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Dunkle Wolken über dem Olympischen Fackellauf

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Olympische Spiele 2008  

Dunkle Wolken über dem Olympischen Fackellauf

20.03.2008, 12:32 Uhr | dpa

Das Olympische Feuer (Foto: imago)Das Olympische Feuer (Foto: imago) Die Reise der Harmonie, wie die chinesischen Organisatoren den olympischen Fackellauf beschreiben, beginnt recht unharmonisch. Nach den schweren Unruhen in Tibet planen Exiltibeter zahlreiche Proteste auf dem 137.000 Kilometer langen Weg des Olympischen Feuers um den Globus. Dass die Flamme erstmals auf den höchsten Berg der Welt, den 8848 hohen Mount Everest, gebracht werden soll, erzürnt die Tibeter ebenfalls, da dies als Bestätigung der chinesischen Fremdherrschaft über das größte Hochland der Erde gewertet wird. Um Chinas Machtanspruch geht es auch im Konflikt mit Taiwan. Dort wird die Fackel nicht hingetragen. Die demokratischen Taiwanesen wollten nicht darauf verzichten, ihre Flagge zu hissen und ihre Nationalhymne zu spielen - ein Affront für Pekings kommunistische Führer, die die Inselrepublik als abtrünnige Provinz ansehen.

Fackel wird wie gewohnt in Olympia entzündet

Der Weg der olympischen Fackel (Grafik: dpa)Der Weg der olympischen Fackel (Grafik: dpa) "Entzünde die Leidenschaft, teile den Traum", heißt der chinesische Slogan für den Fackellauf, der durch die Empörung der Kritiker und die Ausgrenzung der Taiwanesen ebenso doppeldeutig wie widersprüchlich klingt. Die kontroverse Reise beginnt an diesem Ostermontag im antiken Olympia in Griechenland, wenn das Feuer mit Hilfe eines Hohlspiegels entfacht wird. "Apollon! Oh, Gott der Sonne, sende Deine Strahlen und wärme unsere Herzen", wird die "Hohe Priesterin", gespielt von der griechischen Schauspielerin Maria Nafpliotou, ausrufen - ein Appell, der angesichts der Debatten um den Fackellauf oder gar einen Boykott der Olympischen Spiele im Sommer in Peking eher wie ein verzweifelter Aufruf zur Versöhnung wirkt.

Everest für Touren von tibetischer Seite gesperrt

Höhepunkt des Laufes soll die Besteigung des Mount Everest werden. Aus Angst vor Protesten exiltibetischer Aktivisten wurde der Aufstieg bereits jetzt für Bergtouren von tibetischer Seite gesperrt. Den Fackellauf durch die tibetische Unruheregion sieht das Organisationskomitee auch nach den blutigen Protesten nicht gefährdet. "Die Behörden in Tibet werden einen reibungslosen Ablauf des Fackellaufes sicherstellen", sagte der BOCOG-Vizechef Jiang Xiaoyu. Die geplanten Demonstrationen entlang des Weges in vielen Städten der Welt verurteilte er als "eine Bedrohung der Menschen weltweit in der Olympischen Bewegung." Das chinesische Volk sei begeistert, wolle in Peking Spiele ausrichten, die in die olympische Geschichte eingehen. "Damit werden sie die Herzen der Menschen nicht gewinnen", sagte Xiaoyu zu den geplanten Protesten.

Schreiben an Volkswagen China

Unterdessen hat die Pro-Tibet-Kampagne International Campaign for Tibet (ICT) in einem Schreiben an den VW-Vorstandsvorsitzenden Martin Winterkorn appelliert, sein Unternehmen als offiziellen Fahrzeuglieferanten vom olympischen Fackellauf durch Tibet zurückzuziehen. "Volkswagen muss alles tun, um zu einer friedlichen Entwicklung in Tibet beizutragen", sagte ICT-Geschäftsführer Kai Müller: "Ein Mitwirken am Fackellauf durch Tibet wäre daher absolut inakzeptabel."

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