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Olympische Spiele 2008  

Zeremonie von Demonstrationen überschattet

25.03.2008, 10:35 Uhr | t-online.de, sid, dpa

Ein Demonstrant wird während einer Rede von Liu Qi abgeführt (Foto: Reuters)Ein Demonstrant wird während einer Rede von Liu Qi abgeführt (Foto: Reuters) Begleitet von Protesten gegen das Ausrichterland China ist das Olympische Feuer für die Spiele in Peking ist entfacht worden. Die Zeremonie fand in der antiken Stätte von Olympia auf der Halbinsel Peloponnes statt. Die Flamme wurde von der griechischen Schauspielerin Maria Nafpliotou trotz zum Teil bewölkten Himmels traditionell mit einem Hohlspiegel und mit Hilfe der Sonnenstrahlen entzündet. "Wir schicken heute die Nachricht des Olympischen Waffenstillstandes", sagte der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees, Jacques Rogge. Gleichzeitig wurde eine Friedenstaube befreit.

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Zwischenfall überschattet Zeremonie

Trotz großer Sicherheitsvorkehrungen sorgten drei Demonstranten für einen Eklat. Das Trio, allesamt Mitglieder der Organisation Reporter ohne Grenzen, sprang mitten in der Rede von Pekings Olympia-OK-Chef Liu Qi auf und stürmte mit Bannern auf den Chinesen zu. Auf ihren Spruchbändern standen die Olympischen Ringe in Flammen und es war der Satz zu lesen: "Boykottiert das Land, das die Menschenrechte mit Füßen tritt". Sicherheitskräfte überwältigen die Drei. Der übertragende griechische TV-Sender machte sofort einen Schnitt und blendete andere Bilder ein.

Nicht nur Protest gegen chinesische Vorgehen in Tibet

"Wir wollten auf die allgemeine Situation der Menschenrechte und Meinungsfreiheit in China aufmerksam machen, es ist nicht nur ein Protest gegen die jüngsten Unruhen in Tibet", sagte die Sprecherin von Reporter ohne Grenzen, Elsa Vidal. In China seien derzeit etwa 100 Journalisten und Internet-Autoren inhaftiert. "Die jüngsten Ereignisse in Tibet verstärken unsere Sorge weiter", sagte Vidal. Unter den drei Demonstranten befand sich auch der Chef und Gründer der Organisation, Robert Menard. Inzwischen sind die Drei nicht mehr in Polizeigewahrsam. Gegen sie sei Anklage wegen Beleidigung erhoben worden, berichtete der staatliche griechische Rundfunk (NET) am Dienstag Morgen. Wann es zum Prozess kommen soll, ist noch unklar.

Keine Anzeichen für "Boykottbewegung"

IOC-Präsident Rogge sagte, er hoffe, das Feuer werde in den kommenden Wochen "überall und von jedem als Symbol des Friedens angesehen." Er rief China indirekt auf, das Blutvergießen in seiner krisengeschüttelten autonomen Region Tibet zu beenden: "Der Fackellauf und die Spiele müssen unter einem friedfertigen Geist stehen." Die Spiele in Peking seien die Chance für die Menschen in China und der Welt, einander zu begegnen, sich kennenzulernen und zu respektieren. Im Vorfeld hatte Rogge gesagt, er sehe derzeit keine Anzeichen für eine "Boykottbewegung".

Fackellauf auch durch Tibet

Das Olympische Feuer wird entzündet (Foto: dpa)Das Olympische Feuer wird entzündet (Foto: dpa) Das Feuer wird bis zum 30. März durch Griechenland getragen, ehe die Übergabe an die chinesischen Olympia-Organisatoren erfolgt. Am 31. März kommt die Flamme in Peking an und startet dann unter dem Motto "Entfache die Leidenschaft, teile den Traum" zu ihrer "Reise der Harmonie" über fünf Kontinente, durch 20 Länder und ab 4. Mai durch alle chinesischen Provinzen, darunter auch Tibet. Mit 137.000 km wird es der längste Fackellauf der Geschichte. Der Weg einer zweiten Fackel führt auf den Mount Everest, mit 8.850 Metern der höchste Berg der Welt. Deutschland liegt nicht auf der Route. Insgesamt sind 21.880 Fackelträger vorgesehen.

Auch friedliche Demonstrationen in Olympia

Zahlreiche Tibet-Aktivisten haben Störaktionen für den Lauf angekündigt. Sie verlangen angesichts der blutig niedergeschlagenen Proteste in ihrer Heimat, dass das Feuer nicht wie geplant im Mai über Tibet auf den Mount Everest und vom 19. bis 21. Juni durch die tibetischen Städte Shannan Diqu und Lhasa gebracht wird. Dafür gab es auch außerhalb der 3-Kilometer-Sicherheitszone im antiken Olympia friedliche Demonstrationen.

Magath trägt die Fackel

Der Weg der olympischen Fackel (Grafik: dpa)Der Weg der olympischen Fackel (Grafik: dpa) Drei deutsche Sportler trugen die Flamme bereits jeweils 200 Meter weit. Hockey-Olympiasiegerin Nadine Ernsting-Krienke, der Wolfsburger Trainer Felix Magath und der frühere Formel-1-Pilot Hans-Joachim Stuck hielten die Fackel auf ihrem Weg durch Griechenland in den Händen. Erster Fackelträger war Alexandros Nikolaidis, Griechenlands Taekwondo-Silbermedaillengewinner von 2004, die zweite Chinas Luo Xuejuan, Schwimm-Olympiasiegerin von Athen.


Der Weg des Olympischen Feuers mit den wichtigsten Stationen:
24. März: Entzündung der Flamme im antiken Olympia
25. bis 29 März: Tournee durch Griechenland nach Athen
30. März: Zeremonie im Athener Olympiastadion von 1896
31. März: Zeremonie in Peking 2. April: Almaty/Kasachstan
3. April: Istanbul
5. April: St. Petersburg
6. April: London
7. April: Paris
9. April: San Francisco
11. April: Buenos Aires
13. April: Daressalaam/Tansania
14. April: Mascat/Oman
16. April: Islamabad
17. April: Mumbai/Indien
19. April: Bangkok
21. April: Kuala Lumpur
22. April: Jakarta
24. April: Canberra
26. April: Nagano/Japan
27. April: Seoul
28. April: Pyeongchang
29. April: Ho-Chi-Minh-Stadt
2. Mai: Hongkong
3. Mai: Macau
4. Mai bis 7. August: Tournee durch China (Tibet: 19. bis 21.Juni)
8. August: Ankunft in Peking.

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