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Olympische Spiele 2008: Jacques Rogge schließt Verschiebung wegen Luftverschmutzung nicht aus

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Olympische Spiele 2008  

Wettbewerbe wegen Luftverschmutzung verschieben

08.08.2007, 10:42 Uhr | dpa

Radfahrerin mit Mundschutz in Peking (Foto: Reuters)Radfahrerin mit Mundschutz in Peking (Foto: Reuters) Die starke Luftverschmutzung könnte eine Verschiebung von Wettbewerben bei den Olympischen Spielen in einem Jahr in Peking notwendig machen. "Ja, das ist eine Option", sagte der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Jacques Rogge in einem Interview mit dem US-Sender CNN. Es wäre nicht notwendig für alle Sportarten, "aber auf jeden Fall für Ausdauersportarten etwa wie Radrennen, wo sechs Stunden lang gekämpft wird - das sind Beispiele von Wettbewerben, die verschoben oder auf einen anderen Tag hinausgezögert werden könnten."

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Australien schickt seine Athleten erst spät
Bei seinem Besuch in Peking hatte Rogge in den vergangenen Tagen am eigenen Leib den Sommersmog und das feuchtheiße Augustwetter in der chinesischen Hauptstadt erlebt. Seine besorgten Äußerungen fielen nur Stunden vor der offiziellen Feier auf dem Tian'anmen-Platz zum Beginn des Countdowns ein Jahr vor den Spielen. Das australische Nationale Olympische Komitee (NOK) hatte schon angekündigt, seine Athleten wegen der schlechten Luftqualität erst so spät wie möglich zu den Spielen anreisen, die vom 8. bis 24. August 2008 ausgetragen werden.

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Peking steht vor einer schwierigen Aufgabe
Smog in Peking (Foto: Reuters)Smog in Peking (Foto: Reuters) Der Chef des australischen NOK, John Coates, seine Sorgen über die Luft. Die chinesischen Organisatoren versuchten, ihn damit zu beruhigen, dass während der Spiele eine Million oder ein Drittel aller Autos von den Straßen genommen werden. Coates begrüßte den erkennbaren Willen der Verantwortlichen in Peking, auch in Sachen Umwelt sichere Spiele für die Athleten organisieren zu wollen. "Aber es ist eine schwierige Aufgabe für sie und eine, die wir nicht unterschätzen", sagte Coates.

Angeblich freiwilliger Auto-Verzicht der Chinesen
Auch das amerikanische NOK zeigte sich beunruhigt. "Man sagte uns, dass 2008 die Fabriken für drei Wochen geschlossen werden und dass es eine Anweisung an die Einwohner geben wird, mit ihren Autos von den Straßen zu bleiben", sagte Steven Rosh vom Olympischen Komitee der USA. "Freiwillig", wie der Vizevorsitzende des Organisationskomitees für die Spiele (BOCOG), Wang Wei, betont hatte, wird das nach Expertenansicht aber schwer gehen.

Spezielle olympische Fahrspuren
Der Vizechef des Verkehrsbüros von BOCOG, Yu Chunquan, sagte laut der Nachrichtenagentur Xinhua, es sei noch nicht entschieden, doch könnte das Fahrverbot nach den Autonummern verfügt werden. Die Stadt werde die Zahl der Busse erhöhen, neue Strecken eröffnen und die Betriebszeiten ausdehnen, berichtete Yu Chunquan. Über 200 Kilometer werden spezielle olympische Spuren eingerichtet, um den reibungslosen Verkehr zwischen den Sportstätten zu gewährleisten.

Countdown beginnt genau ein Jahr vor den Sommerspielen
Auf dem Platz des Himmlischen Friedens in Peking hat am Mittwoch der Countdown genau ein Jahr vor den Olympischen Spielen begonnen. Am Abend um acht Uhr wurde der Start für das kommende Jahr bis zur Eröffnungsfeier am 8. August 2008 mit großem Jubel und Feuerwerk begrüßt. Da die Zahl acht den Chinesen Glück und Reichtum verheißt, wurde dieser Zeitpunkt für die Eröffnungsfeier im "Vogelnest" genannten Olympiastadion ausgesucht.

10.000 Menschen bei der Feier
Zu der Feier mit chinesischen Popstars und Folklore waren 10.000 Menschen versammelt. "Wir sind bereit" sangen mehr als 100 Sänger aus Festlandchina, Hongkong und Taiwan in dem offiziellen Titelsong der sorgfältig orchestrierten Feier mit geladenen und ausgesuchten Gästen. Das einfache Pekinger Volk säumte schon Stunden vor der Veranstaltung die Straßen um den streng abgesicherten Platz im Herzen der chinesischen Hauptstadt, um am Rande etwas mitzubekommen.

Die NOKs sind jetzt eingeladen
Zu der Zeremonie, mit der die 205 nationalen Komitees formell eingeladen wurden, waren der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Jacques Rogge, sowie hohe chinesische Spitzenpolitiker wie Parlamentschef Wu Bangguo und der Parteichef von Peking und Vorsitzende des Organisationskomitees, Politbüromitglied Liu Qi, zusammengekommen.

Olympia-Boykott in den USA thematisiert
Derweil werden in den USA politische Stimmen laut, die sich Gedanken über einen möglichen Boykott der Olympischen Spiele 2008 seitens der USA machen. Eine entsprechende Resolution haben Vertreter der Republikaner ins Repräsentantenhaus eingebracht und zur Diskussion gestellt. Solange China seine "ernsthaften Verletzungen von Menschenrechten" nicht stoppe und die Menschenrechtsverletzungen der Regierungen im Sudan, in Nordkorea und Burma unterstütze, müsse ein Boykott zumindest in Erwägung gezogen werden, heißt es in der Resolution.

"Charakter der Spiele nicht beschmutzen"
Die Verfasser vergleichen Olympia in Peking mit den Sommerspielen 1936 in Berlin, die von den Nationalsozialisten zu reinen Propagandazwecken missbraucht wurden. "Die Integrität des Gastgeberlandes ist von allerhöchster Wichtigkeit und darf keinesfalls die teilnehmenden Athleten oder den Charakter der Spiele beschmutzen", heißt es in der Resolution. Die Nachricht aus den USA erreichte China am Tag des Ein-Jahr-Countdowns. Die große internationale Aufmerksamkeit für diesen Termin hatten in den vergangenen Tagen Menschenrechtsorganisationen und eine Gruppe chinesischer Dissidenten für diverse Aktionen genutzt.

Doping-Experte Franke fordert Boykott
Aus einem anderen Grund fordert der Heidelberger Doping-Experte Werner Franke einen Boykott der Spiele. Wegen Chinas umstrittener Haltung im Kampf gegen Doping kritisierte der Molekular-Biologe unter anderem, dass sich Kontrolleure der Welt-Antidoping-Agentur WADA im Reich der Mitte nicht ungehindert bewegen könnten. China sei zudem der weltweit führende Doping- Hersteller und -Anbieter. Vor allem über das Internet werde der Sport damit überschwemmt. Viele Bereiche wie Gewichtheben, die Frauen-Leichtathletik oder das Schwimmen seien dort "völlig versaut", sagte Franke der "Thüringer Allgemeinen". Sich von den Spielen zurückzuziehen, wäre ein Signal, "ein Aufstand der Anständigen", erklärte Franke. Er befürchte, dass während der Spiele viel unter den Tisch gekehrt werde. Zu viele wollten sich gut stellen mit dem Wirtschaftsgiganten. "Wenn der Rubel rollt, ist die Ethik im Arsch", so Franke.

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