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Motorsport: Motorrad-WM erstmals mit Einheitselektronik

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Motorsport  

Motorrad-WM erstmals mit Einheitselektronik

17.03.2016, 05:05 Uhr | dpa

Motorsport: Motorrad-WM erstmals mit Einheitselektronik. Die MotoGp hat sich in zwei Lager aufgeteilt: In das von Valentino Rossi (l) und von Marc Marquez.

Die MotoGp hat sich in zwei Lager aufgeteilt: In das von Valentino Rossi (l) und von Marc Marquez. Foto: Maurizio Brambatti. (Quelle: dpa)

Doha (dpa) - Die Motorrad-Weltmeisterschaft startet am Sonntag in ihre 67. Saison. Erstmals wird es eine Einheitselektronik und zudem auch einen neuen Reifenlieferanten geben. Die Probleme sind programmiert.

Die Deutsche Presse-Agentur nennt weitere Neuigkeiten, beleuchtet die Dauerfehde zwischen Valentino Rossi und Marc Marquez und zeigt die Zukunft des deutschen Grand Prix auf.

Welche Klassen beinhaltet die neue Motorrad-WM-Saison?

Auch 2016 werden die Weltmeister in den Klassen Moto3, Moto2 und MotoGP in 18 Rennen ermittelt. Nach dem Start mit dem traditionellen Nachtrennen in der Wüste von Katar geht es bis zum 13. November rund um den Erdball. Das Finale wird traditionell in Valencia ausgetragen.

Gibt es neue Rennstrecken?

Nach langer Zeit wird erstmals wieder in Österreich gefahren. Am 14. August ist der Red Bull-Ring in Spielberg Austragungsort des zehnten Grand Prix. Dafür wurde Indianapolis aus dem Kalender gestrichen. Ein Novum gibt es beim WM-Lauf der Niederlande. Nachdem dieses Rennen immer samstags veranstaltet wurde, findet es in diesem Jahr erstmals am Sonntag, dem 16. Juni, statt.

Bleibt der Deutschland-Grand-Prix auf dem Sachsenring?

In diesem Jahr auf jeden Fall. Deutschlands bestbesuchte Sportveranstaltung lockt am 17. Juli wieder weit über 100 000 Besucher an. Wie es danach weiter geht, wird wohl spätestens im Sommer entschieden. Die Gespräche zwischen dem WM-Vermarkter Dorna und dem ADAC als nationaler Ansprechpartner über eine Vertragsverlängerung - zumeist über fünf Jahre - laufen.

Was ist sportlich zu erwarten?

Besondere Spannung gibt es wieder in der Königsklasse MotoGP. Hier wurden verschiedene technische Neuerungen eingeführt. So gibt es ab dieser Saison eine Einheitselektronik für alle Teams. Dazu kommt, dass es mit Michelin einen neuen Reifenlieferanten gibt. Bisher wurde auf Bridgestone-Pneus gefahren. Die Tests zeigten, dass damit einige große Teams ihre Probleme haben. Beispielsweise Honda mit Daniel Pedrosa und Marc Marquez. Dagegen hat Yamaha mit Titelverteidiger Jorge Lorenzo und Altmeister Valentino Rossi kaum Anpassungsprobleme gezeigt.

Wird das unrühmliche Saisonende 2015 mit dem eskalierten Streit zwischen Valentino Rossi und Marc Marquez, aber auch mit Jorge Lorenzo, Nachwirkungen haben?

Der Zahlinger Stefan Bradl bezeichnet die Stimmung im Fahrerlager zumindest als distanzierter im Vergleich zu früher. Fakt ist: Der Respekt, den Rossi und Marquez lange Zeit dem anderen zollten, ist weg. Und auch wenn es kein MotoGP-Pilot öffentlich sagen wird: Es gibt zwei Lager. Die einen sind auf Rossis Seite, die anderen halten zu Marquez.

Wie sieht es in den anderen Klassen aus?

Die Moto2 ist die ausgeglichenste Kategorie, in der es wohl auch sehr eng zugehen wird. Mit Weltmeister Johann Zarco und dem WM-Zweiten Alex Rins sind die zwei besten Piloten des Vorjahres in dieser Klasse geblieben und tragen auch die Favoritenbürde. In der Moto3 zeigten bei den letzten Tests in Katar Niccolo Antonelli, Livio Loi und Fabio Quartararo die besten Leistungen. Vor allem Quartararo wird immer wieder als großer Anwärter auf den Titel genannt.

Und die Deutschen?

Besonders von Jonas Folger erwartet man in dieser Saison einiges. Sein Wechsel in das deutsche Dynavolt Intact GP-Team dürfte noch einmal einen Schub geben. In den letzten Tests war der zweimalige Saisonsieger von 2015 in der Moto2 ganz vorn dabei. Ob sein neuer Teamkollege Sandro Cortese an seiner Seite Fortschritte macht, bleibt abzuwarten. Cortese fehlte es zuletzt an Konstanz, daran will er arbeiten. Für Überraschungen könnte Marcel Schrötter sorgen, der als Nachfolger von Folger ins spanische AGR-Team wechselte und nun endlich einmal auf einer konkurrenzfähigen Maschine sitzt. Talent hat der Bayer schon immer bewiesen, nun kann er dieses auf einem guten Motorrad zeigen.

Was ist mit Stefan Bradl?

Er bleibt der einzige Deutsche in der MotoGP-Klasse. Als Aprilia-Werkspilot hat er zumindest im ersten Drittel noch Entwicklungsarbeit zu leisten. Das 2016er Modell rollte verspätet vom Band, so dass etliche Trainingskilometer fehlen. Bradl selbst rechnet damit, in der zweiten Saisonhälfte Top-Ten-Ergebnisse anpeilen und liefern zu können.

Gibt es noch mehr deutsche Piloten?

Nur noch einen. Philipp Öttl startet in der Moto3, wo er im vergangenen Jahr WM-15. wurde und in Indianapolis als Dritter seinen ersten Podestplatz feierte. Ihm sind konstant Plätze unter den besten Zehn zuzutrauen.

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