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Moto GP: Stefan Bradls Teamchef verhaftet - Indy-Start abgesagt

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Chaos bei Forward Racing  

Bradls Teamchef verhaftet - Indy-Start abgesagt

27.07.2015, 18:39 Uhr | sid

Moto GP: Stefan Bradls Teamchef verhaftet - Indy-Start abgesagt. Stefan Bradl beim Großen Preis von Frankreich in Le Mans. (Quelle: imago/nhp)

Stefan Bradl beim Großen Preis von Frankreich in Le Mans. (Quelle: nhp/imago)

Für Stefan Bradl ist das Desaster endgültig perfekt. Mitten in der bislang ohnehin katastrophal verlaufenen MotoGP-Saison steht sein Team vor dem Aus und wird beim Großen Preis von Indianapolis nach dem Ende der Sommerpause nicht an den Start gehen. Bradls Rennstall Forward verkündete den Verzicht auf eine Teilnahme. Forward-Boss Giovanni Cuzari sitzt in Untersuchungshaft, der Hauptsponsor ist abgesprungen.

"Nach der Verhaftung von Giovanni Cuzari und den gegen ihn vorgebrachten Vorwürfen ist das Team mit Hilfe der engsten Mitarbeiter damit beschäftigt, die Konsequenzen dieser Situation zu bewältigen", teilte Forward schriftlich mit: "Wir sind bemüht, unsere sportlichen Aktivitäten fortzuführen und die Saison zu Ende zu bringen, was dem Wunsch von Giovanni Cuzari entspricht."

Bradl hatte zuletzt bereits sein Heimrennen auf dem Sachsenring wegen eines Kahnbeinbruchs in der rechten Hand verpasst und seit Wochen für das Comeback geschwitzt. Die Mühen waren nun umsonst, Bradl, sein französischer Teamkollege Loris Baz und auch die Moto2-Fahrer bleiben zu Hause.

"Muss das erst einmal verdauen"

Wie Bradls weitere Saison nun aussieht, ist aktuell völlig offen. Im Gespräch mit "Speedweek.com" sagte der 25-Jährige, er müsse "diese Nachricht zuerst einmal verdauen. Das Rennen in Brünn ist ja auch fraglich. Ich werde mich jetzt von meinem Rechtsanwalt zur weiteren Vorgehensweise beraten lassen."

Der Start in Brünn (16. August) sei zu "95 Prozent" gesichert, sagte unterdessen Forward-Manager Marco Curioni und öffnete bereits die Tür für einen Abschied des Deutschen: "Wenn uns beispielsweise Stefan Bradl verlassen will, können wir über ein Agreement zu einer Vertragsauflösung sprechen. Dadurch könnten wir Geld sparen."

Wie und ob es überhaupt bei den Italienern weitergeht, ist ebenfalls fraglich. Cuzari war vor knapp zwei Wochen in der Schweiz wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung und Geldwäsche festgenommen worden. Am vergangenen Mittwoch zog sich wohl wegen der schlechten Publicity "Athina Eyewear" als Sponsor zurück. "Einige Sponsoren haben die bestehenden Verträge gekündigt, die Zahlungen wurden gestoppt, was unsere finanziellen Schwierigkeiten verstärkt hat. Deshalb ist jetzt das Überleben des Teams gefährdet", hieß es im Forward-Statement.

Enttäuschende Saison

Schlechte Nachrichten sind für Bradl in diesem Jahr nichts Neues. Wegen technischer Probleme an seiner Yamaha und eigener Fehler war die erste Saisonhälfte für ihn eine Enttäuschung auf ganzer Linie. Nur zweimal fuhr der frühere Moto2-Weltmeister in die Punkte, in der WM liegt er mit ganzen neun Zählern auf dem 19. Platz.

Und Bradl steht nun auch mittelfristig mehr denn je vor einer ungewissen Zukunft. Für 2016 hat er noch keinen Vertrag in der Tasche, bislang konnte er sich nicht empfehlen. Er muss nun hoffen, für den Rest des Jahres irgendwo unterzukommen, um Pluspunkte sammeln zu können. Im Werksteam von Aprilia ist beispielsweise ein Platz frei.

Es ist für die kommende Saison denkbar, dass Bradl eine Stufe zurückgeht und auf ein Moto2-Bike steigt - auch wenn er zuletzt betont hat, in der Königsklasse bleiben zu wollen. Für den derzeit besten deutschen Motoradfahrer wird es Zeit, endlich wieder für positive Schlagzeilen zu sorgen. Wo auch immer.

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