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Formel E: Große Autobauer planen Einstieg in Elektro-Rennserie

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Formel E  

Große Autobauer planen Einstieg in Elektro-Rennserie

07.10.2016, 12:38 Uhr | dpa

Formel E: Große Autobauer planen Einstieg in Elektro-Rennserie. Der Mönchengladbacher Nick Heidfeld fährt in der Formel E für das indische Team Mahindra.

Der Mönchengladbacher Nick Heidfeld fährt in der Formel E für das indische Team Mahindra. Foto: Wu Hong. (Quelle: dpa)

Hongkong (dpa) - Abseits des Formel 1-Getöses startet am Sonntag in Hongkong die vollelektrische Rennserie Formel E in ihre dritte Saison. Dass zuletzt Audi, BMW und Mercedes Pläne für den möglichen Einstieg eines Werksteams verkündeten, sorgte für Aufsehen.

Was ist das Ziel der Formel E?

Der Automobil-Weltverband FIA will mit der 2014 gestarteten Rennserie einen grünen Motorsport fördern. "Eine stille Revolution", nannte es Geschäftsführer Alejandro Agag. Umweltfreundlich, sparsam, leise - das sind die Argumente, mit denen die Formel E für sich wirbt. Zugleich soll die grüne WM Autobauern eine Plattform zur Entwicklung der Elektromobilität bieten.

Wie funktioniert die Formel E?

Zehn Teams mit je zwei Fahrern sind dabei. Es gilt eine offizielle Kosten-Obergrenze pro Team von rund drei Millionen Euro. Gefahren wird mit einheitlichem Chassis und Reifen, den Antriebsstrang entwickeln inzwischen fast alle Rennställe selbst. Die Batterie kommt von einem Tochter-Unternehmen des Formel-1-Teams Williams. Weil diese jedoch noch nicht ausgereift genug ist, um ein gesamtes Rennen durchzuhalten, wechseln die Fahrer zur Hälfte das Auto. Training, Qualifikation und Rennen finden an einem Tag statt. Im Rennen, das knapp eine Stunde dauert, ist die Höchstgeschwindigkeit bei 225 Stundenkilometern gedeckelt. Die Boliden erreichen dabei eine Lautstärke von etwa 80 Dezibel. Ein Pkw kommt im Schnitt auf 70.

Wer sind die prominentesten Fahrer?

Der Mönchengladbacher Nick Heidfeld bestritt in elf Formel-1-Jahren 183 Grand Prix - gewann aber nie. In der Formel E fährt er für das indische Team Mahindra. Auch Titelverteidiger Sebastien Buemi, Jérôme D'Ambrosio, Lucas di Grassi und Jean-Eric Vergne können auf Formel-1-Erfahrung verweisen.

Wie ist es um das Engagement der Autobauer bestellt?

In den ersten beiden Jahren schickte Renault als einziger Hersteller ein Werksteam an den Start. Zur neuen Saison kommt nun Jaguar hinzu. Audi, Förderer des einzigen deutschen Teams Abt, will von 2017 an unter Werksregie dabei sein. BMW unterstützt in diesem Jahr den Rennstall der US-Motorsportlegende Michael Andretti, für 2018 ist ein eigenes Team geplant. In dieser Woche sicherte sich auch Mercedes die Option auf einen Formel-E-Startplatz in 2018. Bedingung dafür ist aber, dass die Batterie bis dahin so weit ist, dass der Wechsel des Autos zur Rennmitte überflüssig wird.

Warum steigt das Interesse der Hersteller an der Formel E?

BMW will mit dem Formel-E-Einstieg seine "Kompetenz in der Elektromobilität" beweisen, wie Motorsportdirektor Jens Marquardt sagt. Auch Audi sieht sein Engagement in der vollelektrischen Rennserie als logisch. 2025 soll jeder vierte Audi ein Elektroauto sein. In der Formel E könne die Technologie für den Einsatz in der Serien-Produktion getestet werden. Ähnlich argumentiert Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff: "Der Rennsport war schon immer eine Forschungs- und Entwicklungsplattform für die Industrie, wodurch die Formel E in der Zukunft sehr an Bedeutung gewinnen wird."

Ist die Formel E bald eine echte Konkurrenz für die Formel 1?

Bis dahin ist es noch ein sehr weiter Weg. Die Formel 1 ist ein Milliarden-Geschäft mit globaler Strahlkraft, schillernder Historie und den berühmtesten Fahrern. Die Formel E wird wegen der längst nicht ausgereiften Technik und der Skepsis vieler Motorsport-Fans gegenüber den elektrischen Flitzern noch lange im Schatten der Königsklasse stehen. Der US-Medienkonzern Liberty, der künftig die Mehrheitsanteile an beiden Rennserien hält, dürfte ohnehin kaum daran interessiert sein, dass die Formel E der Formel 1 das Wasser abgräbt.

Muss die DTM wegen des Engagements von Audi und BMW und der Einstiegsoption für Mercedes Sorgen um ihre Zukunft haben?

"Nein, diese Bedenken gibt es nicht. Alle drei Hersteller haben ein klares Bekenntnis zur DTM abgegeben. In welcher Form und über welche Serien das Motorsportprogramm in der Breite ausgestaltet wird, ist Sache jedes Herstellers", sagte Hans Werner Aufrecht, Chef des DTM-Rechteinhabers ITR.

Wo ist die Formel E zu sehen?

Die Rennserie startet auf Stadtkursen in zehn Metropolen von Hongkong über Buenos Aires und Paris bis New York. In Deutschland macht die Formel E am 10. Juni 2017 erneut in Berlin Station. Eurosport überträgt die Rennen im frei empfangbaren Fernsehen.

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