kann: Denn in seiner bayerischen Heimat in Zahling wartet man schon ungeduldig auf die Rückkehr des Zweirad-Helden. Und vielleicht klappt ja doch noch der ersehnte Wechsel in die MotoGP.

Voller Stolz nahm Bradl am Sonntagabend die WM-Goldmedaille entgegen. Im schwarzen Anzug und weißen Hemd aber fühlte sich der 21-Jährige lange nicht so wohl wie in der Leder-Kombi, mit Stiefeln und Helm. Die öffentlichen Auftritte mag der Zahlinger sowieso nicht. Doch an diesem Abend nahm er die Verwandlung gerne in Kauf, wohl wissend, dass es keine Selbstverständlichkeit sein wird, diesen Coup zu wiederholen.

Das Glück des Tüchtigen

Denn in dieser Saison hat alles gepasst. Bradl war der Fahrer mit den wenigsten Fehlern, mit einem hervorragend von seiner Crew präparierten Motorrad, dem von der Augsburger Firma Kalex hergestellten, wahrscheinlich besten Chassis und - auch das sollte nicht verschwiegen werden, mit dem meisten Glück.

Er nutzte die hohe Ausfallquote von Marc Marquez zu Saisonbeginn gnadenlos zum Punktesammeln. Als der Spanier zum Ende des Wettkampfjahres noch einmal Nerven zeigte, mehrfach stürzte und zwei Rennen verletzungsbedingt verpasste, schlug Bradl wieder zu.

Sponsoren halten sich zurück

Und so ist man mittlerweile gespannt, wie der Zweikampf in der nächsten Saison weiter geht. Marquez will nicht nach nur einem Jahr Moto2 in die Königsklasse MotoGP aufsteigen. Bradl würde gern, doch es fehlen die passenden Angebote und auch das Geld. Und das ist das Dilemma des deutschen Motorrad-Rennsports insgesamt. Mittlerweile gibt es hierzulande einige Talente, wie die insgesamt sieben Grand-Prix-Siege deutscher Piloten in dieser Saison zeigen. Doch die Sponsoren haben den Zweirad-Sport noch nicht für sich entdeckt. "Bradls Titel wird keinen Boom auslösen", hat der fünfmalige Weltmeister Toni Mang kürzlich in einem Interview mit t-online.de gesagt.

Bradl wäre zu gern in die MotoGP gewechselt, gemeinsam mit seiner kompletten Mannschaft vom Kiefer-Racing-Team. Für Hauptsponsor Viessmann aber war das finanzielle Risiko zu hoch. Sechs Millionen Euro mindestens müssen aufgebracht werden. Und dann ist fraglich, ob man dafür ein konkurrenzfähiges Motorrad bekommt. Denn nichts ist rufschädigender als wenn ein Moto2-Weltmeister in der MotoGP nur noch hinterher rollt und unbeachtet in der Versenkung verschwindet. Beispiele dafür gibt es aus der Vergangenheit mehrere.

Unterschriftsreifer Vertrag bleibt noch liegen

Aufgegeben hat Bradl seinen Traum noch nicht, auch wenn er beteuert: "Die Titelverteidigung ist ein sehr aufregendes Unternehmen. Ich habe noch viel vor in meiner Karriere." Gleichzeitig lässt er den unterschriftsreifen Vertrag mit dem Viessmann-Kiefer-Racing-Team noch etwas liegen.

"Ich brauche jetzt erst mal etwas Ruhe. Dann lese ich ihn mir noch mal durch", betont Bradl. Die Hoffnung, dass vielleicht doch noch ein Anruf aus der MotoGP kommt, schwingt darin mit. Zumal er am Dienstag in Valencia schon mal als Auszeichnung für seine gezeigten Leistungen in der abgelaufenen Saison die MotoGP-Honda von Weltmeister Casey Stoner testen darf. Der Test ist für den gesamten Tag angesetzt. Bei der Maschine handelt es sich um das bis zum Sonntag verwendete Motorrad mit 800 Kubikzentimeter.

Neue Spekulationen

Die Tatsache, dass Bradl am Dienstag vom Team des italienischen Teamchefs Lucio Cecchinello betreut wird und aus der Box des LCR-Teams starten wird, schürt neue Spekulationen um einen möglichen Umstieg des 21-Jährigen in die MotoGP. Vater Helmut Bradl hatte bereits im Sommer intensiv mit Cecchinello verhandelt, war aber gescheitert. "Solange die Tinte unter den Verträgen nirgendwo trocken ist, ist auch nichts entschieden", sagte Helmut Bradl vieldeutig.

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