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Strafe: Rossi startet beim Abschlussrennen als Letzter

25.10.2015, 14:35 Uhr | dpa

Motorsport - Strafe: Rossi startet beim Abschlussrennen als Letzter. Valentino Rossi attackierte seinen Rivalen auf der Strecke.

Valentino Rossi attackierte seinen Rivalen auf der Strecke. Foto: Fazry Ismail. (Quelle: dpa)

Sepang (dpa) - Spätestens jetzt sind Valentino Rossi und Marc Marquez ziemlich beste Feinde. Weil der weltweit umjubelte Motorrad-Superstar aus Italien erstmals die Nerven verlor, ist sein zehnter WM-Titel ernsthaft gefährdet.

Beim vorletzten MotoGP-WM-Lauf in Sepang bugsierte Rossi Titelverteidiger Marquez (Spanien) unsanft von der Piste. Die Rennleitung brummte nach stundenlanger Diskussion und Anhörung der beiden Protagonisten Rossi drei Strafpunkte auf. Da er bereits einen auf seinem Konto hat, muss er laut Reglement nun beim letzten Rennen in zwei Wochen in Valencia als Letzter starten - nur ein kleines Wunder könnte jetzt noch den Titelgewinn seines spanischen Teamkollegen Jorge Lorenzo verhindern.

Angesichts der dramatischen Zuspitzung des MotoGP-Titelkampfes und der vielen Diskussionen um den hitzigen Zweikampf der beiden derzeit besten Rennfahrer gingen die Ergebnisse der deutschen Piloten fast unter. Dabei waren sie Anlass zur Freude. In der Moto2-Klasse feierte Jonas Folger mit Rang drei beim Sieg des französischen Weltmeisters Johann Zarco seinen vierten Podestplatz in dieser Saison. Auch Sandro Cortese schaffte als Siebter erneut eine Top-10-Platzierung.

Grund zum Jubel hatte Stefan Bradl in der MotoGP. Mit Aprilia gelang ihm Platz zehn - sein bestes Ergebnis nach dem Umstieg auf das italienische Fabrikat. Nur in Barcelona war er als Achter, damals noch auf der Forward-Yamaha, besser. Einen WM-Punkt holte sich in der Moto3 Philipp Öttl als 15.

Das Scharmützel zwischen Rossi und Marquez hatte bereits am Donnerstag bei der offiziellen Pressekonferenz begonnen, als der Italiener seinem jungen Kollegen vorwarf, ihn beim vergangenen Rennen in Australien bewusst blockiert und damit Lorenzo bevorteilt zu haben. Marquez wies das weit von sich, aber unabhängige Beobachter hatten es ähnlich gesehen.

Auf der Rennstrecke zeigten beide, dass die angebliche Freundschaft und der große Respekt voreinander wohl doch nicht so stark waren. Rundenlang duellierten sie sich derart, dass ein Sturz immer wieder kurz bevor stand. Auslöser war augenscheinlich Marquez, der dem Altmeister immer wieder provozierend knapp vor dessen Motorrad fuhr und anschließend langsamer wurde.

"Er fuhr, nur um mir im Weg zu stehen. Ich habe sogar den Verdacht, dass er auf der Geraden das Gas nicht voll aufgedreht hat", schimpfte Rossi, dem in der siebten Runde der Geduldsfaden riss. Er ließ in Kurve 14 Marquez heranfahren, um ihm dann aber die Tür zuzumachen. Der Spanier traf das Knie von Rossi, der ihm zudem noch einen leichten Schubser gab und Marquez damit ins Kiesbett schickte.

Rossi beteuerte anschließend, den Sturz seines Rivalen nicht beabsichtigt zu haben: "Ich habe ihm keinen Fußtritt versetzt. Er ist gestürzt, weil er mich mit dem Lenker touchiert hat." Die Strafe empfindet Rossi als unangemessen. "Ich glaube, sie ist zu heftig ausgefallen."

Marquez, der schon früher angesichts teils wahnwitziger Überholmanöver für hitzige Diskussionen im Fahrerlager sorgte, war sich keines Fehlers bewusst. "Er störte mich, und ich störte ihn. Im Rennen wollte ich einfach pushen", sagte Marquez: "Weiter hätte dieser Kampf nicht gehen können, denn wenn ein Fahrer einen Konkurrenten tritt, der dann stürzt, dann gibt es keine Steigerung mehr." Mit seinem Vorbild aus Kindertagen will er derzeit nicht reden: "Vielleicht in der Zukunft, aber jetzt nicht. Ich denke, meine Ansichten und die vieler Leute haben sich heute verändert."

Die anschließenden Diskussionen um Schuld und Fairness spalteten die Lager. Fakt ist: Rossi geht als WM-Führender nach Valencia, hat aber nur noch sieben Punkte Vorsprung auf Lorenzo, der hinter dessen spanischen Landsmann Daniel Pedrosa Ramal Zweiter wurde. Die Chancen, sich auf spanischem Boden bei dieser Ausgangslage dennoch den zehnten Titel zu holen, sind für Rossi dramatisch gesunken. "Marc wollte, dass ich nicht Weltmeister werde. Das hat er erreicht", sagte Rossi. "Er hat die Meisterschaft entschieden. Das habe ich ihm zu verdanken. Er muss jetzt sehr happy sein."

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