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DTM 2015: Wurde Wehrlein von Audi mit Absicht abgeschossen?

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Verwirrung um Funkspruch  

Wurde Wehrlein von Audi mit Absicht abgeschossen?

02.08.2015, 21:59 Uhr | sid

DTM 2015: Wurde Wehrlein von Audi mit Absicht abgeschossen?. Pascal Wehrleins Arbeitstag endet im Kiesbett. (Quelle: dpa)

Pascal Wehrleins Arbeitstag endet im Kiesbett. (Quelle: dpa)

Routine schlägt Talent - doch ein möglicher Abschuss auf Anweisung sorgt für großen Ärger: Mit all seiner Erfahrung hat Audi-Pilot Mattias Ekström im strömenden Regen von Spielberg seine jungen Kollegen düpiert und sich in der DTM an die Spitze der Gesamtwertung gekämpft. Der mit 37 Jahren älteste Pilot gewann den chaotischen zehnten Saisonlauf - doch anschließend erhitzte vor allem ein offenbar geplanter Crash die Gemüter.

Mercedes-Youngster Pascal Wehrlein war als Meisterschaftsführender ins Rennen gegangen. Doch kurz vor Schluss wurde der Formel-1-Ersatzfahrer auf Rang sechs liegend von Audi-Pilot Timo Scheider von der Strecke gedrängt. "Timo, schieb' ihn raus", hatte die Audi-Box kurz zuvor gefunkt - und damit für einen Eklat gesorgt.

Wehrlein: "Sie haben wohl einen Krieg begonnen"

"Wenn es diesen Funkspruch wirklich gab, dann sollte der Verantwortliche nie wieder an eine Rennstrecke kommen", sagte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff unmittelbar nach dem Rennen in der ARD: "Den Meisterschaftsführenden rauszuschieben, ist absolut unter jeder Würde, das gehört sich nicht in dieser Serie."

"Wenn Audi die Meisterschaft auf diese Weise gewinnen will, dann haben sie heute wohl einen Krieg begonnen", sagte Wehrlein bei "autosport.com": "Ich hoffe, dass das harte Konsequenzen hat, und ich hoffe, dass jeder darüber berichtet."

Verwirrung um Funkspruch

Audi-Motorsportdirektor Wolfgang Ullrich nahm die Schuld zunächst auf sich und rechtfertigte den Ausbruch mit der Rennsituation, in der Scheider seiner Meinung nach von den Konkurrenten blockiert worden war. "Das war von mir eine spontane Reaktion, ich habe mich sehr geärgert und diesen Satz gerufen. Es war klar, was da läuft", sagte Ullrich ebenfalls in der ARD: "Eigentlich spricht der Fahrzeugingenieur mit den Fahrern. Aber es kann sein, dass der Funk in der Situation auf war."

Auf der Pressekonferenz behauptete Ullrich wenig später, er habe diesen Satz nicht gesagt - und sorgte für weitere Verwirrung. Scheider beteuerte, den Funkspruch ohnehin gar nicht gehört zu haben - und Ekström konnte all das im Prinzip egal sein. Die Führung in der Gesamtwertung hätte er auch ohne den umstrittenen Vorfall übernommen.

Zwei Audi-Fahrer nun in der Gesamtwertung vorn

"Es ist immer ganz schwer im Nassen", sagte Ekström: "Wenn man da am Limit fährt, kommt die Erfahrung der alten Hasen viel mehr durch. Es ist toll gelaufen." Der Schwede führt nun mit 111 Zählern vor seinem italienischen Audi-Kollege Edoardo Mortara (98), der Dritter hinter Ekström und Gary Paffett (England/Mercedes) wurde. Wehrlein liegt mit 94 Zählern noch in Schlagdistanz. Das elfte und zwölfte Saisonrennen steigt am letzten Augustwochenende vor den Toren Moskaus.

Noch im Sprintrennen tags zuvor hatte Wehrlein durch einen zweiten Platz hinter Mortara erstmals in seiner Karriere die Führung in der DTM-Gesamtwertung übernommen. Der zweite Renntag hielt mit zahlreichen Ausritten jedoch nur Enttäuschungen bereit - und am Ende ein ganz großes Ärgernis.

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